Börse Dax im Plus, Tesla-Aktie auf Rekordhoch

Der Dax legt zu. An der Nasdaq stürmt die Aktie des Elektroautobauers Tesla auf ein Rekordhoch - und zieht den Nasdaq-Index mit.
Tesla Model 3: Die Tesla-Aktie setzt ihre Rekordjagd fort. Sie gehört zu den beliebtesten Aktien des Corona-Jahres

Tesla Model 3: Die Tesla-Aktie setzt ihre Rekordjagd fort. Sie gehört zu den beliebtesten Aktien des Corona-Jahres

Foto: HANDOUT/ REUTERS

Weitere Kursgewinne: Der Dax  notierte am Montag zum Handelsschluss 0,15 Prozent höher bei 12.920 Punkten. Zu den Gewinnern am Montag gehörten die Aktien von Infineon  und der Deutschen Post mit Gewinnen zwischen 3,5 und 2,5 Prozent, während die Aktie von Wirecard ihren Kurssturz mit einem Minus von 8 Prozent auf 1,20 Euro fortsetzte. In den USA setzte die US-Techbörse Nasdaq 100 ihre Rekordjagd fort und kletterte auf 11.265 Punkte. Zu den größten Gewinnern an der Nasdaq gehörte einmal mehr die Aktie des US-Elektroautobauers Tesla , die um 7 Prozent auf 1772 US-Dollar stieg. Das Papier notiert damit auf Rekordhoch und hat sich seit März mehr als verdreifacht.

Auch alternative Anlageziele wie die Rohstoffe Gold und Silber sowie die Kryptowährung Bitcoin  setzten ihre Kursrally fort. Der Bitcoin-Kurs stieg am Montag zeitweise über die Marke von 12.000 US-Dollar und notiert damit auf dem höchsten Niveau seit 12 Monaten. Die Geldflut der Notenbanken treibt zahlreiche Anleger in alternative Währungen, da die Ausgabe von Bitcoin auf eine Höchstzahl begrenzt ist - im Gegensatz zu Euro und Dollar.

Für Furore sorgte auch die Aktie von Curevac, die nach ihrem erfolgreichen Börsendebüt an der Nasdaq am Freitag nun am Montag ihre Kursrally fortsetzte und im europäischen Handel zeitweise um weitere 60 Prozent auf 75 Euro stieg. Die Aktie des Impfstoffherstellers war am Freitag zu einem Preis von 16 Dollar an der Nasdaq gestartet, die Erstnotiz lag bei 44 Dollar. Bei einem Kurs von 78 Euro setzten am Montag Mittag jedoch Gewinnmitnahmen ein, die Aktie gab wieder auf zuletzt 68 Euro nach und ist damit beliebtes Objekt kurzfristiger, spekulativer Anleger. Der Finanzchef des Unternehmens, das an einem Corona-Impfstoff arbeitet, hatte am Wochenende der "Financial Times" erklärt, man wolle mit einem möglichen Impfstoff auch Gewinne erzielen. "Wir können das nicht zum Selbstkostenpreis machen. Wir haben Investoren, die seit zehn Jahren Geld in das Unternehmen stecken, also sollte es eine kleine Rendite für sie geben", sagte Pierre Kemula.

Der MDax  sank am Morgen um 0,34 Prozent auf 27.219,90 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  zeigte sich zugleich prozentual unverändert bei 3304,90 Zählern. "Die Vorgaben der Börsen aus den USA und Asien sind gemischt, so dass von dieser Seite kaum Impulse kommen", ergänzte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. "Zudem neigt sich die Quartalsberichtssaison dem Ende zu und gibt ebenfalls kaum noch Impulse für den Gesamtmarkt." Dagegen rückten verstärkt wieder die Themen Corona-Entwicklung sowie der Handelskonflikt USA und China in den Vordergrund. Zuletzt hatte die US-Regierung eine positive Zwischenbilanz des im Januar unterzeichneten Handelsabkommens mit China gezogen. Am Samstag hatte erstmals die halbjährliche Überprüfung des "Phase 1"-Abkommens hinsichtlich seiner Umsetzung angestanden.

Angesichts der wieder steigenden Corona-Neuinfektionen dürfte die Unsicherheit allgemein wieder wachsen und könnte sich dann rasch an den Handelsplätzen widerspiegeln. In Deutschland nimmt die Zahl der Neuinfizierten seit Ende Juli zu. Experten sind besorgt über einen womöglich starken Anstieg der Fallzahlen, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt. Sorge bereitet auch die Einstufung von fast ganz Spanien als Risikogebiet. Im Vordergrund steht die Frage, ob erneute Einschränkungen drohen, die eine Konjunkturerholung ausbremsen könnten.

