Börse Dax begrenzt Verluste - trotz Luftschlag und Terror

Der US-Raketenangriff auf einen Luftwaffenstützpunkt des syrischen Assad-Regimes verunsichert Anleger. Auch der monatliche Job-Bericht enttäuscht. Der Dax holt im späten Handel seine Verluste wieder auf.

Der US-Raketenangriff in Syrien, der Anschlag in Stockholm sowie ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht haben am Freitag den Dax  nur kurzzeitig belastet. Der Dax  fiel zeitweise um 0,8 Prozent ins Minus, schloss dann aber lediglich 0,1 Prozent schwächer bei 12.225 Punkten. Zu den Verlierern im Dax gehörten Lufthansa , Commerzbank und die Deutsche Bank .

Die Deutsche Bank hat ihre vierte Kapitalerhöhung in sieben Jahren unter Dach und Fach gebracht und will wieder auf Wachstum schalten. Acht Milliarden Euro sammelte Deutschlands größtes Geldhaus bei bestehenden und neuen Aktionären ein, wie es am Freitag mitteilte. "Wir haben dank der gestärkten Bilanz auch Kapazitäten für mehr Geschäft", schrieb Vorstandschef John Cryan dazu an die Mitarbeiter. "Denn klar ist: Wir wollen uns nicht gesundschrumpfen."

Cryan hofft, dass die öffentliche Debatte um die Kapitaldecke der Bank mit der Kapitalerhöhung beendet ist.In den USA sind im März deutlich weniger neue Arbeitsplätze geschaffen worden als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft kamen 98.000 Stellen hinzu, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Mittel einen Zuwachs von 180.000 Stellen erwartet. Zudem wurde der Aufbau in den beiden Vormonaten um insgesamt 38.000 Stellen nach unten revidiert.

Luftschlag gegen Giftgas-Assad

Auch der US-Luftschlag gegen das Assad-Regime sorgt für Nervosität an der Börse. Wirklich überraschend komme der Angriff zwar nicht, nachdem US-Außenminister Rex Tillerson eine deutliche Reaktion auf die jüngsten Ereignisse im Bürgerkriegsland angekündigt hatte, schrieb Marktanalyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK am Freitagmorgen. "Durch die Aktion kommt aber eine Komplexität in die geopolitische Lage, die vorher nicht da war."

Treffen zwischen Xi und Trump rückt in den Hintergrund

Vor dem Hintergrund des Luftschlags geriet das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping etwas in den Hintergrund. Die beiden reden auch am Freitag noch über strittige Themen wie das nordkoreanische Atomprogramm und den freien Handel. Nach ersten Gesprächen am Donnerstag hatte Trump die Freundschaft der beiden Staaten betont.

In der Erwartung des Treffens hatten sich die Anleger bereits die ganze Woche über zurückgehalten. Belastet wurde der Markt zwischenzeitlich von der Aussicht auf eine straffere Geldpolitik in den USA. Unterm Strich bewegte sich der Dow Jones  in dieser Woche praktisch gar nicht.

Rüstungskonzerne legen zu: Lockheed und Raytheon gefragt

Vorbörslich stachen nun die Aktien der Rüstungskonzerne hervor. Besonders Raytheon profitierte von dem US-Luftangriff, stellt das Unternehmen doch die teuren Tomahawk-Raketen her, die dabei verwendet worden waren. Vorbörslich legte der Kurs um zweieinhalb Prozent zu. Die Papiere des Rivalen Lockheed Martin  stiegen um anderthalb Prozent. Die Aktien des Flugzeugbauers Boeing  , der ebenfalls einen Teil seines Geldes mit Rüstung verdient, legten vorbörslich um ein gutes halbes Prozent zu.

An den Vortagen hatte das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping die Anleger von größeren Engagements abgehalten, danach sorgte eine mögliche strengere US-Geldpolitik für Sorgenfalten.

Trotz der durchwachsenen Börsenwoche bleibt der Dax  aber in Sichtweite seines Rekordstands von 12 390 Punkten, den er vor zwei Jahren erreicht und am Montag um ein Haar eingestellt hätte.

Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit 

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.