Montag, 1. Juni 2020

Börse Dax schließt im Minus, Nasdaq klettert weiter

Dax Kurstafel an der Frankfurter Börse

Der Dax schließt im Minus. In den USA dagegen legen Dow Jones und Nasdaq weiter zu. Die Aktie des Chipherstellers Nvidia erreicht ein Rekordhoch.

Schaukelbörse: Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Montag zunächst an seine jüngsten Kursgewinne angeknüpft, ist dann aber wieder ins Minus gedreht. Der deutsche Leitindex rückte im frühen Handel um 0,6 Prozent auf 10.965 Punkte vor, gab dann aber seine Gewinne komplett wieder ab und schloss auf Xetra mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 10.824 Punkten. Bereits vor zwei Wochen war der Dax an der Marke von 11.000 Zählern abgeprallt. Zu den Verlierern im Dax zählten am Montag die Aktien von Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, Henkel Börsen-Chart zeigen und Covestro Börsen-Chart zeigen mit Verlusten zwischen 1 und 2 Prozent.

Der Wunsch in der Corona-Krise nach einer Rückkehr zur Normalität ist unterdessen groß. Viele europäische Länder wagen zum Wochenstart weitere Schritte. In Deutschland werden in mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Bayern etwa die Auflagen zur Eindämmung des Virus weiter gelockert.

Wirecard und Bitcoin im Fokus

Bei den Unternehmen stach Wirecard Börsen-Chart zeigen zunächst mit einem Kursplus von 12 Prozent heraus, gab dann aber einen Großteil seiner Gewinne wieder ab. Der Zahlungsdienstleister baut nach Vorwürfen von Bilanztricksereien den Vorstand um. Der umstrittene Firmenchef Markus Braun bleibt allerdings im Amt. Es bleibe aber abzuwarten, ob der Kurssprung eine Folge aufgelöster Wetten auf einen weiteren Kursverlust sei oder langfristige orientierte Investoren Vertrauen in Wirecard zurückgewonnen hätten, sagte ein Börsianer.

Gefragt waren auch die Titel von LEG Börsen-Chart zeigen, die sich um 3,5 Prozent verteuerten. Analyst Thomas Rothäusler von der Investmentbank Jefferies lobte die Quartalsergebnisse der Immobilienfirma als solide. Positiv seien außerdem die optimistischen Aussagen zur Wertentwicklung der Grundstücke und Gebäude.

Von Interesse ist zudem der Kurs der Kryptowährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen nach heftigen Schwankungen am Wochenende. Am Freitag war der Kurs der Cyberwährung zeitweise wieder über die Marke von 10.000 Dollar gestiegen. Heute brach der Kurs der ältesten und wichtigsten Cyber-Devise um 15 Prozent auf 8494,72 Dollar ein.

US-Börsen: Dow Jones und Nasdaq klettern weiter

Die Wall Street hat sich am Montag nach einem schwächeren Handelsstart im Sitzungsverlauf berappelt. Auslöser der Erholung war die Ankündigung, dass der besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffene US-Bundesstaat New York ab Freitag seine Beschränkungen langsam wieder lockern wolle.

Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierte zuletzt 0,1 Prozent höher bei 24 364 Punkten, nachdem er am im frühen Handel noch um rund 1 Prozent gefallen war. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,10 Prozent auf 2932,72 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen stieg um 1,4 Prozent auf 9383 Punkte.

Seit Jahresbeginn notiert der US-Tech-Index bereits wieder im Plus. Die Papiere des Grafikchip-Herstellers Nvidia Börsen-Chart zeigen erreichten ein neues Rekordhoch bei 324,11 US-Dollar und rückten zuletzt um 3,5 Prozent vor. Das Nasdaq-Schwergewicht zog damit auch den Index mit.

Coty verkauft Wella an KKR

Neuigkeiten gab es vom angeschlagenen US-Kosmetikkonzern Coty . Dieser verkaufte 60 Prozent am Darmstädter Wella-Konzern an den Finanzinvestor KKR. Die Quartalszahlen von Coty fielen jedoch unerwartet schwach aus. Die Aktien büßten 6,4 Prozent ein.

Die Aktien von AMC Entertainment schnellten um 38 Prozent hoch, nachdem Medien berichtet hatten, der Handelskonzern Amazon Börsen-Chart zeigen erwäge eine Übernahme des Filmproduzenten.

