Dienstag, 18. Februar 2020

Börse Dax-Anleger verlässt der Mut

Börse in Frankfurt: Der Dax springt auf ein Rekordhoch von 13.630 Punkten
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Börse in Frankfurt: Der Dax springt auf ein Rekordhoch von 13.630 Punkten

Deutsche Aktienanleger folgen der Wall Street nur zögerlich auf ihrer Rekordjagd. Zwar übersprang der Dax am Mittwoch seine bisherige Bestmarke von 2018 und stieg auf bis zu 13.640 Punkte. Dann aber strichen Investoren die Gewinne wieder ein, der Dax schloss am Mittwoch im Minus. Aktien von Daimler zählten zu den größten Verlierern.

Dem Dax Börsen-Chart zeigen ist am Mittwoch nach dem Sprung auf ein Rekordhoch die Luft ausgegangen. Früh schraubte der deutsche Leitindex seine bislang vom Januar 2018 datierende Bestmarke auf 13.640 Punkte nach oben, dann aber verließ ihn schnell die Kraft. Am Ende gab er um 0,30 Prozent auf 13.515 Punkte nach.

"Im Gegensatz zu den Aktienkursen haben die Gewinne der 30 Dax-Unternehmen ihren Rekordwert aus dem Jahr 2018 noch nicht wieder erreicht", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Dadurch seien die Aktien vergleichsweise teuer. "Das macht den Dax anfällig für Korrekturen."

Auch der MDax Börsen-Chart zeigen konnte seinen Rekord im frühen Handel nach oben schrauben bis auf 28.885 Punkte. Am Ende schloss der Index mittelgroßer Werte mit 28.754 Punkten aber mit 0,05 Prozent im Minus. Der Kleinwerte-Index SDax Börsen-Chart zeigen dagegen behauptete sich moderat im Plus.

Auf gesamteuropäischer Bühne rutschte der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen nach einem erneuten Angriff auf die Marke von 3800 Punkten mit dem Dax ins Minus ab. Er verlor am Ende ein halbes Prozent auf 3769 Punkte. Die Leitindizes in London und Paris gingen ähnlich schwach über die Ziellinie.

An den US-Börsen ging es dagegen weiter bergauf. Der Technologie-Index Nasdaq 100 verbuchte mit 9469 Punkten den zehnten Tag in Folge ein Rekordhoch. Mit dazu trugen die Kursgewinne von Tesla bei. Die Aktie kletterte nach ein Plus von 7 Prozent am Mittwoch zwischenzeitlich um mehr als weitere 8 Prozent auf 594 Dollar und übersprang damit die Marke von 100 Milliarden Dollar Börsenwert. Tesla Börsen-Chart zeigen ist damit mehr wert als der weltgrößte Autobauer Volkswagen Börsen-Chart zeigen.

Der breit gefasste S&P 500 erreichte ebenfalls eine Bestmarke. "Die optimistische Stimmung wird genährt von der bislang positiven Bilanzsaison", sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. Außerdem setzten Investoren Vertrauen in die Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Eindämmung des Coronavirus.

"Während des chinesischen Neujahresfestes wird aber eine große Zahl von Menschen verreisen", warnte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. "Daher könnte sich die Situation verschlimmern." Bislang gehen 17 Todesfälle auf das Coronavirus zurück, dass dem Sars-Erreger ähnelt. Diesem fielen 2002/2003 800 Menschen zum Opfer.


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Unabhängig davon verdarb Donald Trump manchem heimischen Anleger die Laune. Der US-Präsident drohte der EU erneut mit Strafzöllen auf Autos. Dies drückte den europäischen Branchen-Index auf ein Drei-Monats-Tief von 492,67 Punkten.

Auf die Stimmung in dem Sektor schlug zudem ein überraschend großer Gewinnrückgang bei Daimler Börsen-Chart zeigen . Darüber hinaus warnte der Autobauer vor zusätzlichen Belastungen im Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro im Zusammenhang mit angeblichen Abgas-Manipulationen. Angesichts des schwachen Auftragseingangs sei nicht mit einer raschen Belebung des Geschäfts zu rechnen, schrieb DZ Bank-Analyst Michael Punzet.

Unterdessen hievten Fusionsfantasien Alstom Börsen-Chart zeigenzeitweise auf ein Zehn-Jahres-Hoch von 46,42 Euro. Einem Medienbericht zufolge verhandelt der angeschlagene kanadische Bombardier-Konzern über einen Zusammenschluss seines Zuggeschäfts mit dem französischen Rivalen. Titel von Bombardier Börsen-Chart zeigen steuerten an der Börse Toronto mit einem Plus von zeitweise knapp 12 Prozent auf den größten Tagesgewinn seit einem Jahr zu. Die Papiere von Siemens Börsen-Chart zeigen fielen dagegen um 1 Prozent. Der geplante Zusammenschluss der Bahntechnik-Sparte des deutschen Konzerns mit Alstom war vor knapp einem Jahr am Widerstand der Wettbewerbshüter gescheitert.

An der Wall Street winkte den Papieren von IBM Börsen-Chart zeigenmit einem Plus von zeitweise 4,7 Prozent ebenfalls der größte Tagesgewinn seit einem Jahr. Der IT-Konzern legte dank eines starken Cloud-Geschäfts ein Quartalsergebnis über Markterwartungen vor. Positiv sei vor allem das Umsatzplus, schrieb Analyst Knut Woller von der Baader Helvea Bank. Beflügelt wurden dadurch die Aktien von Infineon Börsen-Chart zeigen . Der Chiphersteller profitierte von den guten IBM-Zahlen und schloss rund 1,2 Prozent fester.

Die Aktionäre des Batterie-Herstellers Varta Börsen-Chart zeigen mussten eine weitere kritische Studie der Commerzbank verdauen. Aus Sorge vor steigendem Konkurrenzdruck wurden die Aktien von Analyst Stephan Klepp binnen kurzer Zeit zum zweiten Mal abgestuft. Er rät nun dazu, die Papiere im Depot zu reduzieren. Varta-Anteilscheine sackten im MDax um fast 7 Prozent ab.

Noch düsterer ging es im MDax bei K+S Börsen-Chart zeigen mit einem Kursrutsch um mehr als 8 Prozent zu. Die Experten der Bank of Amerika hatten sich negativ zu den Papieren des Salz- und Düngemittelkonzerns geäußert, dem es an attraktiven Möglichkeiten mangele, die hohe Verschuldung zu senken. Mit 4,20 Euro riefen sie ein Kursziel aus, das weniger als die Hälfte des aktuellen Kurses beträgt.

Euro fällt, Bundesanleihen steigen

Der Euro litt am Mittwoch ein Stück weit unter politischer Unsicherheit in Italien, wo sich ein Wechsel an der Spitze einer der Regierungsparteien anbahnt. Der Kurs der Gemeinschaftswährung sank zuletzt auf 1,1085 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1088 (Dienstag: 1,1115) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9019 (0,8997) Euro.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind zur Wochenmitte gestiegen. Die Umlaufrendite fiel im Zuge dessen von minus 0,26 Prozent am Vortag auf minus 0,28 Prozent. Der Rentenindex Rex legte leicht um 0,04 Prozent auf 143,97 Punkte zu. Der Bund Future stieg um 0,13 Prozent auf 172,32 Zähler.

mit Nachrichtenagenturen

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