Börse Dax schließt nahe Rekordhoch, Tesla-Aktie nahe 1000 Dollar

Das Coronavirus scheint seinen Schrecken für Anleger zu verlieren: Der Dax schließt am Mittwoch fest im Plus und nahe Rekordhoch. Auch an der New Yorker Börse stehen die Zeichen auf grün. Aktien der Deutschen Telekom legen kräftig zu. In den USA visiert die Aktie von Tesla nach einem erneuten Kurssprung die Marke von 1000 Dollar an.
Börse Frankfurt: Die Anleger greifen wieder zu

Börse Frankfurt: Die Anleger greifen wieder zu

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Die Sorgen über die Coronavirus-Epidemie sind am Mittwoch wieder in den Hintergrund gerückt. Positiv aufgenommene Quartalsberichte spielten dabei eine Rolle. Zudem hofften die Anleger darauf, dass die Notenbanken bei Bedarf die Wirtschaft weiter mit billigem Geld stützen, sagten Marktanalysten. Zudem glaube eine überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer, dass in den USA die Leitzinsen bis zum Jahresende mindestens einmal gesenkt werden, sagte Jochen Stanzl von CMC Markets. Das treibe die Börsen weiter an.

Der deutsche Aktienmarkt schüttelte seine Vortagesschwäche ab und kletterte wieder dicht an sein zu Wochenbeginn erreichtes Rekordhoch bei knapp unter 13.800 Punkten. Mit einem Plus von 0,79 Prozent auf 13.789 Punkten ging er auf seinem Tageshoch aus dem Handel. Der MDax  erklomm derweil bereits wieder eine Bestmarke und schloss 1,02 Prozent höher bei 29.355 Punkten. Auch europaweit war die Stimmung an den Börsen gut. Der EuroStoxx 50 (Kurswerte anzeigen) kletterte um 0,7 Prozent auf 3862 Zähler. Zum Handelsschluss in Europa notierte an der New Yorker Börse der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) ein halbes Prozent höher bei 29.383 Punkten, der Nasdaq 100 (Kurswerte anzeigen) kletterte gar um 1 Prozent auf 9825 Punkte.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Deutsche Telekom  , Covestro (Kurswerte anzeigen), Adidas (Kurswerte anzeigen) und Wirecard (Kurswerte anzeigen) mit Gewinnen zwischen knapp 5 und 2 Prozent.

Zusätzliche Unterstützung erhielten die Indizes von der Schwäche des Euro (Kurswerte anzeigen) , der Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht. Die Gemeinschaftswährung war mit 1,0783 Dollar so billig wie zuletzt vor drei Jahren.


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An der Nasdaq stand einmal mehr die Aktie von Tesla (Kurswerte anzeigen) im Blickpunkt. Die Aktie legte am Mittwoch in der Spitze um 9,3 Prozent auf 938 Dollar zu, nachdem sie bereits am Vortag um mehr als 7 Prozent geklettert war. Damit rückt die magische 1000-Dollar-Marke wieder in den Blick. Nach der steilen Kursrally der Tesla-Aktie der vergangenen Wochen beeilen sich Analysehäuser, ihre Kursziele nach oben anzupassen. Piper Sandler zum Beispiel setzte am Mittwoch ein Kursziel von 928 US-Dollar.

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Unter den Einzelwerten lohnt sich ein Blick auf Boeing (Kurswerte anzeigen): Der angeschlagene Luftfahrtkonzern war bei seinem nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max auf ein neues Problem gestoßen. Während der Wartungsarbeiten wurden in Treibstofftanks einiger Maschinen, die derzeit zwischengelagert werden, Fremdkörper. Dies führte zu einer umfassenden internen Untersuchung und sofortigen Korrekturen im Produktionssystem.

