Börsenschluss Daimler treibt Dax fast auf 13.000 Punkte

Der Dax hat die dritte Woche in Folge mit Kursgewinnen beendet. Überraschend gute Zahlen von Daimler ziehen eine Phalanx aus Autowerten ins Plus.
Deutsche Börse in Frankfurt am Main

Deutsche Börse in Frankfurt am Main

Foto: ALEX DOMANSKI/ REUTERS

Eine überraschend robuste Geschäftsentwicklung von Daimler hat am Freitag der Autobranche Rückenwind verliehen und den Dax  vor Verlusten bewahrt. Der deutsche Leitindex rückte im insgesamt recht ruhig verlaufenen Handel um 0,35 Prozent auf 12.919,61 Punkte vor und fuhr damit ein Wochenplus von 2,3 Prozent ein. Es ist zugleich sein dritter Wochengewinn in Folge.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax  gab um 0,47 Prozent auf 26.937,43 Zähler nach. Verluste bei Schwergewichten wie Airbus, Symrise, Sartorius, Zalando und auch Hellofresh belasteten.

Europaweit zeigten sich die Börsen zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,01 Prozent höher auf 3365,60 Zählern. In Paris wurden leichte Abgaben verzeichnet, in London leichte Gewinne.

Anleger schauen gespannt nach Brüssel, wo der EU-Sondergipfel läuft. Dort geht es unter anderem um das Milliardenprogramm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise.

Daimler musste im zweiten Quartal zwar einen operativen Verlust von 1,7 Milliarden Euro verbuchen, Analysten hatten jedoch mit einem noch höheren Minus gerechnet. Die Aktie lag mit einem Plus von 4,4 Prozent an der Spitze des Dax.

Von der positiven Überraschung profitierten auch die Papiere der anderen Autobauer und -zulieferer im Leitindex: BMW  und Volkswagen  sowie Infineon  und Continental  mit Kursgewinnen von 1,4 bis 2,6 Prozent.

Wirecard-Aktien  büßten am Dax-Ende 5,7 Prozent ein. Der nach einem Bilanzskandal inzwischen insolvente Zahlungsabwickler könnte womöglich noch vor dem offiziellen Termin im September aus der ersten Börsenliga herausgeworfen werden. Wie der zur Deutschen Börse gehörende Index-Anbieter Stoxx mitteilte, wurde eine so genannte Marktkonsultation zum Umgang mit insolventen Unternehmen eingeleitet, die in einem der Dax-Indizes gelistet sind.

Bei den Nebenwerten fielen Adva mit einem Kurssprung von knapp 11 Prozent auf. Umsatz und Gewinn des Netzwerkausrüsters legten im zweiten Quartal deutlich stärker zu als erwartet.

Wall Street zwischen Konjunkturhilfe und Corona-Rekord

Die Indizes der Wall Street lagen zum europäischen Handelsschluss kaum entfernt vom Vortagesschluss. Die Anleger waren hin- und hergerissen zwischen der Aussicht auf ein großes Konjunkturpaket, das am kommenden Montag im Kongress beraten werden soll, und den Rekordzahlen neuer Infektionen mit dem Coronavirus.

Enttäuschung über die Prognosen für das weitere Wachstum setzte den Papieren von Netflix zu, die mehr als 6 Prozent abgaben. Nach dem Kundenzustrom in den ersten Monaten der Corona-Krise rechnet der Online-Videodienst nun mit geringeren Anstiegsraten.

Euro-Kurs steigt

Der Euro hat am Freitag von einem schwächeren US-Dollar profitiert. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,1435 Dollar. Sie lag damit nur knapp unter dem am Mittwoch erreichten viermonatigen Höchststand gegenüber dem Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1428 (Donnerstag: 1,1414) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8750 (0,8761) Euro.

Ölpreise geben weiter nach

Die Ölpreise sind am Freitag gesunken. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  43,09 US-Dollar. Das waren 28 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 26 Cent auf 40,50 Dollar.

Sie knüpften damit an die Verluste vom Donnerstag an. Am Markt wurde auf die Sorge verwiesen, dass sich die Konjunkturerholung in den USA angesichts der weiter um sich greifenden Corona-Pandemie abschwächen könnte.

Im Verlauf der Woche hatte auch die Förderpolitik der in der Opec+ zusammengefassten Ölstaaten die Ölpreise belastet. In der Opec+ haben sich Mitglieder des Kartells mit anderen Ölstaaten wie Russland zusammengeschlossen. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass eine vereinbarte Kürzung der Fördermenge ein Stück weit zurückgenommen wird. Damit werden die Staaten der Opec+ ab August wieder mehr Rohöl auf den Markt bringen.

ak/mg/dpa-afx/Reuters
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