Mittwoch, 8. April 2020

Börse Dow Jones verliert erneut mehr als 4 Prozent

Schutzmaske von Drägerwerk - hilft auch gegen Corona-Crash an der Börse

Der Dax baut am Freitag seine Verluste aus und fällt deutlich unter die Marke von 10.000 Punkten. Auch an den US-Börsen geht es zum Handelsstart erst einmal abwärts. Nach der 4000-Punkte-Rally in den USA nehmen Anleger Gewinne mit.

Nach seiner jüngsten Erholung vom Coronavirus-Crash hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag wieder nachgegeben. Bis zum Handelsschluss baute der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen seine Verluste auf 3,7 Prozent aus und fiel bis auf 9632 Punkte. Auch MDax und TecDax gaben am Freitag wieder deutlich nach.

Für die Schwäche sorgten vor allem die Kursverluste an der Wall Street. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen hatte in den vergangenen drei Handelstagen rund 4000 Punkte an Wert gewonnen: Nun nehmen Anleger wieder einen Teil der Gewinne mit, der Dow gab im frühen Handel bereits um rund 800 Punkte nach.

Mit einem Abschlag von 4,1 Prozent auf 21.636,8 Punkte beendete der Dow schließlich den Tag. Auf Wochensicht bedeutet dies immer noch ein Plus von knapp 13 Prozent und damit das größte seit 1938. Allerdings relativiert sich dies, denn noch am Montag war das weltweit bekannteste Börsenbarometer zeitweise in Richtung 18.200 Punkte auf den tiefsten Stand seit Ende 2016 gesackt. Die ausgeprägte Berg- und Talfahrt ruft Erinnerungen an die Finanzmarktkrise wach: Zuletzt Ende Oktober 2008 hatte der Dow mit etwas mehr als 11 Prozent ein prozentual zweistelliges Wochenplus verbucht und auch damals war er in den Wochen zuvor kräftig abgesackt.

Der marktbreite S&P 500 fiel am Freitag um 3,37 Prozent auf 2541,47 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 3,91 Prozent auf 7588,37 Punkte.

Weiter gefragt waren im Dax Werte defensiver Natur, wie jene des Versorgers Eon Börsen-Chart zeigen , die an der Dax-Spitze zeitweise um 1,5 Prozent zulegten, letztlich aber ebenfalls mit Verlusten aus dem Handel gingen. Lediglich Fresenius und FMC konnten den Tag mit Kursgewinnen beenden. Auch die Autowerte Daimler Börsen-Chart zeigen, BMW und Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen gerieten erneut unter Abgabedruck.

Drägerwerk auf Corona-Hoch

Im SDax ragten die Aktien von Drägerwerk Börsen-Chart zeigen heraus. In der Spitze übertrafen die Titel des Herstellers von Medizin- und Sicherheitstechnik mit 98 Euro das Anfang der Vorwoche markierte Mehrjahreshoch. Zuletzt gewannen sie noch fast 10 Prozent auf 97,30 Euro. Im Nebenwerte-Index SDax bedeute dies den ersten Platz. Die Lübecker stellen Beatmungsgeräte und Schutzausrüstung her.

Dax mit bester Woche seit 2011 - und schlechtestem März überhaupt

Auf Wochensicht liegt der Dax immer noch zweistellig im Plus, gegenüber dem am 16. März verbuchten bisherigen Corona-Tiefstand von 8255 Punkten sogar um mehr als 18 Prozent. Bliebe es bis zum Nachmittag beim jetzigen Stand, wäre das der größte Wochengewinn seit 2011 an der deutschen Börse. Zugleich droht jedoch der höchste März-Verlust der Geschichte.


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Wall Street: Dow im Minus - neue Hiobsbotschaften drohen

Kunden verkauften Aktien für 234 Milliarden Dollar - so viel wie noch nie

Der aktuelle "maximale Pessimismus" der Anleger könnte allerdings auch den Ausgangspunkt für eine Börsenrally bilden, geben die Experten von der Bank of America zu bedenken. In der vergangenen Woche hätten Kunden Wertpapiere im Volumen von 234,6 Milliarden Dollar zu Geld gemacht, so viel wie noch nie. Der Aktienanteil in den Depots liege mit 52,8 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit sieben Jahren.

ProSiebenSat1 klar im Plus nach Abgang von Vorstandschef Conze

Der Wechsel an der Spitze kommt bei den Anlegern des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen gut an. Die Aktien legten als stärkster Wert im MDax knapp 7 Prozent zu. Nach monatelangen Führungsquerelen wechselt das Unternehmen seinen Vorstandschef Max Conze aus. Nun soll Finanzchef Rainer Beaujean zusätzlich als Vorstandschef tätig sein.

Risikoangst und EZB-Käufe stützen Kurse von Staatsanleihen

Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Freitagmorgen weiter zugelegt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future notierte zuletzt 0,43 Prozent höher bei 171,75 Punkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen lag bei minus 0,44 Prozent. Deutsche Staatsanleihen profitierten einmal mehr von den Abgaben, die sich am Aktienmarkt abzeichnen. Auch die Renditen südeuropäischer Anleihen gaben weiter nach. Der Start des Not-Anleihekaufprogramms der Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Vortag für deutliche Rückgänge gesorgt. Bei den neuen Not-Käufen verzichten die Währungshüter auf eine wichtige Grenze: Die bisherige Regel, dass die Notenbank maximal ein Drittel aller Staatsanleihen eines Eurolandes kaufen darf, gilt nicht für die neuen Käufe.

Euro legt gegenüber Dollar zu

Nach deutlichen Gewinnen am Vortag ist der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen erneut gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,1048 US-Dollar gehandelt. In der Nacht hatte sie noch bei 1,1023 Dollar notiert.

Ölpreise steigen

Die Ölpreise haben am Freitag trotz der anhaltenden Nachfrageschwäche zugelegt. Im frühen Handel kostete ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen 6,58 US-Dollar. Das waren 24 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg um 43 Cent auf 23,03 Dollar.

Gold wieder billiger

Die Erholung des Goldpreises Börsen-Chart zeigen ist vorerst beendet. Das Edelmetall verbilligt sich um 0,6 Prozent auf 1618,50 Dollar je Feinunze.

ak/la/reuters/dpa-afx

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