Mittwoch, 27. Mai 2020

Corona-Crash an der Börse Dow Jones knickt ein, Dax droht neuer Absturz

Dax und Dow tief im Minus: Corona-Crash geht weiter

Der Dax baut seine Verluste am Abend aus. In den USA rechnen Börsianer mit einer Rezession. Die US-Börsen geben am Mittwoch im späten Handel deutlich nach - im Dax gerät auch die Marke von 9000 Punkten in Gefahr.

Erneuter Kursrutsch: Aus Angst vor den Folgen der Corona-Pandemie sind Anleger am Mittwoch am deutschen Aktienmarkt erneut in Deckung gegangen. Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen büßte bis zum Schluss des Xetra-Handels (17.30 Uhr) um 4 Prozent auf 9544 Punkte ein und fiel am Abend sogar unter die Marke von 9400 Punkten. Anlass für den beschleunigten Kursrutsch: In den USA baute der Dow Jones Börsen-Chart zeigen nach Xetra-Schluss seine Verluste zeitweise auf mehr als 1000 Punkte (4,6 Prozent) aus und fiel am Abend unter die Marke von 21.000 Zählern. Der US-Leitindex beendete den Handel um 22 Uhr MESZ mit einem Verlust von 4,4 Prozent bei 20.943 Punkten. Die Aktien der beiden Dow-Schwergewichte Boeing Börsen-Chart zeigen und American Express Börsen-Chart zeigen brachen zeitweise um jeweils 10 Prozent ein.

Das sind schlechte Vorzeichen für den Dax. Fällt der deutsche Leitindex am Donnerstag erneut unter die Marke von 9000 Punkten, droht ein neuer Test des bisherigen Corona-Tiefs. Am 18. März war der Dax bis auf rund 8500 Punkte abgestürzt, hatte danach aber einen ersten Erholungsversuch gestartet. Nun schmelzen die Erholungsgewinne wieder zusammen.

An der Wall Street gehen Börsianer inzwischen von einer Rezession aus. Die Gewinne der im S&P 500 gelisteten US-Firmen dürften im zweiten Quartal im Schnitt um rund 10 Prozent sinken, wie aus Daten von IBES hervorgeht. Vor diesem Hintergrund sind einige US-Unternehmen noch immer recht hoch bewertet.

Noch am Dienstag hatte er es der Dax zwischenzeitlich über die Marke von 10.000 Punkten geschafft. "Die Konsolidierung der vergangenen Woche könnte die Ruhe vor dem zweiten Sturm an der Börse gewesen sein", kommentierte Marktexperte Milan Cutkovic von AxiTrader das Geschehen. "Während die Hoffnungen zunehmen, dass Europa bald den Höhepunkt der Pandemie erreichen könnte und Chinas Wirtschaft bereits schon wieder erste Signale der Erholung sendet, breitet sich das Coronavirus in den USA weiterhin rasant aus."

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Wall Street: Dow Jones und Nasdaq starten mit Verlusten in den April

Die wachsenden Sorgen um die Corona-Pandemie in den USA haben am Mittwoch die Wall Street weiter belastet. Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen gaben im frühen Handel um jeweils rund 3 Prozent nach.

Das erste Quartal des neuen Börsenjahres endete für die Wall Street mit einem historisch hohen Verlust von rund 23 Prozent. Das war der deutlichste Einbruch in einem Vierteljahr seit 1987. Und auch der Start in das neue Quartal steht unter keinen günstigen Vorzeichen, denn in den USA spitzt sich die Pandemie weiter zu.

Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus war in den vergangenen Tagen in den Vereinigten Staaten dramatisch angestiegen. Präsident Donald Trump stellte die Bürger auf "sehr harte zwei Wochen" mit steigenden Todeszahlen ein. Die US-Regierung rechnet trotz der inzwischen getroffenen Maßnahmen mit 100.000 bis 240.000 Toten.

US-Firmen bauen erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder Stellen ab

Im März bauten US-Unternehmen angesichts der Pandemie erstmals wieder seit rund zweieinhalb Jahren Personal ab. Allerdings deutlich weniger als erwartet. Nachdem im Februar 179.000 neue Stellen geschaffen wurden, wurden im März 27.000 abgebaut. Befürchtet worden war indes im Schnitt ein Abbau von 150 000 Stellen.

Xerox zieht Angebot für HP zurück

Unter den Einzelwerten dürften die Papiere von Xerox und HP Inc im Blick stehen, denn der Drucker- und Kopiererhersteller hat sein Übernahmeangebot für den größeren Konkurrenten HP zurückgezogen. Xerox gaben vorbörslich rund 5 Prozent nach, hatten allerdings am Vortag gegen den Trend am Markt auch etwas mehr als 5 Prozent zugelegt. HP, die am Dienstag etwas weniger als 3 Prozent eingebüßt hatten, gaben vorbörslich ebenfalls rund 5 Prozent ab.


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Deutsche Aktien: Conti und MTU mit deutlichen Verlusten

Wegen der Virus-Krise traten in Deutschland eine Reihe von Unternehmen unter anderem bei ihren Ausblicken auf die Bremse. So etwa der Rückversicherer Munich Re Börsen-Chart zeigen, bei dem vor allem der Ausfall und die Verschiebung von Großveranstaltungen im ersten Quartal für hohe Schäden sorgen. Das Unternehmen stoppte zugleich auch ein laufendes Aktienrückkaufprogramm. Mit einem Kursverlust von etwa zweieinhalb Prozent gehörte die Aktie allerdings noch zu den besseren Werten im Dax.

Adidas legt Aktienrückkaufprogramm auf Eis - und zahlt wieder Miete

Das war auch bei Adidas Börsen-Chart zeigen der Fall. Der Sportartikelhersteller legt sein bereits gestartetes Aktienrückkaufprogramm ebenfalls auf Eis. Allerdings hatte das Management bereits Mitte März die diesjährige Tranche des Programms vorübergehend ausgesetzt - unmittelbar nach Beginn der Einzelhandelsschließungen in Europa und Nordamerika. Nun habe der Vorstand beschlossen, den Rückkauf für den Rest des Jahres formell zu stoppen, hieß es. Die Aktie gab um knappe 4 Prozent nach. Zudem gab Adidas bekannt, entgegen der jüngsten Ankündigung nun doch vorerst weiter Mieten für seine weltweiten Shops zu zahlen.

Deutlich weiter hinten landeten dagegen die Aktien von Continental Börsen-Chart zeigen , die um etwa 5 Prozent nachgaben. Der Autozulieferer und Reifenhersteller hat seine nur knapp vier Wochen alte Jahresprognose ebenfalls eingestampft. Es sei derzeit auch nicht abzuschätzen, wann ein neuer Ausblick gegeben werden kann, hieß es.

Größter Verlierer war, wie so oft in den vergangenen Wochen, der Triebwerkbauer MTU Aero Engines Börsen-Chart zeigen mit einem Minus von über 6 Prozent. Seit Beginn des Corona-Crashs an den Märkten ist das Papier um mehr als 50 Prozent eingebrochen.

AMS schließt Kapitalerhöhung für Osram-Übernahme ab

Der österreichische Sensorspezialist AMS schloss zudem eine Kapitalerhöhung zur Übernahme von Osram Börsen-Chart zeigen ab. Im MDax wurden die Aktien des Lichtkonzerns Osram dennoch abgestraft, weil es immer noch Zweifler gibt mit Blick auf den Erfolg der Übernahme. Mit einem Minus von fast 5 Prozent lagen die Papiere rund 25 Prozent unter dem Angebotspreis von 41 Euro.

Unter den Nebenwerten kam es überdies beim Industriedienstleister Bilfinger Börsen-Chart zeigen zu einer weiteren Streichung der Jahresziele. Die Aktie sackte daraufhin um mehr als 14 Prozent ab und war somit größter Verlierer im SDax Börsen-Chart zeigen . Dem Unternehmen macht neben der Virus-Krise auch der zeitgleiche Ölpreisverfall zu schaffen. Das Management will daher auch den Dividendenvorschlag "überdenken".


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Börsen in Asien uneinheitlich

Die Aktienmärkte Japans und Chinas haben zur Wochenmitte keine gemeinsame Richtung gefunden. Während der Nikkei-225-Index Börsen-Chart zeigenin Japan am Mittwoch mit über 4 Prozent im Minus schloss und auch der Hang Seng in Hong Kong sank, legte der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen zuletzt moderat zu.

Euro fällt unter 1,10 Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch nachgegeben und ist erneut unter die Marke von 1,10 US-Dollar gefallen. Am Vormittag stand der Kurs der Gemeinschaftswährung bei 1,0945 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,0956 Dollar festgesetzt.

Der Dollar bleibt weiter stark, was den Euro-Kurs im Gegenzug unter Druck setzte. Auch der als sichere Anlage geltende japanische Yen konnte gegenüber vielen Währungen zulegen.

Ölpreise uneinheitlich

Die Ölpreise haben sich am Mittwoch uneinheitlich gezeigt. Der Nachfrageausfall im Zuge der Corona-Krise hielt die Preise jedoch in der Nähe von langjährigen Tiefständen. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im Juni 25,80 US-Dollar und damit 55 Cent weniger als am Vortag. Beim Brent-Preis hat mit Beginn des neuen Monats ein Kontraktwechsel stattgefunden. Der mittlerweile ausgelaufene Preis für Nordsee-Öl zur Lieferung Mai lag deutlich tiefer als der aktuell gehandelte Juni-Kontrakt. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI mit Lieferung im Mai stieg zuletzt um 7 Cent auf 20,55 Dollar.

mit dpa/rtr/ap

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