Dienstag, 25. Februar 2020

Börse Dax schließt im Minus

Dax: Schwankungen an der Börse
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Dax: Schwankungen an der Börse

Der Dax hat am Montag den Handel mit Verlusten beendet. Das Coronavirus bleibt ein Thema. Gegen den Trend legten die Aktien von Fresenius, Vonovia und Wirecard zu. VW, Continental und BMW zählten zu den größten Verlierern.

Nach dem schwachen Ende einer starken Vorwoche haben Anleger in Frankfurt am Montag weiter die Füße still gehalten. Der Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen gab zum Handelsende um 0,15 Prozent auf 13.494,03 Punkte nach. Der MDax Börsen-Chart zeigen legte hingegen um 0,38 Prozent auf 28 781,24 Punkte zu. Der EuroStoxx50 gab 0,2 Prozent nach auf 3792 Punkte.

Die Indizes hatten sich in den vergangenen Tagen zunächst schnell von ihren jüngsten, durch Virusängste getriebenen Rücksetzern erholt. Zunehmend treibt Anleger aber die Frage um, wie groß die Auswirkungen der Lungenkrankheit auf die Realwirtschaft nun tatsächlich sein werden. Die Zahl der Todesopfer durch das neue Virus ist mittlerweile höher als bei der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Gleichzeitig gibt es mit Blick auf die Neuinfektionen aber Anzeichen einer Stabilisierung.

Für Jochen Stanzl von CMC Markets bleibt die entscheidende Frage, wann der Höhepunkt der Epidemie erreicht sein wird. Experten rechnen damit, dass dies in zwei oder drei Wochen der Fall sein wird. "Kommt der Höhepunkt der Neuinfektionen nicht zeitnah, sind die Börsen auch in der Lage, den Rückwärtsgang einzuschalten", schrieb Stanzl in einem Marktkommentar. Aktuell würden die Anleger aber dem Szenario eine größere Wahrscheinlichkeit beimessen, dass die Situation unter Kontrolle gebracht werden könne.

An der New Yorker Börse hingegen notierten die Indizes zum Handelsschluss in Europa im grünen Bereich: Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen rückte um 0,3 Prozent auf Punkte vor. Der technologielastige Index Nasdaq 100 Börsen-Chart zeigen gewann ein halbes Prozent auf 9568 Zähler.

Das Virus bleibt weiter auch bei den Anlegern Topthema. Die Zahl neuer Infektionen und Todesfälle in China ist erneut gestiegen. Die weltweit führende Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) in Barcelona droht deswegen zu einer Geisterveranstaltung zu werden. Mit Amazon Börsen-Chart zeigen und Sony Börsen-Chart zeigen sagten zwei weitere Großunternehmen ihre Teilnahme ab.

Unter den Einzelwerten fielen HP Börsen-Chart zeigen mit einem Kursgewinn von mehr als 5 Prozent auf 22,8 Dollar auf. Der Drucker- und Kopierer-Hersteller Xerox Börsen-Chart zeigen greift für die angestrebte Übernahme des deutlich größeren PC- und Druckerherstellers tiefer in die Tasche. Statt 22 US-Dollar bietet Xerox den HP-Anteilseignern jetzt 24 Dollar je Aktie. Insgesamt würde HP damit fast 35 Milliarden Dollar für HP bezahlen. Gelten soll die Offerte etwa ab dem zweiten März. HP hatte das bisherige Gebot im November als zu niedrig zurückgewiesen.

An deutschen Aktienmarkt zeigten sich die Anleger nach festem Start wieder vorsichtiger. Nur wenige Aktien im Dax notierten deutlich im Plus. Aktien des Gesundheitskonzerns Fresenius Börsen-Chart zeigen führten den Leitindex mit Kurszuwächsen Zuwächsen von fast 2 Prozent an vor Deutscher Börse, Vonovia und Wirecard, die jeweils rund um 0,9 Prozent kletterten.


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Papiere von Bayer gaben ihre frühen Gewinne wieder komplett ab und gingen kaum verändert bei 77,38 Euro aus dem Handel. Das Kursplus am Morgen hatten Händler mit fortgesetzten Spekulationen über eine baldige Beilegung der US-Rechtsstreitigkeiten um mögliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter die Aktien weiter an.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten Aktien der Autobauer- und Autozulieferer: Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Continental Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen verloren zwischen 1,0 und 1,5 Prozent.Der Euro hat am Montag an seine Schwäche der vergangenen Tage angeknüpft. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,0926 US-Dollar und damit so wenig wie zuletzt vor etwa vier Monaten. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0951 (Freitag: 1,0969) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9132 (0,9117) Euro.

Euro fällt auf Viermonatstief

Belastet wurde der Euro durch Produktionsdaten aus der Industrie. Nachdem bereits Zahlen aus den Industrieunternehmen Deutschlands, Frankreichs und Spaniens enttäuscht hatten, fielen am Montag auch Werte aus Italien schwach aus. Hoffnungen auf eine Erholung des schwer angeschlagenen Sektors erhalten dadurch einen Dämpfer. Zumal die Aussicht auf Besserung schwindet: Am Montag fielen die vom Institut Sentix erhobenen Konjunkturerwartungen erstmals seit Oktober wieder zurück. Als Grund wurde der von China ausgehende Coronavirus genannt.

Der Verzicht von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur sorgte am Währungsmarkt dagegen kaum für Bewegung. Ökonomen sagten, die unmittelbaren Folgen für die bundesdeutsche Politik dürften sich in Grenzen halten. "Ungeachtet des vielen Lärms erwarten wir keine größeren substanziellen politischen Auswirkungen", kommentierte Holger Schmieding, Chefökonom des Bankhauses Berenberg. "Dies ist größtenteils eine CDU-interne Angelegenheit." Keiner der denkbaren Nachfolger von Kramp-Karrenbauer spiele mit dem Gedanken, die Koalition mit der SPD zu verlassen und vorgezogene Wahlen auszurufen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84628 (0,84720) britische Pfund, 120,18 (120,51) japanische Yen und 1,0700 (1,0705) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1574 Dollar gehandelt. Das waren rund drei Dollar mehr als am Freitag.

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