Samstag, 25. Januar 2020

Börse Dax nahe Rekordhoch, Wirecard-Aktie klettert

Dax-Kurve: Die US-Berichtssaison ist gestartet
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Dax-Kurve: Die US-Berichtssaison ist gestartet

Der Dax schließt kaum verändert. Der Kaufrausch bei US-Techwerten sorgt dafür, dass in Deutschland das Dax-Rekordhoch im Blick bleibt. Gefragt sind Adidas, Continental und die Aktie von Wirecard.

Ruhiger Handel: Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag auf Xetra kaum verändert bei 13.456 Punkten geschlossen, nachdem er im frühen Handel zeitweise unter die Marke von 13.400 Zählern gefallen war. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex Dax bei 13.360 Punkten. Zu den Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen, Deutsche Bank Börsen-Chart zeigenund Continental Börsen-Chart zeigen, die im späten Handel ihre Gewinne ausbauen konnten.

An den US-Börsen hatten der marktbreite S&P 500 und der technologielastige Nasdaq 100 am Vortag neue Höchststände erreicht. Auch an den fernöstlichen Börsen setzte sich am Dienstag eine freundliche Tendenz durch - mit der Ausnahme der Börsen in China. Am Dienstag notierte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen zuletzt leicht im Plus und hielt sich über der Marke von 29.000 Punkten.

Varta mit 30 Prozent Kursrutsch seit Jahresbeginn

Zweifel an den Geschäftsaussichten machen Varta Börsen-Chart zeigen erneut zu schaffen. Die Aktien des Batterie-Herstellers fallen im Frankfurter Handel um weitere 4 Prozent. Damit summiert sich das Minus der vergangenen Tage auf 31 Prozent. Das ist der stärkste Kursrutsch seit dem Börsengang 2017.

Wall Street: US-Banken verdienen Milliarden

Überraschend starke Quartalszahlen aus der US-Bankenbranche könnten am Dienstag weitere Rekordläufe an der Wall Street und den Nasdaq-Börsen nach sich ziehen. Vor allem Branchenprimus JPMorgan Börsen-Chart zeigen überzeugte.

Infolge des fortwährenden Höhenflugs der US-Börsen ist jedoch auch eine gewisse Vorsicht spürbar, etwa vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten den Iran oder auch Nordkorea betreffend. An diesem Mittwoch soll außerdem das lang ersehnte erste Handelsabkommen zwischen den USA und China unterschrieben werden.

24 US-Konzerne legen in dieser Woche Zahlen vor

"Vierundzwanzig S&P-500-Unternehmen legen in dieser Woche Zahlen vor", sagte Marktanalyst Neil Wilson von Markets.Com. Die US-Bank JPMorgan habe dabei den Auftakt gemacht und sowohl bei den Erträgen als auch den Gewinnen die Erwartungen übertroffen. Kurz darauf überzeugte auch die Citigroup mit erfreulichen Quartalszahlen, was dem Papier ein vorbörsliches Plus von zunächst ebenfalls 1 Prozent bescherte. Wells Fargo indes enttäuschte beim bereinigten Quartalsergebnis je Aktie, woraufhin deren Papiere um 3,6 Prozent nachgaben.

Am Mittwoch folgen Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen und die Bank of America mit ihren Quartalsberichten, am Donnerstag wird Morgan Stanley Zahlen veröffentlichen.

Empfehlung stützt Netflix - Apple und Alphabet auf Rekordhoch

Um 0,5 Prozent ging es vorbörslich für die Anteile des Kreditkarten-Giganten Visa hoch. Dieser übernimmt für 5,3 Milliarden Dollar das Finanztechnologie-Start-up Plaid. Eine entsprechende Vereinbarung hatten beide Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss bekannt gegeben. Plaid bietet Software zur Verknüpfung digitaler Zahlungs-Apps wie Paypals Venmo oder Transferwise mit Bankkonten an.

Dass Netflix Börsen-Chart zeigen vor dem Handelsstart um knapp 2 Prozent zulegten, könnte einem Kommentar der US-Investmentbank Goldman Sachs geschuldet sein.

Einen Blick wert sein dürften nach wie vor außerdem die Aktien von Apple , aber auch Microsoft , Facebook , Alphabet oder Tesla , die allesamt am Montag ein Rekordhoch verbucht hatten.

