Börse Dax mit Gewinnwoche, Wall Street zieht an

Die Hoffnung auf ein wirksames Medikament gegen die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 beflügelt den deutschen Aktienmarkt. Zuvor hatten auch schon die Märkte in Asien und den USA mit Gewinnen geschlossen. Im Fokus stehen hierzulande die Aktien von Autobauern und Banken.
Bulle und Bär an der Börse in Frankfurt

Bulle und Bär an der Börse in Frankfurt

Foto: picture alliance / dpa

Eine deutliche Erholung am deutschen Aktienmarkt am Freitag bringt dem Dax (Kurswerte anzeigen) ein positives Wochenergebnis ein. Dank neuer Hoffnungstreiber in der Corona-Krise zog der Leitindex zeitweise um mehr als 4 Prozent an. Zum Handelsschluss stand der Index mit 3,15 Prozent im Plus bei 10.625 Punkten. Vor Ostern war er bei knapp 10.565 Punkten aus dem Handel gegangen. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Plus von 0,6 Prozent.

Für den MDax (Kurswerte anzeigen) ging es um 2,6 Prozent auf 22.356 Punkte nach oben, während der EuroStoxx 50 (Kurswerte anzeigen) auf europäischer Bühne um 2,5 Prozent vorrückte.

Auch die US-Börsen zeigten sich durch die zaghafte Wiederaufnahme wirtschaftlicher Aktivität sowie Hoffnungen auf eine mögliche Behandlung von Corona-Patienten in guter Form. Der Dow Jones  legte in der ersten Handelsstunde um 1,5 Prozent auf 23 884,4 Punkte zu. Damit steuert der Leitindex auf ein Wochenplus von 0,7 Prozent zu. Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der Dow um fast 13 Prozent erholt. Der breiter gefasste S&P 500 gewann am Freitag 1,6 Prozent auf 2843,1 Punkte. Der von Technologie-Aktien dominierte Nasdaq (Kurswerte anzeigen) rückte um 0,6 Prozent auf 8806,3 Punkte vor.

Analyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda verwies unter anderem auf Nachrichten, die Hoffnungen auf eine Verbesserung der Corona-Lage geweckt hätten. So gebe es erneut vage Berichte über ein womöglich wirksames Medikament. Mit dem Mittel Remdesivir des Pharmaunternehmens Gilead soll es bei Tests einige Erfolge gegen die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 gegeben haben.

Außerdem gab US-Präsident Donald Trump in der Nacht auf Freitag seinen Drei-Phasen-Plan für den Weg zurück zur Normalität bekannt. Eine landesweite Schließung könne keine langfristige Lösung sein, sagte er im Weißen Haus. "Wir müssen eine funktionierende Wirtschaft haben. Und wir wollen sie sehr, sehr schnell zurückhaben", sagte der US-Präsident. Einen genauen Zeitplan beinhalten seine Richtlinien jedoch nicht.

In der mittlerweile acht Wochen andauernden Corona-Krise war der Dax bis Mitte März um knapp 40 Prozent auf 8255 Punkte abgesackt, konnte sich aber in den vergangenen Wochen kräftig erholen - aktuell beläuft sich das Krisenminus nur noch auf etwas mehr als 20 Prozent. Unter Experten bleibt es aber nach wie vor umstritten, ob derzeit nur eine Zwischenerholung stattfindet oder die Wende schon geschafft wurde.

Die Charttechniker der UBS plädieren noch für eine Zwischenerholung, sie sehen den Dax in einer "Bärenmarktrally" im übergeordneten Abwärtstrend. Ihrer Ansicht nach muss es der Leitindex zur Befreiung über die 11.000 Punkte schaffen. "Erst wenn den Bullen hier ein nachhaltiger Durchbruch nach oben gelingt, würde sich die Lage wieder aufhellen". Dieser Bruch bleibe aber weiter unwahrscheinlich, ohne ihn sei im Verlauf mit weiter fallenden Kursen zu rechnen.

BMW und Deutsche Bank gefragt

In der Dax-Familie gab es fast nur Gewinner. Ausnahmen mit fallenden Kursen waren die Papiere von Hellofresh und Teamviewer, die zuletzt als Profiteur der Viruskrise gehandelt wurden und gegen den Trend in Rekordhöhen vorgedrungen waren. Gewinnmitnahmen ließen die MDax-Papiere um 5,1 und 4,6 Prozent abrutschen.

Kräftige Erholungsgewinne verbuchten unter anderem Werte aus der Autoindustrie. Mit einem Anstieg um fünf Prozent profitierten BMW  im Dax zudem von einer Kaufempfehlung der britischen Bank HSBC .

Klare Gewinner waren auch die bis zu 6,6 Prozent höheren Aktien der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen)und der Commerzbank . Sie galten dabei als Profiteur einer Lockerung der Eigenkapitalanforderungen im Handelsgeschäft durch die Europäische Zentralbank (EZB), die damit vorübergehend auf eine gestiegene Börsenvolatilität reagiert.


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Unter den Nebenwerten waren auch andere von der Viruskrise hart getroffene Aktien unter den Favoriten. Die vom Passagierrückgang gezeichneten Aktien des Flughafenbetreibers Fraport (Kurswerte anzeigen)gehörten mit einem Kurssprung um 8 Prozent zur Spitzengruppe im MDax. Im SDax rückten die Papiere des Elektronikhändlers Ceconomy (Kurswerte anzeigen), der aktuell unter den Geschäftsschließungen leidet, sogar um 11,7 Prozent vor.

mit Nachrichtenagenturen
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