Börse Dax-Gewinne schmelzen

Die Gewinne im Dax schmelzen. An der Wall Street steigt der Dow Jones zeitweise über die Marke von 26.000 Punkten. Bei Bitcoin und Co stürzen die Kurse zweistellig.

Gewinne in USA und Asien sowie ein wieder leicht nachgebender Euro haben am Dienstag den deutschen Aktienmarkt zeitweise gestützt. Im späten Handel schmolzen die Gewinne im Dax jedoch wieder zusammen.

Der Dax (Kurswerte anzeigen) kletterte am Dienstag zeitweise bis auf 13.350 Punkte, notierte zum Handelsschluss auf Xetra aber nur noch 0,3 Prozent im Plus bei 13.246 Zählern. Auch MDax  und TecDax  gaben ihre Gewinne fast komplett wieder ab.

Der Euro hat seinen jüngsten Höhenflug zwar unterbrochen, bleibt aber im Fokus der Anleger. Der Kurs der Gemeinschaftswährung fiel zeitweise bis auf 1,2216 US-Dollar, nachdem er am Montag bis auf 1,2296 Dollar gestiegen war. Zuletzt erholte sich die Gemeinschaftswährung wieder, was sofort Gewinnmitnahmen im Dax auslöste.

Wall Street testet Rekordhoch: Dow Jones über 26.000 Punkten

An der Wall Street hat der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) erstmals in seiner Geschichte über der Marke von 26.000 Punkten eröffnet. Die Rekordjagd an den US-Börsen geht damit weiter: Der Dow legte zuletzt 0,9 Prozent auf 26.050 Punkte zu, der Nasdaq Composite  stieg sogar um 0,8 Prozent.

Die US-Börsen sind den europäischen Börsen inzwischen weit enteilt. Seit Mitte Januar 2017 hat der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) inzwischen 30 Prozent an Wert gewonnen. Der Dax legte im gleichen Zeitraum 14 Prozent zu. Allein in den vergangenen 3 Monaten stieg der Dow Jones um 12 Prozent, der Dax lediglich um 1,8 Prozent.

Gewinne verbuchte im frühen Handel die Aktie der Citigroup . Die US-Steuerreform kommt die Citigroup zwar teuer zu stehen, Anleger hatten jedoch mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet. An ihrer geplanten Ausschüttung von 60 Milliarden Dollar an die Aktionäre hält die Citigroup fest.

Steuerreform beschert Citigroup Verlust - doch Ausschütttungsplan bleibt

Wegen der fälligen Belastungen durch die Steuerreform (durch die niedrigeren Steuersätze sinkt auch der steuerliche Wert von Verlustvorträgen) verbuchte die Bank im vierten Quartal einen Verlust von 18,3 Milliarden Dollar, wie die Citigroup  am Dienstag in New York mitteilte. Der einmalige Aufwand durch die kurz vor Weihnachten durch die Steuerreform in den USA bezifferte das Geldhaus auf 22 Milliarden Dollar. Bereinigt um diese Belastungen steigerte Citigroup ihren Gewinn um vier Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.

Die Erträge im Handel mit Anleihen gingen wegen der Zurückhaltung der Kunden und extrem niedriger Schwankungen an den Finanzmärkten um 18 Prozent zurück. Dank der Stärke des Geschäfts mit Verbrauchern konnte die Bank ihre Gesamterträge im vierten Quartal dennoch um ein Prozent auf 17,26 Milliarden Dollar steigern.

Die Citigroup hält an ihren Plänen fest, in den kommenden Jahren rund 60 Milliarden Dollar an ihre Aktionäre auszuschütten. Die Aktie legte zuletzt 2 Prozent zu.

Charttechniker optimistisch für den Dax

Charttechnisch betrachtet halte die Richtungssuche weiter an. "Eine klare Tendenz, für welche Richtung sich der Markt entscheiden wird, gibt es nicht", sagte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass der übergeordnete Aufwärtstrend noch immer Bestand habe, ergänzte er.

Auch Charttechnik-Profi Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel bleibt optimistisch für den Dax: "Der Dax hat zwar die Dynamik des Jahresanfangs verloren, scheint aber doch eher nach oben als nach unten zu wollen." Er begründete dies insbesondere mit der Ausbildung der Kerzenformation "Bullish-Harami" am Freitag. Aus einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation lasse sich ein Kursziel von knapp 13.700 Punkten ableiten.


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Euro gibt leicht nach - doch Dreijahreshoch bleibt im Blick

Der Euro in Dollar gab am Dienstag leicht nach, blieb aber in der Nähe seines am Vortag erreichten Dreijahreshochs. Eine starke Gemeinschaftswährung gilt als mögliche Belastung für die exportstarken deutschen Unternehmen, da sie ihre Produkte für Käufer außerhalb des Währungsraums tendenziell verteuert. Sollte der Euro seine Kursrally nach den aktuellen Gewinnmitnahmen fortsetzen, dürfte dies den Dax erneut belasten. Kurzfristig steht am Dienstag jedoch eine Erholung an.

