Freitag, 13. Dezember 2019

Börse Verluste für den Dax, Lufthansa und Wirecard gefragt

Drei Wochen lang ging es an den Börsen kräftig aufwärts, nun nehmen Anleger Gewinne mit. Der Dax fällt wieder unter die Marke von 13.200 Punkten. Gegen den Trend steigt die Aktie von Wirecard.

Am Montag ist der Dax Börsen-Chart zeigen mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Der deutsche Leitindex fiel zuletzt hauchdünn unter die Marke von 13.200 Punkten zurück, nachdem er zwischenzeitig bereits deutlicher darunter notiert hatte. Zum Handelsschluss notierte der Index mit einem Minus von 0,23 Prozent bei 13.198 Punkten.

Am Freitag hatte der Dax bereits 0,5 Prozent verloren auf 13.228 Punkte. Damit setzt das Börsenbarometer - nach dem Hoch am Donnerstag bei knapp 13.300 Punkten - die Konsolidierung auf hohem Niveau fort. Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Lufthansa Börsen-Chart zeigen und Wirecard Börsen-Chart zeigen, die ihre Erholung gegen den schwachen Gesamttrend fortsetzten.

Nach der Rekordrally der vergangenen Wochen pausiert am Montag auch die Party an den US-Börsen. Fehlende Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China und die Unsicherheit wegen erneut chaotischer Zustände in Hongkong gelten unter Börsianern als ausreichende Argumente, dass die Anleger an Gewinnmitnahmen denken. Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen fiel kurz nach Handelsbeginn um 0,4 Prozent auf 27.576,5 Punkte.

US-Präsident Donald Trump beklagte sich über die Geschwindigkeit der Handelsgespräche mit China. Die Gespräche gingen voran, aber langsam, "viel zu langsam für mich", sagte Trump. Er betonte erneut, dass vor allem China Interesse an einem Abkommen habe. "Wenn es kein großartiger Deal ist, werde ich ihn nicht machen", sagte der US-Präsident am Wochenende.

Infineon und BVG schwach, SMA Solar steigt kräftig

Angesichts der wieder zunehmenden Unsicherheiten mieden Anleger die konjunktursensiblen Aktien des Chipherstellers Infineon Börsen-Chart zeigen , die am Dax-Ende rund 2 Prozent verloren.

Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax Börsen-Chart zeigen waren die Anteilsscheine von Borussia Dortmund (BVB), die fast 3 Prozent verloren. Die Westfalen hatten am Samstagabend das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga mit 0:4 bei Rekordmeister Bayern München verloren. An der Index-Spitze schnellten die schwankungsanfälligen Aktien von SMA Solar Börsen-Chart zeigen um knapp 9 Prozent in die Höhe. Eingesetzt hatte die aktuelle Aufwärtsbewegung bereits am Freitagnachmittag nach Mitteilungen des Solarkonzerns zu Insiderkäufen.

Asiens Börsen nach Eskalation in Hongkong unter Druck

In Asien standen die Börsenampeln daraufhin auf rot, vor allem in Shanghai und Hongkong gerieten die Aktienkurse unter Druck. Bei den Anti-Regierungsprotesten in der chinesischen Sonderverwaltungszone war zudem erneut ein Demonstrant von einem Polizisten angeschossen worden.

Transaktionssteuer soll Grundrente finanzieren

Hierzulande sorgen die Details zum Durchbruch bei der Grundrente für zusätzliche Verunsicherung. Hunderttausende Bezieher kleiner Renten sollen zwar ab 2021 eine Grundrente bekommen. Finanziert werden soll dies aber ausschließlich aus Steuermitteln - etwa durch die geplante Finanztransaktionssteuer. Diese Börsensteuer ist seit Jahren hoch umstritten.

TeamViewer Aktien steigen nach Quartalszahlen über Ausgabekurs

Die Aktien des seit kurzem an der Börse notierten Softwarekonzerns Teamviewer Börsen-Chart zeigen stiegen im frühen Handel um rund Prozent und profitierten damit von überraschend guten Quartalszahlen. Teamviewer hatte im September mit einem Emissionsvolumen von gut 2,2 Milliarden Euro den größten deutschen Tech-Börsengang seit dem Platzen der Dot-Com-Blase hingelegt. Anschließend war die Aktie jedoch unter den Ausgabekurs gefallen. Mit dem heutigen Kursgewinn klettert das Papier erstmals seit dem Börsengang Ende September über den Ausgabekurs von 26,25 Euro.

Zahlreiche Konjunkturdaten erwartet

Bei den Konjunkturdaten richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit unter anderem auf die Inflation in Deutschland (Mittwoch) und Europa (Freitag). Von diesen Zahlen erhoffen sie sich Rückschlüsse auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) unter ihrer neuen Chefin Christine Lagarde. Am Donnerstag kommen Daten zum deutschen und europäischen Wirtschaftswachstum hinzu. Der erwartete Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 0,1 Prozent werde es amtlich machen, dass die Bundesrepublik in eine Rezession gerutscht sei, sagt Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. Eine baldige Wende sei nicht in Sicht, auch wenn der ZEW-Index am Dienstag voraussichtlich eine deutliche Stimmungsaufhellung der heimischen Börsenprofis signalisieren werde.

Nikkei gibt nach, Shanghai fällt deutlich

Nach einer mehrwöchigen Rally nutzen einige Asien-Anleger die Gelegenheit zu Gewinnmitnahmen. Der japanische Nikkei-Index fiel am Montag um 0,3 Prozent auf 23.332 Punkte und der Börse Shanghai büßte 1,8 Prozent auf 2910 Zähler ein. Die jüngsten Signale im Zollstreit zwischen den USA und China sowie die Unruhen in Hongkong drückten auf die Stimmung, sagte Analyst James McGlew vom Brokerhaus Argonaut. "Die Proteste in Hongkong ziehen sich schon eine Weile hin und in der Finanzwelt setzt sich die Einschätzung durch, dass sie die Wirtschaft inzwischen deutlich beeinträchtigen." Bei erneuten gewaltsamen Auseinandersetzungen setzte die Hongkonger Polizei Medienberichten zufolge scharfe Munition gegen Demonstranten ein.

la/dpa/reuters

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