Dienstag, 26. Mai 2020

Gewinne an der Börse Dax mit Kursrally - Aussicht auf Virus-Medikament beflügelt

Dax im Plus: Der deutsche Leitindex klettert weiter und nähert sich seinem Rekordhoch
picture alliance / dpa
Dax im Plus: Der deutsche Leitindex klettert weiter und nähert sich seinem Rekordhoch

Der Dax setzt seine Erholung fort und klettert über die Marke von 13.400 Punkten. Anleger hoffen auf einen Durchbruch im Kampf gegen das Coronavirus. Die Aktien von Infineon haussieren nach starken Zahlen. In den USA steigt der Dow weiter, die Aktie von Tesla verliert 10 Prozent.

Die Erholung geht weiter: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen ist am Mittwoch nach verhaltenem Start weiter nach oben geklettert. Zuletzt notierte der Dax 1,5 Prozent fester bei 13.478 Punkten. Am Dienstag hatten Schnäppchenjäger dem Dax bereits zu einem Kursplus von 1,8 Prozent verholfen. Das vor zwei Wochen erreichte Rekordhoch im Dax gerät nun wieder in Sichtweite.

Die Gewinne an den deutschen Börsen erklären sich aus weiter anziehenden US-Börsen sowie aus einer Mischung aus Schnäppchenjagd und neuer Hoffnung zur Eindämmung des Corona-Virus, erklärte Portfoliomanager ein Börsianer. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen ist dort weiter gestiegen - allerdings steigt die Hoffnung, dass die Epidemie in Kürze ihren Höhepunkt überschritten hat.

Mögliches Medikament im Kampf gegen das Coronavirus

Chinesische Medien hatten am Mittwoch Morgen von einem angeblichen Durchbruch eines Forschungsteams bei einem Medikament gegen das Virus berichtet. Für Zuversicht sorgte Analysten zufolge auch die abnehmende Wachstumsrate bei den Infektionen. "Die Händler sind der Ansicht, dass die Situation nun wahrscheinlich besser unter Kontrolle ist und die Ausbreitung der Gesundheitskrise eingedämmt werden kann", sagte Marktanalyst David Madden vom Handelshaus CMC Markets.

In Wuhan entstehen zwei neue Krankenhäuser, um die vom Coronavirus betroffenen Patienten zu versorgen

Das chinesische Fernsehen berichtete, ein Forscherteam an der Universität Zhejiang habe ein wirksames Medikament zur Behandlung von Menschen mit dem neuen Coronavirus gefunden. Zugleich sagte ein Wissenschaftler, der in Großbritannien die Forschung an einem Impfstoff leitet, gegenüber dem Fernsehsender "Sky", sein Team habe einen "bedeutenden Durchbruch" erzielt. Es sei gelungen, Teile der üblichen Entwicklungszeit von zwei bis drei Jahren auf nur 14 Tage zu verkürzen.

Infineon legt nach Zahlen um mehr als 10 Prozent zu

Der Chiphersteller Infineon Börsen-Chart zeigen hat die weiter angespannte Marktlage zum Start in das neue Geschäftsjahr (Ende Dezember) zu spüren bekommen. Umsatz und operatives Ergebnis waren im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal wie erwartet deutlich rückläufig, wie der Dax -Konzern am Mittwoch in Neubiberg bei München mitteilte. Mit einer operativen-Marge von 15,5 Prozent übertraf der Halbleiterspezialist zwar sowohl die eigenen Erwartungen als auch jene der Analysten. An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Aktie kletterte zeitweise um 12 Prozent. Das Papier überwand am Morgen außerdem eine technisch wichtige Marke. Infineon war damit klarer Spitzenreiter im Dax - gefolgt von Continental Börsen-Chart zeigen, die rund 3 Prozent zulegten.

Siemens knapp im Plus - Kritik während der Hauptversammlung

Aktionäre haben auf der Hauptversammlung des Technologiekonzerns Siemens Börsen-Chart zeigen die Führung rund um Konzernchef Joe Kaeser kritisiert. Dabei standen am Mittwoch in München zwei Themen im Mittelpunkt: der laufende Konzernumbau sowie der umstrittene Auftrag für Signaltechnik für eine australische Kohlemine. Wegen der hohen Anzahl der angekündigten Beiträge schloss Aufsichtsratsvorsitzender Jim Hageman Snabe die Rednerliste bereits am Mittag. Die Aktie von Siemens Börsen-Chart zeigen legte in einem freundlichen Gesamtmarkt um 0,7 Prozent zu.

Nike erwartet Einbußen in China, Adidas unter Druck

Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike Börsen-Chart zeigen stellte seine Aktionäre bereits auf Geschäftseinbußen in China ein, worauf die Aktie am in New York im nachbörslichen Handel unter Druck kam. Es sei mit "erheblichen Auswirkungen" zu rechnen, teilte der Konzern nach US-Börsenschluss mit. Adidas Börsen-Chart zeigen gaben daraufhin rund 1 Prozent nach und gehörten zu den wenigen Verlierern im Dax.