Die Papiere des Chipherstellers Nvidia (Kurswerte anzeigen) könnten indes an diesem Mittwoch ihre jüngste Rekordjagd fortsetzen: Nach einem positiven Kommentar des Analysehauses Bernstein Research stiegen die Anteilsscheine des Grafikchipspezialisten vorbörslich um 1,6 Prozent. Der Experte Stacy Rasgon setzte insbesondere darauf, dass das Geschäft mit sogenannten Turing-Grafikkarten Fahrt aufnimmt. Die Nvidia-Aktien hätten sich zwar schon deutlich erholt, hätten mit Blick auf das Bewertungsniveau in der Vergangenheit aber noch Spielraum.

Deutsche Telekom profitiert von US-Geschäft - "Sind bereit für den Merger"

Unternehmensseitig nimmt am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch die Berichtssaison mit Jahreszahlen beispielsweise der Deutschen Telekom  und Covestro  aus dem Dax ihren Fortgang.

Die Deutsche Telekom (Kurswerte anzeigen)sieht sich nach einem Jahr mit deutlichem Wachstum in den wichtigsten Konzernsparten für die Milliardenübernahme in den USA gerüstet. Der Konzernüberschuss legte um knapp 80 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zu. Das lag unter anderem am Ergebniswachstum in den USA und auch in Europa. Die Telekom verbuchte zudem vor allem deutlich weniger Sondereinflüsse mit insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Anleger griffen bei der T-Aktie beherzt zu bescherten dem Titel zum Handelsschluss ein Plus von knapp 5 Prozent an der Dax-Spitze

Covestro und Wirecard gefragt

Die Anteile des Chemiekonzerns Covestro rückten zuletzt um knapp 2,9 Prozent vor . Ein Händler wertete die Dividende von 2,40 Euro je Aktie als starkes Zeichen. Der Ausblick sei nicht unbedingt gut, aber auch kein Schock.

Auch die Aktien des Zahlungsdienstleisters Wirecard setzten am Mittwoch mit einem Plus von mehr als 2 Prozent zu einer Erholung an. In den vergangenen Tagen war die Aktie deutlich unter Druck geraten.

Sixt Leasing gewinnen fast 30 Prozent an Wert

Parallel dazu schossen Titel von Sixt Leasing zeitweise um fast 27 Prozent in die Höhe auf 18,22 Euro. Der Autovermieter Sixt will bei der Leasinggesellschaft aussteigen. Angepeilt sei ein Verkaufspreis von 18 Euro je Aktie plus einer Dividende für 2019. Sixt-Aktien gewannen gut 6 Prozent und steuerten auf den größten Tagesgewinn seit einem Jahr zu.

Goldpreis in Euro auf Rekordhoch, Ölpreis steigt

Der Kurserholung an den Aktienmärkten zum Trotz blieb die "Antikrisen-Währung" Gold gefragt. Das Edelmetall verteuerte sich um bis zu 0,6 Prozent und blieb mit 1610,80 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) nur knapp unter ihrem Sieben-Jahres-Hoch vom Januar. Für heimische Anleger war Gold mit 1493,09 Euro so teuer wie nie. "Wer Zweifel an den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus hat, sollte sich die überraschende Umsatzwarnung von Apple vor Augen halten", schrieben die Analysten des Brokerhauses PVM. "Das ist bislang der sicherste Hinweis auf die Belastungen für die Weltwirtschaft." Zwei Tage nach dem iPhone-Hersteller teilte der Sportartikel-Anbieter Adidas mit, sein China-Geschäft sei wegen der Epidemie um 85 Prozent eingebrochen.

Am Rohölmarkt verteuerte sich die Sorte Brent aus der Nordsee um 1,4 Prozent auf 58,56 Dollar je Barrel (159 Liter). Getrieben werde der Preis unter anderem von den US-Sanktionen gegen eine Tochter des russischen Ölkonzerns Rosneft, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Sie beschnitten weiter die Möglichkeit Venezuelas, Öl zu verkaufen. Gleichzeitig bleibe die libysche Ölproduktion wegen der dortigen Kämpfe stark eingeschränkt.

mit Nachrichtenagenturen
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