Freitag, 28. Februar 2020

Gewinne an der Börse Börsenfieber - Dax nahe Rekordhoch

Der Dax nähert sich seinem Rekordhoch von knapp 13.600 Punkten. Die Wall Street setzt ihre Rekordjagd fort
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Der Dax nähert sich seinem Rekordhoch von knapp 13.600 Punkten. Die Wall Street setzt ihre Rekordjagd fort

Der Dax nähert sich seinem Rekordhoch: Bis zum Rekordniveau fehlen nur noch 0,5 Prozent. Die Aktie von RWE setzt ihre Kursrally fort, auch bei Bayer schöpfen Aktionäre wieder Hoffnung.

Zum Abschluss der Woche hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Freitag nochmal zugelegt. Der deutsche Leitindex kletterte zeitweise um 0,8 Prozent auf 13.552 Punkte und beendete den Xetra-Handel (17.30 Uhr) bei 13.526 Zählern. Damit ist der Dax nur noch rund 60 Zähler von seinem Rekordhoch entfernt. Der MDax der mittelgroßen Werte hat derweil mit 28.717 Punkten bereits ein weiteres Rekordhoch erreicht.

An der Wall Street ist der Aufwärtsdrang ungebrochen, Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen hatten am Vorabend erneut Rekordmarken erreicht und tendierten am Freitag am frühen Abend jeweils minimal im Plus. In Fernost war der Aktienhandel am Freitag von moderaten Aufschlägen gekennzeichnet. Börsianer verwiesen auf unter dem Strich ermutigende Nachrichten aus der Konjunktur. Zudem wirke die Erleichterung über den Abschluss des ersten Handelsteilabkommens zwischen den USA und China nach.

RWE und Bayer im Plus, Wirecard dreht ins Minus

Im Dax Börsen-Chart zeigen sind die Aktien von RWE Börsen-Chart zeigen nach der Einigung zum Kohleausstieg und der damit verbundenen Kompensationszahlung weiter auf dem Vormarsch. Mit plus 2,2 Prozent setzten sie sich an die Index-Spitze. Mehrere Analysten erhöhten nun die Kursziele für den Versorger. Auch die Aktie von Bayer Börsen-Chart zeigen legte um rund 1 Prozent zu, da Anleger auf einen baldigen Vergleich im Glyphosat-Prozess in den USA hoffen.

Auch bei Wirecard Börsen-Chart zeigen ging die jüngste Rally zunächst weiter, zuletzt drehten sie am Dax-Ende allerdings ins Minus. Allein in dieser Woche haben die Papiere bislang 14 Prozent gewonnen. Anleger setzten bei dem Zahlungsdienstleister weiter auf mehr Transparenz und eine verbesserte Kommunikation, sagten Händler.

Bayer steht im Blick, weil die US-Klagewelle gegen den Konzern wegen angeblicher Krebsgefahren von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat nicht abreißt. Der im Rechtskonflikt zwischen den Streitparteien vermittelnde Mediator Ken Feinberg hält aber einen zügigen Vergleich für möglich. Er sei "verhalten optimistisch", dass innerhalb etwa eines Monats eine Einigung erzielt werden könnte. Die Bayer-Anteile legten um 0,9 Prozent zu.

MDax: Varta-Aktien setzen Erholung fort

SAP rückten um 1,7 Prozent vor. Händler verwiesen dazu auf ein besser als erwartet ausgefallenes Quartal des US-Konzerns Progress Software. Dies hebe auch die Stimmung für deutsche Software-Aktien.

An der MDax Börsen-Chart zeigen -Spitze setzte sich die Erholung der Varta Börsen-Chart zeigen -Aktien mit plus 4,6 Prozent fort. Bereits am Vortag waren die Anteile des Batteriehersteller der beste Wert in dem Index angesichts eines rascher als gedacht verlaufenden Produktionsausbaus bei Lithium-Ionen-Zellen.


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Der Euro hat am Freitag weiter über der Marke von 1,11 US-Dollar notiert. Am Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1140 Dollar und damit in etwa so viel am Vorabend. Am Donnerstag war der Euro durch solide US-Konjunkturdaten unter Druck gesetzt worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1169 Dollar festgesetzt.

Zum Wochenausklang dürften die Marktteilnehmer vor allem auf neue Konjunkturdaten aus den USA blicken. Aus der Datenreihe stechen Produktionszahlen aus der Industrie und die Verbraucherstimmung der Uni Michigan hervor. Im Euroraum werden Inflationsdaten erwartet. Es handelt sich um eine zweite Schätzung. In einer ersten Erhebung war ein spürbarer Inflationsanstieg ermittelt worden, wenn auch von eher niedrigem Niveau aus.

Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel mangels Impulsen nahezu auf der Stelle getreten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 64,64 US-Dollar. Das waren zwei Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI stieg ebenfalls nur geringfügig auf 58,55 Dollar.

Obwohl die Erdölpreise zuletzt etwas von der Entspannung im Verhältnis zwischen den USA und China profitiert haben, halten sich die Preisaufschläge in engen Grenzen. Nach wie vor liegen die Erdölpreise in der Nähe einmonatiger Tiefstände. Fachleute erklären die Zurückhaltung mit der Skepsis darüber, ob das Handelsabkommen zwischen den USA und China zu einer nachhaltigen Annäherung der beiden Wirtschaftsmächte führt.

Dass die Ölpreise in letzter Zeit im Trend gesunken sind, liegt vor allem an der etwas weniger brisanten Nahost-Krise. Weil die Spannungen zwischen den USA und Iran nicht mehr ganz so drastisch ausfallen, sind die Risikoaufschläge am Ölmarkt gefallen. Für Entwarnung ist es laut Fachleuten jedoch zu früh.

luk / dpa-afx, Reuters

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