Außerdem äußerte sich die US-Bank JPMorgan nicht mehr optimistisch zum Dax-Neuling MTU , dessen Aktien zuletzt ein Rekordniveau erreicht hatten. Auf einige Zulieferer der zivilen europäischen Luftfahrtindustrie kämen 2020 zahlreiche kurzfristige Herausforderungen zu, schrieb Analyst David Perry und stufte die Aktien auf "Neutral" ab. Sie fielen um etwa 1 Prozent.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Wall Street startet im Plus, Gewinnmitnahmen bei Tesla belasten Nasdaq

Die US-Börsen haben am Mittwoch ihre Erholung fortgesetzt. Es sind vor allem Hoffnungen auf einen Durchbruch in der Bekämpfung des Coronavirus, die den wichtigsten Indizes an der Wall Street den dritten Tag in Folge zu deutlichen Gewinnen verhelfen dürften. Die Verluste aus der Vorwoche werden so wohl weiter wett gemacht.

Überraschend stark fielen zudem die Januar-Daten des privaten Arbeitsmarktdienstleister ADP aus, die als Indikator für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht an diesem Freitag gelten. In der Flut aus Quartalsbilanzen indes gab es Licht und Schatten, so dass vor allem Einzelwerte bewegt sein dürften.

Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen startete am Mittwoch mit einem Plus von 1 Prozent auf 28.084 Punkte in den Handel. Einerseits atmeten die Anleger auf, da aus China verlautet, dass der Höhepunkt mit Blick auf das Coronavirus am 21. Februar erreicht sein dürfte, sagte Analyst Pierre Veyret von ActivTrades. Anderseits "hat China bestätigt, dass eine der Universitäten des Landes ein 'effektives' Medikament gefunden hat, um Menschen, die mit der tödlichen Lungenkrankheit infiziert wurden, zu behandeln", sagte er.

Walt Disney nach Zahlen kaum verändert

Die Papiere von Walt Disney indes legten um 0,4 Prozent zu. Beim Unterhaltungskonzern schlugen zwar hohe Kosten für den Ausbau des Streaming-Geschäfts zu Buche und sorgten für einen Gewinneinbruch im Schlussquartal 2019, zugleich aber lief dieser Geschäftsbereich bestens.

Aktien von Ford und Snap brechen ein

Heftige vorbörsliche Verluste erlitten dagegen die Aktien von Ford Börsen-Chart zeigen und Snap Börsen-Chart zeigen , die zwischen 7,5 und 8 Prozent einbrachen. Hohe Sonderkosten zogen den US-Autohersteller Ford zum Jahresende tief in die roten Zahlen. Die Foto-App Snapchat des Mutterkonzerns Snap spielte in den drei Monaten bis Ende Dezember deutlich weniger Werbeerlöse ein als erwartet.

Um knapp 4 Prozent ging es zuletzt für Spotify Börsen-Chart zeigen abwärts. Beim Musikstreaming-Dienst enttäuschten zur Vorlage der Bilanz vor allem die Aussagen zum ersten Quartal.

Tesla-Aktie gibt nach Klettertour wieder nach

Die Aktie von Tesla Börsen-Chart zeigen gehörte am Mittwoch mit einem Minus von knapp 15 Prozent auf 770 Dollar zu den größten Verlierern an der Nasdaq. Am Vorabend war die Aktie nach einer wochenlangen rasanten Kursrally zeitweise bis auf 960 US-Dollar gestiegen, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Am Montag und Dienstag hatte Tesla jeweils mehr als 15 Prozent zugelegt - nun ist die Aktie Spielball der Spekulanten. Die Verluste bei Tesla bremsten dann auch den Nasdaq Stock Market Index Börsen-Chart zeigen aus, der zuletzt in den roten Bereich rutschte.

Nach einem Monat geht die Frist für die Einsicht von Unterlagen des US-Elektroautobauers Tesla zur Genehmigung seiner geplanten Fabrik in Grünheide bei Berlin zu Ende. Nur bis zum Mittwoch (24.00 Uhr) gibt es die Möglichkeit, in den Antrag und weitere Dokumente zu sehen. Wer sich gegen die Pläne wenden will, kann das aber schriftlich noch bis zum 5. März machen.

Euro gibt leicht nach

Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1040 US-Dollar und damit etwas weniger als im asiatischen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1048 Dollar festgelegt.

Zur Wochenmitte dürften sich die Anleger am Devisenmarkt zum einen für neue Konjunkturdaten interessieren. In vielen Weltregionen werden die Einkaufsmanagerindizes des Instituts Markit veröffentlicht. Die Unternehmensumfrage für die Dienstleister gibt Hinweise auf die konjunkturelle Lage. Diese hatte sich zuletzt etwas aufgehellt. Darüber hinaus melden sich einige Notenbanker zu Wort, vor allem aus der Eurozone. Darunter befinden sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde und EZB-Chefökonom Philip Lane.

Ölpreise erholen sich von Einjahrestief

Die Aussicht auf ein Mittel gegen das Coronavirus treibt auch die Ölpreise sprunghaft nach oben. Der Preis für die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,2 Prozent auf 55,72 Dollar das Fass, US-Leichtöl WTI um 2,6 Prozent, auf 50,93 Dollar.

Der Ausbruch des neuartigen Virus in China belastet seit Wochen die Aktienmärkte. Um die Infektionskrankheit einzudämmen, wurden in vielen Teilen des Landes Reiseverbote erlassen. Angestellte und Arbeiter wurden in Zwangsurlaub geschickt und Flugverbindungen nach China gestrichen. Analystenschätzungen zufolge könnte durch das Virus die weltweite Ölnachfrage in diesem Jahr um bis zu 0,5 Prozent sinken und das Wirtschaftswachstum vorübergehend verlangsamt werden. Chinas Zentralbank versucht, sich dagegen zu stemmen. Anleger hoffen auf weitere Unterstützungsmaßnahmen.

mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung