Börse Dax und Dow steigen, Silber gibt wieder nach

Der Dax legt weiter zu. Die Aktie von FMC stürzt nach einer Gewinnwarnung ab. Der Preis von Silber gibt wieder nach.
Börse in Frankfurt: Der Dax legt zu

Börse in Frankfurt: Der Dax legt zu

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Auch am zweiten Tag im Monat Februar haben die Kurse am deutschen Aktienmarkt zugelegt. Der Leitindex Dax  stieg am Dienstag um 1,6 Prozent auf 13.835 Punkte. Der MDax  der mittelgroßen Werte legte um 1,5 Prozent zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  gewann 1,7 Prozent. Auch in den USA griffen Anleger wieder zu, der Dow Jones stieg zeitweise um 2,1 Prozent. Dagegen entwich die Luft aus den Spekulationsblasen um Gamestop und Silber.

Dax

"Wieder einmal sind es die Technologieaktien in den USA, die für eine positive Tendenz sorgen", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi. "Die Investoren hoffen auf starke Zahlen der beiden Tech-Giganten Amazon und Alphabet, die heute Abend ihre jüngsten Zahlen präsentieren werden." Die Aktien der beiden Konzerne stiegen in den USA um jeweils rund 1,6 Prozent.

Außerdem schienen die Verhandlungen über zusätzliche staatliche Konjunkturhilfen zur Abfederung der Coronavirus-Folgen in den USA voranzukommen, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "US-Präsident Joe Biden gibt bei seinem ersten großen Projekt direkt Vollgas, und das kommt an den Börsen gut an."

Höhenflug von Gamestop und Silber vorerst beendet

Bei Gamestop traten Investoren dagegen voll auf die Bremse. Die Aktien US-Videospielehändlers fielen an der Wall Street um Prozent, nachdem sie bereits zum Wochenauftakt in den USA um gut 30 Prozent eingebrochen waren. Ähnlich erging des den Titeln von AMC, die zuletzt ebenfalls kräftig zugelegt hatten. Die Papiere der Kinokette rutschten um 38 Prozent ab. "Die ganze Unterstützung und der Hype scheinen nachzulassen", sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses Avatrade. In den vergangenen Wochen hatten Kleinanleger mit konzertierten Käufen Hedgefonds zur Auflösung von Wetten auf den Verfall des Gamestop-Kurses gezwungen.

Auch bei Silber machten Anleger Kasse und drückten den Preis des Edelmetalls acht Prozent ins Minus auf 26,68 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm), nachdem es am Montag ein Acht-Jahres-Hoch von 30,03 Dollar erreicht hatte. Ähnlich wie bei Gamestop sei es in den einschlägigen Anleger-Foren im Internet recht ruhig, fügte Aslam hinzu. Vor diesem Hintergrund flogen auch die Aktien von Silberminen-Betreibern aus den Depots. Die Papiere von Fresnillo fielen in London um knapp fünf Prozent, die von Hochschild um zehn Prozent. An der Wall Street gaben Konkurrenten wie Pan American Silver, Fortuna Silver und Coeur zwischen elf und 18 Prozent nach.

FMC Aktie verliert zweistellig nach Gewinnwarnung

Am deutschen Aktienmarkt fielen die Titel von Fresenius Medical Care (FMC) um gut zehn Prozent. Der vom Dialyse-Spezialisten erwartete Gewinneinbruch falle deutlich höher als von ihm vorhergesagt, kommentierte Analyst James Vane-Tempest von der Investmentbank Jefferies. Im Sog von FMC rutschten die Titel der Mutter Fresenius um drei Prozent ab.

Nasdaq

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Im MDax  der mittelgroßen Titel verteuerten sich Airbus  um 4,5 Prozent. Die Investmentbank Citigroup machte mit einem Kursziel von 102 Euro ein Aufwärtspotenzial von mehr als 20 Prozent aus. Zudem riet die Bank Morgan Stanley zum Kauf der Papiere des Flugzeugherstellers.

Eine Verkaufsempfehlung der Baader Bank ließ den Kurs des Schmierstoffherstellers Fuchs Petrolub  um 1,7 Prozent nachgeben. Die Aktien waren das Schlusslicht im MDax . Wacker Chemie  stiegen dagegen um 1,9 Prozent. Analyst Markus Mayer von der Baader Bank lobte einen überraschend hohen Nettogewinn des Zulieferers für die Solar-, Bau- aber auch Pharmaindustrie im vierten Quartal.

Der Energiekonzern Siemens Energy will in der Sparte Gas & Power 7800 Stellen streichen. Das half dem Kurs aber nicht, dieser verlor 1,4 Prozent. Die Kryptowährung Bitcoin legte am Dienstag wieder zu und setzte ihren Erholungskurs fort.

Bitcoin

Euro unter Druck, Pfund im Aufwind

Am Devisenmarkt erreichte das Pfund Sterling zeitweise ein Neun-Monats-Hoch von 1,1368 Euro. Dank der vergleichsweise großen Fortschritte bei den Coronavirus-Massenimpfungen hoben die Volkswirte der ING Bank ihre Wachstumsprognosen für Großbritannien an. Nach ihrer Einschätzung ist das Pfund zum Euro sieben Prozent unterbewertet.

EUR/USD

Parallel dazu fiel die Gemeinschaftswährung Euro auf ein Zwei-Monats-Tief von 1,2025 Dollar. Hierzulande seien die Aussichten düsterer, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. "Denn die Impfkampagnen laufen sehr schleppend, weshalb die Lockdowns verlängert und teilweise sogar verschärft werden." Dies werde sich in den anstehenden Konjunkturdaten niederschlagen.

Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise sind am Dienstag gestiegen und haben damit die Bewegung vom Wochenauftakt fortgesetzt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 56,89 US-Dollar. Das waren 54 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 57 Cent auf 54,12 Dollar. Seit Beginn der Handelswoche ist der Preis für US-Öl damit mehr als 4 Prozent gestiegen.

Brent

Brent

Marktbeobachter verwiesen auf eine zuletzt allgemein freundliche Stimmung an den internationalen Finanzmärkten, die am Morgen auch den Ölpreisen Auftrieb verlieh. Mit der stärkeren Risikofreude sank darüber hinaus die Nachfrage nach dem Dollar, was den Kurs der Weltreservewährung am Morgen belastete. Da Rohöl auf dem Weltmarkt in der amerikanischen Währung gehandelt wird, macht eine Dollar-Schwäche den Rohstoff in Ländern außerhalb des Dollarraums günstiger und stärkt somit die Nachfrage.

mit dpa-afx und Reuters
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