Donnerstag, 27. Februar 2020

Börsen im Bann des Coronavirus Dax schließt fest über 13.300 Punkten

Börse: Der Dax schwankt am Dienstag weiterhin stark

Die Wall Street notiert fest im Plus, der Dax baut an späten Nachmittag seine Gewinne sogar aus und notiert über der Marke von 13.300 Punkten. Wirecard und Continental führen den Leitindex an.

Auch Dank anziehender Kurse an der Wall Street haben die Börse in Europa feste geschlossen. Der Dax Börsen-Chart zeigen kletterte um 0,9 Prozent auf 13.323 Zähler, der MDax Börsen-Chart zeigen rückte um 0,8 Prozent auf 28.354 Zähler vor, der EuroStoxx50 legte gar um 1,1 Prozent auf 3717 Punkte zu. Der deutsche Leitindex hatte sich damit von seiner Vortageskorrektur auf den tiefsten Stand einen Gutteil erholen können. Zum Handelsschluss in Europa noteirte der Dow Jones bei 28.753 Punkten, ein Plus von 0,8 Prozent.

"Die Optimisten beginnen zu zweifeln", erklärte gleichwohl Portfolio-Manager Olivier Marciot vom Vermögensverwalter Unigestion. Das Coronavirus könne einen "breiteren Stimmungsumschwung auslösen". Hohe Bewertungen von Aktien könnten einen Rücksetzer noch beschleunigen. Der Anlagestratege Richard Flax vom Vermögensverwalter Moneyfarm warnte, dass eine monatelange Ausbreitung des Virus das Verhalten von Verbrauchern ändern und so die Wirtschaft belasten dürfte. "In China und darüber hinaus", so Flax.

Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen führten und Continental Börsen-Chart zeigen, führte das Feld der Gewinner mit Zugewinnen von jeweils mehr als 3 Prozent an, gefolgt von Fresenius Börsen-Chart zeigen und Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen, die jeweils um gut 2,5 Prozent vorrückten. Dagegen baute die Aktie von SAP Börsen-Chart zeigen am Ende des Dax ihre Verluste auf mehr als 3 Prozent aus - Anleger reagierten mit Verkäufen auf die Jahresbilanz des Dax-Schwergewichts.

Coronavirus: Mehr als 5000 Infizierte, mehr als 100 Tote in China

Das Coronavirus, das am Montag einer der Hauptgründe für die hohen Verluste war, sorgt keineswegs für Entspannung. Erstmals wurde nun auch in Deutschland eine Infektion mit dem neuartigen Virus bestätigt. In China, wo die Ausbreitung der Krankheit begann, gibt es inzwischen mehr als 100 Tote.

Das Virus bleibe das bestimmende Thema an den Börsen, sagte Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Nach dem Ausverkauf zum Wochenauftakt gingen die Anleger nun erst einmal in den Abwartemodus über. Die wirtschaftlichen Auswirkungen durch das Virus ließen sich aktuell noch nicht abschätzen.

SAP nach Zahlen unter Druck

Der größte europäische Softwarekonzern SAP Börsen-Chart zeigen hat seinen Betriebsgewinn gesteigert und seinen Ausblick für 2020 erhöht, jedoch drücken hohe Kosten auf das Netto-Ergebnis. Anleger wägten beides ab und so schwankten die Aktien des Softwarekonzerns im frühen Handel deutlich. Zuletzt standen sie mit mehr als 3,25 Prozent im Minus.

Die Walldorfer haben sich für das gerade begonnene Jahr ein etwas stärkeres Wachstum bei Umsatz und Ergebnis vorgenommen, als zuletzt in Aussicht gestellt. Händler zogen in ersten Einschätzungen ein positives Fazit, betonten aber, dass die Erhöhung nicht unerwartet komme. Im vergangenen Jahr hat SAP im Tagesgeschäft deutlich profitabler abgeschnitten, aber viel Geld für einen Stellenabbau ausgegeben. Am Markt gab es zwar Lob für die Margenentwicklung, aber etwas Kritik an der Entwicklung bei den wichtigen Cloud-Lösungen. Dies könne am Markt hinterfragt werden, sagte ein Händler.

Wall Street,: Dow Jones startet Erholungsversuch

Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag ihre klaren Vortagesverluste teilweise wettgemacht. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierte zuletzt 0,7 Prozent höher bei 28.739 Punkten, nachdem er am Montag um fast 1,6 Prozent ins Minus gerutscht war. Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag um 0,90 Prozent auf 3272 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 Börsen-Chart zeigen gewann 1,12 Prozent auf 9052,59 Punkte.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Die Talfahrt zum Wochenstart habe einige Schnäppchenjäger auf den Plan gerufen, hieß es aus dem Handel. Anhaltende Befürchtungen vor einer Ausbreitung des Coronavirus und deren wirtschaftlichen Folgen hielten das Kaufinteresse jedoch in Grenzen.

Frische US-Konjunkturdaten hatten positiven Einfluss auf die Notierungen. In den USA stiegen die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter Ende 2019 unerwartet deutlich. Zudem hellte sich die Stimmung der US-Verbraucher im Januar unerwartet deutlich auf. Ferner legten die Preise am US-Immobilienmarkt im November stärker als erwartet zu und verzeichneten den größten Zuwachs seit neun Monaten.

Aus Unternehmenssicht stand erneut die Quartalsberichtssaison im Anlegerfokus. So verbuchte der Pharmariese Pfizer Börsen-Chart zeigen aufgrund wachsender Konkurrenz durch Nachahmermedikamente 2019 einen Umsatzrückgang und rechnet damit auch im laufenden Jahr. Die Aktien fielen um 3,7 Prozent, da die Erwartungen an den Gewinn je Aktie im vierten Quartal verfehlt wurden.

Der Mischkonzern 3M will mit einem neuen Geschäftsmodell und schlankeren Strukturen das Wachstum ankurbeln und effizienter werden. Der für 2020 angepeilte Gewinn je Aktie enttäuschte die Anleger, so dass die Papiere 4,3 Prozent verloren.

mit Nachrichtenagenturen

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