Tourismus-Unternehmen geraten erneut unter Druck

Aktien aus der Tourismusbranche gerieten besonders stark unter Druck. Kreuzfahrtbetreiber Carnival und Norwegian verloren bis zu 2,5 Prozent. Die Fluggesellschafen American Airlines und United gaben bis zu 4,4 Prozent ab. Marriott-Aktien fielen um viereinhalb Prozent. Die Hotelkette verfehlte mit ihren Quartalszahlen die bereits drastisch gesenkten Erwartungen der Marktteilnehmer.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit


Adidas-Konkurrent Under Armour enttäuscht

Unter den Einzelwerten dürften am Montag die Aktien von Under Armour und Marriott Beachtung finden, beide Unternehmen haben vorbörslich Zahlen veröffentlicht. Bei Mylan werden diese im Lauf des Tages erwartet.

Wie der US-Sportartikelhersteller Under Armour mitteilte, ist der Umsatz im ersten Quartal vor allem wegen der Corona-Krise um 23 Prozent eingebrochen. Zuletzt gab die Aktie um rund 10 Porzent nach.

Henkel mit nur leichtem Umsatz-Rückgang

Der Konsumgüterkonzern Henkel Börsen-Chart zeigenhat im ersten Quartal trotz Belastungen durch die Corona-Pandemie nur einen leichten Umsatzrückgang verzeichnet. Die Erlöse sanken um 0,8 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Düsseldorf mitteilte. Während sich das Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln robust entwickelte, musste die Klebstoffsparte wegen einer deutlich sinkenden Nachfrage in der Autoindustrie Einbußen hinnehmen. Auch das Kosmetikgeschäft verlief schwächer - hier belastete die Schließung von Friseursalons im Zuge der Corona-Krise. Ergebniszahlen nennt der Dax-Konzern erst zum ersten Halbjahr. Henkel hatte bereits Anfang April vorläufige Zahlen veröffentlicht und im Zuge dessen die Prognose für 2020 zurückgezogen. Einen neuen Ausblick gab Henkel nicht.

Asiens Börsen mit Gewinnen

Die asiatischen Börsen sind am Montag der Wall Street ins Plus gefolgt. Die langsamen Lockerungen weiterer Länder hob die Stimmung der Anleger, obwohl einige Staaten mit einem Anstieg neuer Coronavirus-Fälle zu kämpfen haben. Frankreich lockert aufgrund der abflachenden Fallzahlen ab heute die strengen, seit acht Wochen geltenden Ausgangsbeschränkungen: Viele Geschäfte dürfen wieder öffnen und für rund eine Millionen Kinder beginnt wieder die Schule.

Im Gegensatz dazu sind in Deutschland und Südkorea die Zahl der Infizierten wieder leicht angestiegen. Die Wall Street hatte sich am Freitag erholt, nachdem sich die US-Arbeitsmarktdaten vom April zwar als düster, aber nicht ganz so schlimm wie von Analysten befürchtet herausgestellt haben.

Die Börse in Tokio hat sich am Montag zunächst stärker gezeigt: Der 225 Werte umfassende Nikkei Börsen-Chart zeigen lag im Verlauf 1,4 Prozent höher bei 20.467 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,5 Prozent und lag bei 1480 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 0,3 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,5 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,4 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,2 Prozent auf 106,82 Yen und legte 0,1 Prozent auf 7,0777 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9701 Franken. Parallel dazu stieg der Euro Börsen-Chart zeigen um 0,1 Prozent auf 1,0846 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0524 Franken. Das Pfund Sterling gewann 0,1 Prozent auf 1,2424 Dollar.

Ölpreise fallen leicht, Saudi-Arabien verdreifacht Mehrwertsteuer

Die Ölpreise sind am Montag leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 30,68 US-Dollar. Das waren 30 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank um 15 Cent auf 24,59 Dollar.

Nach Entspannungssignalen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten USA und China in der Vorwoche verwiesen Marktbeobachter auf die immer noch schwache Nachfrage nach Rohöl auf dem Weltmarkt und die Sorge vor erneut steigenden Fallzahlen in der Corona-Krise. In China sanken allerdings zuletzt die Lagerbestände an Rohöl, was eine weitere Nachfrageerholung andeutete.

"Es gibt auf jeden Fall Anzeichen für eine Entspannung des Angebotsüberschusses", hieß es von Howie Lee, Ökonom der Oversea-Chinese Banking Corporation. Der aktuelle Preisrückgang sehe für ihn wie ein leichter Bruch mit der Gesamtbewegung am Markt aus.

Die Belastungen in Folge der Corona-Krise und des Preiskriegs beim Öl zwangen Saudi-Arabien zuletzt zu Sparmaßnahmen. Neben einer Leistungskürzung für Staatsbedienstete gab die Regierung bekannt, die Mehrwertsteuer von aktuell 5 Prozent zu verdreifachen. Ein Wiederaufflammen des Preiskriegs mit Russland scheint daher auch vor dem Hintergrund der stark steigenden russischen Corona-Fallzahlen unwahrscheinlich.

la/dpa/reuters

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