Dienstag, 26. Mai 2020

Börse Virus-Angst belastet Dax, Wirecard baut Gewinne aus

Börse in Frankfurt: Der Dax hat nach seinem Rekordhoch vom Vortag wieder den Rückwärtsgang eingelegt
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Börse in Frankfurt: Der Dax hat nach seinem Rekordhoch vom Vortag wieder den Rückwärtsgang eingelegt

Die Angst vor einer Ausweitung des Corona-Virus treibt den Dax tiefer ins Minus. Der Index fällt zeitweise unter 11.400 Punkte. Aktien von Wirecard zählen nach einem Bericht von manager magazin zu den wenigen Gewinnern im Dax.

Kursrutsch nach der Rekordjagd: Der Dax Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag weiter von seinem am Vortag erreichten Rekordhoch entfernt. Nachdem der deutsche Leitindex am Mittwoch eine Rekordmarke von 13.640 Zählern markiert hatte, setzten Gewinnmitnahmen ein. Am Donnerstag fiel der Dax mit einem Verlust von 0,9 Prozent wieder unter die Marke von 13.400 Zählern zurück. Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen und von Infineon Börsen-Chart zeigen, die zwischen 2 und 4 Prozent zulegten.

Für Nervosität unter den Anlegern sorgte am Donnerstag die Meldung, dass die chinesische Regierung die besonders schwer von dem neuartigen Coronavirus betroffene Millionenmetropole Wuhan sowie fünf weitere Millionenstädte praktisch abgeriegelt hat. Das Geschehen weckte bei vielen Menschen Erinnerungen an die Sars-Pandemie 2002 und 2003, die damals vor allem die Luftfahrt und den Tourismus belastete. Insbesondere an den Börsen Chinas ging es vor diesem Hintergrund deutlich abwärts. Peking hat die besonders schwer von der neuen Lungenkrankheit betroffene Millionenmetropole Wuhan unter Quarantäne gestellt und größere Feiern zum chinesischen Neujahrsfest landesweit abgesagt. Zudem waren erste Fälle der Erkrankung auch in anderen Staaten aufgetreten.

Wirecard Aktie legt zu: Aufsichtsratschef verspricht Umbau

Als einer der wenigen Werte notierte die Aktie von Wirecard Börsen-Chart zeigen gegen den Trend im Plus. Der neue Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann hatte in seinem ersten Interview mit dem manager magazin angekündigt, Vorstand und Aufsichtsrat zu erweitern und durch den Umbau auch für mehr Transparenz bei Wirecard zu sorgen. Zudem hatte Wirecard eine strategische Partnerschaft mit UZE Mobility, einer offenen Plattform für Elektro-Mobilitätsdienste, angekündigt. Die Unternehmen verbinden ihre Zahlungs- und Geolokalisierungstechnologien, um neue Dienstleistungen im Bereich der Elektromobilität zu entwickeln. Neben Wirecard verbuchten auch Papiere der Deutschen Bank und von Infineon Kursgewinne zwischen 1,5 und 2,1 Prozent.

Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen fielen erneut ans Dax-Ende zurück. Nachdem ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg die Hoffnung auf einen Börsengang der Wartungssparte geweckt hatte, drehten die Aktien kurz nach Handelsbeginn wieder ins Minus und notierten zuletzt rund 2 Prozen schwächer bei 14,50 Euro.

Wall Street mit Verlusten

Die Sorge um wirtschaftliche Belastungen durch die Lungenkrankheit in China hat am Donnerstag auf die US-Aktienkurse gedrückt. Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen gab im frühen Handel um 0,65 Prozent auf 28 997,74 Punkte nach und entfernte sich damit weiter von der Marke von 30 000 Punkten.

Hinzu kommt der erneut schwache Ölpreis, der die Kurse im US-Energiesektor belastete. Und auch mit Blick auf die Quartalsberichte großer Unternehmen gab es mehr Schatten als Licht.

Der marktbreite S&P 500 fiel um 0,47 Punkte auf 3306,06 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen hielt sich mit einem Abschlag von 0,24 Prozent auf 9166,76 Punkte wie schon am Vortag etwas besser als der Dow Jones Börsen-Chart zeigen und der S&P 500.


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Ölpreise fallen deutlich

Die Ölpreise sind am Donnerstag deutlich gesunken und haben damit an die Verluste der vergangenen Handelstage angeknüpft. An den Finanzmärkten verstärkte sich die Sorge der Investoren vor den Folgen einer neuen Lungenkrankheit. An den Börsen in Asien kam es am Morgen zu Kursverlusten und auch die Ölpreise wurden mit nach unten gezogen.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 62,18 US-Dollar. Das waren 1,03 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 1,09 Dollar auf 55,65 Dollar. Im Verlauf der Woche hatten Meldungen über die neue Lungenkrankheit die Ölpreise wiederholt belastet. Der Preis für Nordsee-Öl und der für US-Öl sind seit Montag um jeweils mehr als fünf Prozent gefallen.

Am Ölmarkt gebe es die Sorge, dass eine mögliche starke Verbreitung des Coronavirus die Reisetätigkeit und auch den Handel belasten könnte, erklärte Experte Vandana Hari vom Beratungsunternehmen Vanda Insights in Singapur die fallenden Ölpreise. Zuletzt hatte die chinesische Regierung die besonders schwer von der neuen Lungenkrankheit betroffene Millionenmetropole Wuhan praktisch abgeriegelt. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, sollten ab Donnerstagmorgen Flüge, Züge, Fähren und Fernbusse gestoppt werden.

mit Nachrichtenagenturen

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