Dow Jones kaum verändert, Tesla und Nasdaq auf Rekordkurs

Die Hängepartie an der Wall Street geht zu Wochenbeginn weiter. Der Dow Jones Industrial , der den Corona-Crash in den vergangenen Monaten fast wieder ausgeglichen hat, tat sich am Montag nahe der Marke von 28 000 Punkten weiter schwer, neue Impulse zu finden. Mit einem Minus von 0,20 Prozent auf 27 874,93 Punkte bewegte sich der New Yorker Leitindex in seiner engen Spanne der vergangenen Handelstage. Eher bremsend wirkten sich aktuelle Konjunkturdaten aus: In den USA ist die Stimmung in den New Yorker Industrieunternehmen im August schlechter gewesen als von Analysten erwartet worden war.

Besser starteten aber die Technologiewerte in die neue Woche. Deren Auswahlindex Nasdaq 100 begab sich erneut auf Rekordjagd und notierte am Montag im frühen Handel mit 11.263 Punkten nur knapp unter Rekordhoch. Vor allem die Aktie von Tesla  gehörte zu den Gewinnern und markierte mit einem Plus von 7 Prozent auf 1789 US-Dollar ein Rekordhoch. Im Dow jedoch belasteten schwache Finanzwerte und eine Kursschwäche bei Boeing .

Aus dem insgesamt unter Druck stehenden Finanzsektor sanken die Aktien von Goldman Sachs und JPMorgan im Dow jeweils um fast zwei Prozent. Laut Händlern litten die großen Bankentitel darunter, dass die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway von Investorenlegende Warren Buffett ihre Anteile an vielen der Top-Namen der Branche reduziert hatte.

Bei Principia Biopharma konnten sich die Anleger schon vor Handelsbeginn über einen Kursanstieg von rund neun Prozent auf 99,12 US-Dollar freuen. Der französische Pharmakonzern Sanofi will mit der milliardenschweren Übernahme des US-Konzerns sein Geschäft mit Medikamenten gegen Autoimmunerkrankungen und Allergien stärken. Sanofi bietet 100 Dollar je Aktie in bar, was einer Bewertung von insgesamt rund 3,68 Milliarden Dollar entspricht. Mit einem Abschluss des Deals, dem beide Unternehmen bereits zugestimmt haben, wird im vierten Quartal 2020 gerechnet.

Reisewarnung für Spanien belastet Tourismusbranche

Unter den Einzelwerten in Europa standen angesichts neuer Corona-Sorgen und der Reisewarnung für fast ganz Spanien mit den Balearen-Inseln erneut Aktien von Flug- und Reiseunternehmen im Fokus der Anleger. Hierzulande büßte das Papier der Lufthansa , die an ihrem Reiseplan nach Spanien weiter festhält, im MDax um rund 2 Prozent ein. Auch die Aktien des Flughafenbetreibers Fraport  verloren im MDax der mittelgroßen Werte 1,5 Prozent. Der europäische Reise- und Freizeitsektor war mit minus 0,6 Prozent der schwächste aller 19 Sektoren. Auch die Aktien der vom Tourismus stark abhängigen Billigflieger Ryanair  und Easyjet  mussten zum Wochenbeginn ebenfalls Verluste verkraften: Die Papiere fielen an der Londoner Börse jeweils um 1,4 Prozent. "Lufthansa und Eurowings fliegen auch weiterhin nach Spanien - inklusive Mallorca", zitierte die "Bild"-Zeitung am Sonntag einen Unternehmenssprecher. Trotz der jüngsten Reisewarnung gebe es nach wie vor eine gute Auslastung. Der Reisekonzern TUI  indes hatte nach der Reisewarnung für fast ganz Spanien die geplanten Pauschalreisen dorthin abgesagt. Die an der Londoner Börse notierten Aktien von Tui büßten daraufhin 3,3 Prozent ein.

Die Experten von der Commerzbank wiesen darauf hin, dass die von der Warnung betroffenen Reiseziele "im Normalfall" mehr als ein Fünftel aller Reiseziele im Portfolio von Tui beträfen. Gegenwärtig seien es weniger, nicht zuletzt wegen einer 14-tägigen Quarantäne, die in Großbritannien erlassen wurde. Bei Tui seien die vergangenen Wochen enttäuschend verlaufen, so die Analysten. Dank der staatlichen Unterstützungen für das Unternehmen werde dieses es aber wohl über den Winter schaffen.