Unter den Einzelwerten stehen zunehmend Unternehmen mit ihren Quartalszahlen und Aussagen zum neuen Jahr im Blick der Anleger. Im MDax  zeigten sich die Aktien von Hugo Boss  mit 0,7 Prozent im Plus. Der Modekonzern erreichte dank eines guten Schlussquartals seine Jahresziele. Vorbehaltlich des noch andauernden Jahresabschlusses geht Boss unter anderem davon aus, dass das operative Ergebnis (Ebitda vor Sondereffekten) 2017 ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres und damit im Rahmen der Prognose liegen wird.

Der im September 2017 in den SDax  abgestiegene Großküchenausrüster Rational  überraschte positiv mit seinem Umsatzwachstum im vergangenen Jahr. Sowohl die unternehmenseigenen als auch die Markterwartungen wurden übertroffen und auch das operative Ergebnis fiel etwas besser aus als von Experten prognostiziert aus. Als enttäuschend hingegen könnte die leicht gesunkene Marge gewertet werden. Vorbörslich legten die Aktien um 2,6 Prozent zu.

Um 1,4 Prozent ging es vorbörslich für die Anteilsscheine von Covestro nach oben. Der Kunststoffhersteller dürfte deutlich von der US-Steuerreform profitieren und rechnet auch in den kommenden Jahren mit positiven Effekten.

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Dax-Bilanz 2017: Die stärksten Aktien des Jahres ... und die schwächsten

Foto: Boris Roessler/ picture alliance / dpa

Die Deutsche Bank  steht erneut wegen einer Klage im Fokus. Gegen sie und acht weitere Finanzinstitute reichte ein Pensionsfonds aus Colorado vor einem US-Gericht Klage ein. Dabei geht es um Vorwürfe, dass diese Häuser in den Jahren zwischen 2007 und 2014 den kandadischen Referenzzins manipuliert haben sollen. Die Papiere der Deutschen Bank reagierten allerdings vorbörslich darauf kaum.

Ölpreise knapp unter Drei-Jahres-Hoch

Die Ölpreise haben am Dienstag knapp unter ihren am Montag erreichten dreijährigen Höchstständen notiert. Am Morgen kostete ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 70,01 US-Dollar. Das waren 25 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar stieg dagegen leicht um 18 Cent auf 64,48 Dollar.

Die Anlegerstimmung am Ölmarkt spricht derzeit eher für weiter steigende Erdölpreise. Viele Investoren haben sich mit Terminkontrakten entsprechend positioniert, wie aus jüngsten Daten der Regulierungsbehörde CFTC hervorgeht. Zugleich ist zwischen dem Ölkartell Opec und Russland eine Debatte über ein vorzeitiges Ende der eigentlich bis Ende 2018 vereinbarten Fördergrenze entbrannt.

Während sich die Opec-Länder Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate für eine Einhaltung der Vereinbarung aussprechen, scheint Russland mit der Möglichkeit eines vorzeitigen schrittweisen Ausstiegs zu liebäugeln. Darauf deuten jüngste Äußerungen ranghoher Regierungs- und Unternehmensvertreter hin. Rohstoffexperten aus einigen großen amerikanischen Banken halten einen vorzeitigen Ausstieg aus der Vereinbarung mittlerweile für denkbar.

Kryptowährungen stürzen weiter ab - Bitcoin unter 12.000 US Dollar

Aus Sorge vor immer mehr Verboten im Handel mit Kryptowährungen wenden sich Anleger von Bitcoin & Co. ab. Die Kurse der größten Cyberdevisen brachen am Dienstag teilweise im zweistelligen Prozentbereich ein. Bitcoin  verlor zeitweise an der Luxemburger Handelsplattform Bitstamp 15 Prozent und fiel zeitweise unter die Marke von 12.000 US-Dollar.

"Anleger zeigen sich derzeit spürbar verunsichert", sagte der Deutschlandchef des Onlinebrokers DailyFX, Timo Emden. "Zu sehr lasten aktuell Negativschlagzeilen auf der gesamten Cyberwährungswelt." Wenn die Nervosität im Markt wie derzeit steige, könne es besonders bei unerfahrenen Investoren und Händlern schnell für Frust sorgen, fügte Mati Greenspan, Kryptowährungsanalyst bei der Onlinetradingplattform eToro, hinzu. Der starke Preisanstieg bei Bitcoin im vergangenen Jahr hatte auch viele Kleinanleger in Cyberdevisen gezogen.

Immer mehr Länder schieben dem Handel mit Kryptowährungen inzwischen einen Riegel vor. Südkorea denkt über ein komplettes Verbot nach. Die chinesischen Behörden planen laut Bloomberg den Zugang zu in- und ausländischen Börsen für Cyber-Devisen zu blockieren. China untersagte bereits im vergangenen Jahr die sogenannten Initial Coin Offerings (ICO). Dabei sammeln Firmen Geld bei Anlegern ein und geben statt Aktien oder Anleihen digitale Anteile (Token) aus. Diese werden dann als Kryptowährung an speziellen Börsen gehandelt.

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