Tesla auf Rekordhoch - Aussagen aus China stützen

Die Aktien des Elektroautobauers Tesla Börsen-Chart zeigen notieren inzwischen deutlich über der Marke von 500 US-Dollar. Auslöser des Kursprungs zu Wochenbeginn waren Aussagen eines chinesischen Regierungsvertreters, wonach nicht geplant sei, die Subventionen für die Branche in diesem Jahr so stark zu senken wie noch 2019. Als Antrieb erwies sich zudem ein positiver Analystenkommentar: Colin Rusch von Oppenheimer & Co. sieht für die Papiere nun ein Potenzial bis 612 US-Dollar. So optimistisch ist sonst derzeit keiner der von der Nachrichtenagentur Bloomberg erfassten Fachleute. Laut Rusch hat Tesla inzwischen die kritische Größe erreicht, um nachhaltig einen positiven Barmittelzufluss zu erwirtschaften. Tesla ist an der Börse aktuell knapp 95 Milliarden US-Dollar schwer. Die alteingesessenen Autobauer GM und Ford kommen derzeit auf zusammen lediglich 87 Milliarden US-Dollar.

Sogar der gefallene Börsenstar Beyond Meat erholt sich

Unter den weiteren Technologiewerten erreichten auch Apple, Alphabet und Facebook bisher unbekannte Höhen. Zu den Anteilscheinen des Online-Netzwerkes Facebook hatten sich die Charttechniker von Index-Radar positiv geäußert: "Nach der Konsolidierung der Vormonate ist der Kurs nicht überhitzt." Der Abstand von zuletzt 17 Prozent zur 200-Tage-Durchschnittslinie, die den langfristigen Trend beschreibt, lasse noch.

Selbst die Aktie des gefallenen Börsenstars Beyond Meat setzte in dem positiven Marktumfeld ihre Erholung fort und kletterte wieder über die Marke von 100 US-Dollar. Zeitweise war das Papier des Anbieters veganer Burger von 220 bis auf 75 Dollar wieder abgestürzt. Nun hoffen Anleger auf eine Erholung, und einige Short-Seller geben ihre Wetten auf einen weiteren Kursverfall auf.


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Euro kaum verändert, Yuan legt zu, Gold fällt

Der Eurokurs hat sich am Dienstag im frühen Handel zunächst kaum verändert. Am Morgen kostete die gemeinsame Währung der 19 Euroländer 1,1140 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1126 Dollar festgesetzt. Kursgewinne verzeichnete dagegen der Yuan. Die Währung Chinas profitierte von der Entscheidung der US-Regierung, die Volksrepublik nicht mehr als Währungsmanipulator zu brandmarken. Für Auftrieb sorgten auch solide Außenhandelsdaten aus China für den Monat Dezember. Gegenüber dem US-Dollar stieg der Yuan auf den höchsten Stand seit Juli vergangenen Jahres.

Der wachsende Konjunkturoptimismus angesichts der Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China macht Gold immer unattraktiver. Das Edelmetall verbilligt sich um weitere 0,8 Prozent und kostet 1535,63 Dollar je Feinunze.

Ölpreise stabil

Die Ölpreise haben sich am Dienstag im frühen Handel kaum von der Stelle bewegt. Händler sprachen von fehlenden Impulsen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 64,30 US-Dollar. Das waren zehn Cent mehr als am Montag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI stieg ebenfalls leicht um drei Cent auf 58,11 Dollar.

In den vergangenen Tagen sind die Rohölpreise spürbar gefallen. Am Montag wurden einmonatige Tiefstände erreicht. Ein wichtiger Grund ist die tendenzielle Entspannung im Verhältnis der USA zu Iran. Wegen der geringeren Kriegsgefahr sind die Risikoaufschläge am Erdölmarkt deutlich gesunken.

Hinzu kommt eine Annäherung zwischen den USA und China. Dies unterstreicht die Entscheidung der US-Regierung, China nicht mehr als Währungsmanipulator zu brandmarken. Am Mittwoch wollen die beiden Länder eine Vereinbarung zur Entschärfung ihres Handelsstreits unterzeichnen.

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