Die Anteilsscheine von Grand City Properties  verloren 1,0 Prozent. Der Wohnimmobilienkonzern gab Halbjahreszahlen bekannt und sieht sich auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Händler und Analysten werteten die Aussagen allerdings als "kaum bewegend".

Umstufungen bewegten die Papiere von Qiagen  und Scout24 . Die Privatbank Berenberg empfiehlt nun Qiagen nun zum Kauf. Zugleich hob sie das Kursziel des Biotechnologie- und Gendiagnostikunternehmens nach der gescheiterten Übernahme durch Thermo Fisher von 39 auf 50 Euro an. Qiagen sei auch ohne den US-Technologiekonzern stark, hieß es. Der Anteilsscheine gewann im MDax 0,6 Prozent.

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Japanische Wirtschaftsdaten drücken Börse in Tokio

Asiens wichtigste Börsen haben am Montag keine gemeinsame Richtung gefunden. In China ging es dank der Schützenhilfe der heimischen Geldpolitik steil bergauf. Dagegen gaben die Kurse in Japan nach und folgten damit der jüngsten Entwicklung an den europäischen Handelsplätzen.

Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen legte am Montag zuletzt um 2,28 Prozent auf 4811,68 Punkte zu. Der Hang Seng der Sonderverwaltungszone Hongkong gewann 0,95 Prozent auf 25 421,29 Punkte.

Von der chinesischen Notenbank bereitgestellte Finanzspritzen für Banken schürten offenbar Hoffnungen auf noch weitergehende geldpolitische Unterstützungsmaßnahmen. Dass Kreisen zufolge Gespräche zwischen China und den USA über Fortschritte im Handelsabkommen beider Länder verschoben wurden, ließ die Anleger kalt. Gleiches galt für den zunehmenden Druck von US-Präsident Donald Trump auf den chinesischen Mutterkonzern der Video-App TikTok, seine US-Aktivitäten zu verkaufen.

Derweil sank der japanische Nikkei-Index  um 0,83 Prozent auf 23.096,75 Punkte. Dazu passte die Nachricht, dass die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft im zweiten Quartal einen deutlichen Einbruch erlitten hatte.

Japan war bereits in den beiden Vorquartalen geschrumpft und steckt damit in einer Rezession. Ökonomen hatten zwar erwartet, dass der Einbruch diesmal noch viel heftiger ausfallen würde, und rechnen im laufenden Quartal wieder mit einem deutlichen Aufschwung. Doch dürfte es laut Experten noch lange dauern, bis sich das Land vollständig von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholen wird.

Euro legt leicht zu

Der Euro ist am Montag mit leichten Kursgewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1855 US-Dollar und damit etwas mehr als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1813 Dollar festgesetzt.

Der Wochenstart dürfte am Devisenmarkt zumindest mit Blick auf die erwarteten Konjunkturdaten eher ruhig ausfallen. In der Euro-Zone stehen keine nennenswerten Wirtschaftszahlen auf dem Programm. In den USA werden ein Stimmungsindikator aus der Industrie und Zahlen vom Immobilienmarkt veröffentlicht. Notenbanker halten sich mit öffentlichen Auftritten weitgehend zurück.

Ölpreise legen leicht zu

Die Ölpreise sind am Montag mit leichten Aufschlägen in die neue Woche gestartet. Starke Impulse gab es zunächst allerdings nicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 45,14 US-Dollar. Das waren 34 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 39 Cent auf 42,40 Dollar.

In dieser Woche richtet sich die Aufmerksamkeit der Ölinvestoren auf ein Treffen des Erdölkartells Opec. Am Mittwoch kommen Fachleute der Organisation in einem wichtigen Gremium zusammen, um die Einhaltung von Produktionsabsprachen zu überprüfen.

In der Corona-Krise hat die Opec ihre Förderung zusammen mit anderen großen Rohölnationen wegen des krisenbedingten Nachfrageeinbruchs stark eingeschränkt. Anfang August wurde ein Teil dieser Beschränkungen in der Hoffnung auf eine konjunkturelle Belebung aufgehoben. Bisher hat der Ölmarkt diese Lockerung gut verkraftet.

la/cr/mg/dpa-afx, Reuters
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