Börse Dax erreicht Rekordhoch, VW überspringt 200-Euro-Marke

Der Dax markiert am Dienstag ein Rekordhoch. Die Aktie von VW notiert erstmals seit 2015 wieder über der Marke von 200 Euro.
Bulle und Bär vor der Deutschen Börse: Der Dax bleibt auf Rekordkurs

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse: Der Dax bleibt auf Rekordkurs

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Rupert Oberhäuser/ imago images

Nach dem trägen Wochenstart hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag wieder an Schwung gewonnen. Der Dax  baute bis zum Nachmittag seine Gewinne aus und kletterte im Handelsverlauf bis auf 14.597 Punkte - das ist das höchste Niveau in der Geschichte des deutschen Leitindex. Auch die Aktie von VW erreichte ein Sechsjahreshoch. Positive Impulse kamen erneut von der Wall Street, wo sich die Rekordserie beim Dow Jones Industrial und beim S&P 500 zunächst fortsetzte.

Dax

Der MDax  der mittelgroßen Unternehmen stieg am Dienstag um 0,39 Prozent auf 31.936,21 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  ging es um rund 0,3 Prozent nach oben.

US-Börsen: Dow und S&P 500 klettern weiter

Zum Auftakt der zweitätigen geldpolitischen Beratungen der Notenbank (Fed) zeigen sich Anleger auch in den USA weiter zuversichtlich. Der breit gefasste Index S&P 500 gewann am Dienstag im frühen Handel 0,2 Prozent auf 3976,10 Punkte und markierte damit ein erneutes Rekordhoch. Der US-Standardwerteindex Dow Jones Industrial  legte ebenfalls leicht zu.

"Investoren hoffen, dass sich die US-Notenbank klar positioniert, wie sie den jüngsten Zinsanstieg revidieren oder zumindest stoppen will", kommentierte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Es besteht das Risiko, dass der Aufwärtsdruck bei den Zinsen anhält, wenn die Märkte mit den Aussagen der Fed nicht zufrieden sind." Robert Pavlik, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Dakota Wealth, hält in diesem Fall einen Sprung der Renditen bei den richtungweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen über die Marke von zwei Prozent für möglich. Am Dienstag rentierten diese T-Bonds bei 1,595 Prozent.

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte Starbucks. Die Titel der Kaffeehaus-Kette stiegen um knapp zwei Prozent auf ein Rekordhoch von 110,78 Dollar. Eine überraschend rasche Wiedereröffnung der Filialen sowie die Corona-Staatshilfen in den USA seien die Grundlage für eine kraftvolle Erholung des Geschäfts, prognostizierten die Analysten des Brokerhauses BTIG und empfahlen die Papiere zum Kauf.

Nasdaq 100

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Die Anleger setzen weiter auf einen "Post-Virus Boom", erklärte Marktstratege Stephen Innes von Axi. Dabei vertrauten sie auch auf eine maßvolle Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Zuletzt hatten Inflationssorgen und ein Renditeanstieg punktuell immer wieder für Unruhe gesorgt.

VW erstmals wieder über 200 Euro

Nach endgültigen Geschäftszahlen und Strategiesignalen stiegen die Vorzugsaktien von Volkswagen am Dienstag erstmals seit 2015 wieder über die Marke von 200 Euro. Die Papiere der Wolfsburger gewannen an der Dax-Spitze bis zu 5 Prozent. Der Fokus liegt auf dem Ausbau der Plattformstrategie und den ambitionierten E-Technologie-Plänen. Ein etwas trüberer Ausblick ließ die Aktien von RWE  leicht nachgeben. Erste Analystenäußerungen zeigten sich allerdings kaum enttäuscht von den Geschäftszahlen und -zielen.

Trauriger Ausblick bei Fraport, Zuversicht bei Zalando

Die Aktien von Fraport  reagierten mit einem Verlust von 2,5 Prozent auf die Zahlen und den Ausblick des Frankfurter Flughafenbetreibers. Händler zeigen sich in ersten Reaktionen leicht enttäuscht von den Konzernzielen für das laufende Jahr.

Ein starker Ausblick ließ die Papiere von Zalando  um 4 Prozent steigen. Experten reagierten positiv auf die Ziele des Online-Modehändlers.

Morphosys fällt auf 12-Monats-Tief

Nach einem enttäuschenden Ausblick sackten die Papiere von Morphosys  am MDax-Ende um mehr als 10 Prozent auf den tiefsten Stand seit zwölf Monaten ab. Mehrere Experten sprachen in ersten Reaktionen mit Blick auf den Umsatzausblick des Biotech-Unternehmens von einer Enttäuschung.

Wacker Chemie  traut sich wegen der fortgesetzten Konjunkturerholung und guter Geschäfte mit der Solarindustrie 2021 ein Umsatz- und Gewinnplus zu. Allerdings bremsen höhere Rohstoffkosten das Gewinnwachstum. Analysten hatten sich mehr Optimismus erhofft. Die Anleger zeigten sich enttäuscht und schickten die Aktie um 5,6 Prozent nach unten.

Bitcoin: Gewinnmitnahmen nach Rekordhoch

Bei der Kryptowährung Bitcoin belasteten weiterhin Gewinnmitnahmen, nachdem Bitcoin am Sonntag ein Rekordhoch von knapp 62.000 US-Dollar erreicht hatte. Zuletzt pendelte die Cyberdevise um die Marke von 55.000 US-Dollar.

Bitcoin

Euro weiter über 1,19 Dollar

Der Euro hat sich am Dienstag zunächst über der Marke von 1,19 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1930 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Der Handel zwischen Euro und Dollar verlief in ruhigen Bahnen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1920 Dollar festgesetzt.

USD/EUR

Am Dienstag werden einige Konjunkturdaten veröffentlicht, für die sich Anleger interessieren. In Deutschland gibt das Mannheimer ZEW-Institut sein monatliches Konjunkturbarometer bekannt. Es wird mit einer leichten Aufhellung gerechnet. In den USA stehen Umsatzdaten aus dem Einzelhandel und Produktionszahlen aus der Industrie an. Die Daten geben einen Eindruck über den konjunkturellen Zustand der größten Volkswirtschaft der Welt.

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel nachgegeben. Händler nannten den etwas stärkeren US-Dollar als Grund. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 68,31 Dollar. Das waren 57 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass amerikanisches Erdöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) fiel um 60 Cent auf 64,79 Dollar.

Brent

Der festere Dollar übte moderaten Druck auf die Erdölpreise aus. Hintergrund sind Wechselkurseffekte: Steigt der Dollar, wird Rohöl rechnerisch teurer für Abnehmer außerhalb des Dollarraums. Das lastet auf deren Nachfrage und drückt meist auf das Preisniveau am Ölmarkt.

Die Ölpreise haben sich in den vergangenen Monaten deutlich von ihrem scharfen Einbruch in der ersten Corona-Welle vor etwa einem Jahr erholt. Zuletzt ließ der Schwung aber etwas nach. Ein Grund dafür sind konjunkturelle Risiken in der Europäischen Union, wo die Corona-Impfkampagne nicht erst seit der Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen stockt.

mg/dpa-afx, Reuters