Börsenschluss Dax und Dow markieren weitere Rekorde

Der Dax schließt am Dienstag mit neuem Rekord über 14.400 Punkten. Aktien von Continental fliegen nach enttäuschendem Ausblick aus den Depots. Der Bitcoin setzt seinen Höhenflug dagegen fort.
Dax-Kurve in Frankfurt: Rallye mit geringerem Tempo fortgesetzt

Dax-Kurve in Frankfurt: Rallye mit geringerem Tempo fortgesetzt

Foto: Lisi Niesner / REUTERS

Der Dax  hat am Dienstag mit 14 475 Punkten die nächste Bestmarke folgen lassen. Anders als noch zuletzt wurden nun auch die jüngst ins Stocken geratenen Corona-Gewinneraktien wieder zur Stütze - zusätzlich zu den zyklischen Werten, die jüngst wegen der erwarteten Konjunkturerholung das Zugpferd waren. Aus dem Handel ging der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 14.437,94 Punkte. In der zweiten Börsenreihe brachte es der MDax  der mittelgroßen deutschen Unternehmen mit 31 623,80 Punkten letztlich auf ein Plus von 1 Prozent. Der EuroStoxx 50  kletterte um 0,6 Prozent.

Dax

An der Wall Street erlebten die Technologiewerte nach ihren Vortagesverlusten am Abend ein Comeback: Der Nasdaq 100  kletterte um 4 Prozent auf 13.117 Punkte. Der Dow Jones  stieg um 1,1 Prozent auf ein Rekordhoch von 32.150 Zählern. Der breitere Index S&P 500  gewann 2,1 Prozent auf 3897 Punkte.

Nasdaq 100

Für Rückenwind sorgte die Aussicht auf ein 1,9 Billionen Dollar schweres Corona-Hilfsprogramm in den USA, über das am Mittwoch abschließend im Repräsentantenhaus abgestimmt werden soll. Im Zusammenspiel mit der fortschreitenden Impfkampagne rechnet die OECD in ihrer neuen Prognose für die Weltwirtschaft damit, dass Amerika schon in diesem Jahr die Corona-Krise wieder hinter sich lässt.

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Börsengang von koreanischem Händler Coupang mit 58 Milliarden Dollar Firmenwert

Der südkoreanische Onlineversandhändler Coupang wird bei seinem Börsengang in New York mit mehr als 58 Milliarden Dollar bewertet. Das Unternehmen aus Seoul, zu dessen Eigentümern der Vision Fund des japanischen Technologieinvestors Softbank gehört, erhöhte die Preisspanne auf 32 bis 34 (bisher 27 bis 30) Dollar je Aktie. Mit einem Erlös von bis zu 4,08 Milliarden Dollar wäre es der größte Börsengang in den USA in diesem Jahr.

Auch Linux-Betreiber Suse angeblich vor Milliarden-IPO

Das Nürnberger Softwareunternehmen Suse peilt Insidern zufolge einen Börsengang im Frühsommer an. Der Anbieter des Betriebssystems Linux könne dabei zwischen sieben und acht Milliarden Euro bewertet werden, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Mit der Organisation des Aktienmarktdebüts in Frankfurt seien die Bank of America, Morgan Stanley sowie Goldman Sachs, Deutsche Bank und Jefferies betraut. Der gesamte Prozess könne im Mai starten.

Die 1992 gegründete Firma Suse gehört dem schwedischen Finanzinvestor EQT, der sie vor rund zwei Jahren für rund 2,5 Milliarden Dollar von Micro Focus übernommen hat. EQT wollte keine Stellung nehmen. Die Banken wollten ebenfalls nicht kommentieren oder waren zunächst nicht erreichbar.

Corona-Gewinner erneut an der Spitze, Continental-Aktie bricht ein

Die nach starkem Lauf in den vergangenen Tagen abgestraften Aktien des Energiekonzerns RWE , des Chipherstellers Infineon  oder das Essenlieferdienstes Delivery Hero  erholten sich im Dax zwischen 2,3 und 4,6 Prozent.

Auch in der zweiten Börsenreihe eroberten "Corona-Krisengewinner" die Spitzenränge: Aktien von Teamviewer  und Hellofresh  zogen im MDax jeweils um mehr als 4 Prozent an, jene von Home24  im SDax sogar um 13 Prozent.

Ansonsten standen am Dienstag die Geschäftszahlen etlicher Unternehmen im Fokus. Im Autosektor dämpfte Continental etwas die zuletzt prächtige Stimmung, die Aktien  sackten ausgehend von ihrem Hoch seit Ende 2019 als Dax-Schlusslicht um 8 Prozent ab. Der Ausblick des Autozulieferers wurde zur Euphoriebremse.

Continental

Bei der Deutschen Post dagegen blieb die am Vortag schon spürbare Euphorie nach finalen Jahreszahlen mit einem Rekordhoch erhalten. Der Logistikkonzern hob bei der Bilanzvorlage die Ziele für 2021 erneut an, da er wegen eines weiter wachsenden Onlinehandels mit einem anhaltenden Paketboom rechnet. Die Anteilsscheine  gewannen knapp 3 Prozent an Wert hinzu.

Ansonsten fielen die Aktien von K+S  auf. Sie drehten ins Plus und erreichten in der Spitze über der 10-Euro-Marke ein Hoch seit Anfang Januar. Angesichts einer laufenden, von der Bafin initiierten Prüfung wirkte es beruhigend, dass der Düngemittelkonzern von seinem Wirtschaftsprüfer ein Testat des Jahresabschlusses 2020 erhielt.

Bitcoin steigt auf Zwei-Wochen-Hoch

Die Digitalwährung Bitcoin  hat am Dienstag Fahrt in Richtung Rekordhoch aufgenommen. Am Nachmittag wurde die älteste und bekanntesten Kryptowährung auf der Handelsplattform Bitstamp zeitweise bei 54.750 US-Dollar gehandelt und damit zum höchsten Kurs seit zwei Wochen. Im Vergleich zum Montag stieg der Kurs um mehr als 4 Prozent. Damit bewegt sich der Bitcoin weiter in Richtung Rekordhoch, das Mitte Februar bei mit 58.354 Dollar erreicht wurde.

Euro kaum verändert nach Talfahrt

Der Euro beendete am Dienstag erst einmal seine Talfahrt und notierte zuletzt bei 1,1888 US-Dollar.

USD/EUR

Erst am Morgen konnte sich der Eurokurs stabilisieren, nachdem er in der vergangenen Nacht zeitweise bis auf 1,1836 Dollar gefallen war und damit auf den tiefsten Stand seit vergangenem November. Mit der Aussicht auf eine stärkere konjunkturelle Entwicklung in den USA hatte der Dollar an Stärke gewonnen.

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise gaben im Tagesverlauf wieder etwas nach. Der Preis der europäischen Leitsorte Brent sank um 0,8 Prozent auf 67,72 Dollar je Fass. US-Öl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,2 Prozent auf 64,26 Dollar.

Brent

Zum Wochenauftakt waren die Ölpreise zunächst stark gestiegen und der Preis für US-Öl hatte zeitweise den höchsten Stand seit 2018 erreicht. Im Verlauf setzte dann aber eine deutliche Gegenbewegung ein und die Notierungen konnten sich erst am Dienstagmorgen wieder stabilisieren. Die Gegenbewegung am Ölmarkt erklärten Marktbeobachter mit einem festeren Dollar, der Rohöl in Ländern außerhalb des Dollar-Raums verteuerte und somit die Nachfrage bremste.

ak, rei/Reuters, dpa-afx