Freitag, 21. Februar 2020

Börse Wirecard lässt alle hinter sich

Börse in Frankfurt: Der Dax startet einen Erholungsversuch
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Börse in Frankfurt: Der Dax startet einen Erholungsversuch

Trotz der Angst vor einer Ausweitung des Corona-Virus erholt sich der Dax und schließt fest im Plus. An der Wall Street dagegen taucht der Dow Jones zum Handelsschluss in Europa leicht ins Minus. Aktien von Wirecard führen die Gewinnerliste an.

Kursgewinne trotz Corona-Virus: Der Dax hat am Freitag sein Rekordhoch vom Mittwoch wieder ins Visier genommen. An den Vortagen waren Anleger nach der erreichten Bestmarke von 13.640 Punkten noch in die Defensive gegangen, zu Wochenschluss zog der Leitindex aber wieder um 1,41 Prozent auf 13.576 Punkte an. Auf Wochensicht schaffte er es so noch mit knapp 0,4 Prozent über die Gewinnschwelle. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg am Freitag um 1,13 Prozent auf 28.802 Punkte.

An der Wall Street tendierte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen zum Handelsschluss in Europa mit 0,28 Prozent leichter bei 29.084 Punkten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte trotz der rasanten Ausbreitung der neuen Krankheit in China auf das Ausrufen einer "gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite" verzichtet. Allerdings könnte sich die Situation noch zu einer "Notlage" entwickeln, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Aktien von Intel auf Rekordhoch

Bei Intel sorgte das Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren für starke Zahlen. Der Konzern übertraf die Erwartungen der Experten sowohl im vergangenen Quartal als auch mit den Prognosen. Die Aktien von Intel Börsen-Chart zeigen zogen in der Spitze um mehr als 9 Prozent auf rund 69,28 Dollar an. Das ist der höchste Stand seit 20 Jahren.

Die überzeugende US-Berichtssaison schiebe auch den Dax an und lasse die Sorgen um die Ausbreitung des Coronavirus etwas in den Hintergrund rücken, sagten Börsianer. Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Bayer, Siemens und Wirecard.

Wirecard Aktie setzt Klettertour fort - Aufsichtsratschef verspricht Umbau

Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen rückten um mehr als vier Prozent auf rund 140 Euro vor. Der neue Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann hatte in seinem ersten Interview mit dem manager magazinangekündigt, Vorstand und Aufsichtsrat zu erweitern und durch den Umbau auch für mehr Transparenz bei Wirecard zu sorgen.

Bei einem Sprung auf 139,80 Euro würden die Aktien von Wirecard die im Oktober nach abermaligen Vorwürfe der "Financial Times" (FT) hinsichtlich der Bilanzierungspraxis aufgerissene Kurslücke schließen. Der Aktienkurs war im Oktober nach einem Bericht der FT über angebliche Buchhaltungsprobleme in Dubai und Irland eingebrochen und bis Dezember auf ein Zwischentief von 102,20 Euro gefallen. Seither hat sich der Kurs nun schon um mehr als 30 Prozent erholt.

Mit dem Kurssprung vom Freitag setzten sich die Papiere zudem deutlicher von der 200-Tage-Durchschnittslinie ab, die sie tags zuvor erstmals seit Oktober überwunden hatten. Ein Anstieg über diesen längerfristigen Trendindikator kann Aktien zusätzlich Schwung verleihen.

Wirecard an der Dax-Spitze

Bayer Börsen-Chart zeigen profitierte von neuen Spekulationen über eine Einigung im US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat nur kurz. Zum Handelsschluss lag die Aktie mit mehr als 3 Prozent im Minus und zählte mit den Papieren von Continental Börsen-Chart zeigen zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex.


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Im SDax Börsen-Chart zeigen profitierte Krones von einer Kaufempfehlung der Schweizer Bank UBS. Mit einem Plus von 5 Prozent landeten die Papiere des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen auf den vordersten Plätzen im Nebenwerte-Index. Nach einem schwierigen Jahr 2019 mit überdurchschnittlichen Kostensteigerungen habe der Vorstand reagiert, schrieb Analyst Sven Weier.

Die US-Börsen haben am Donnerstag kaum verändert geschlossen. Im späten Handel stiegen einige Anleger wieder an der Wall Steet ein, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) trotz der rasanten Ausbreitung einer neuen Lungenkrankheit in China auf das Ausrufen eines internationalen Gesundheitsnotstands verzichtet hatte. An den New Yorker Aktienmärkten nahm die Angst vor dem Coronavirus daraufhin ab.

mit Nachrichtenagenturen

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