Freitag, 29. Mai 2020

Börse Dax nahe Rekordhoch, Tesla-Aktie hebt ab

Börse in Frankfurt: Dax knapp unter Rekordhoch

Der deutsche Leitindex Dax nimmt nach schwachem Start wieder Kurs auf sein Rekordhoch: US-Präsident Donald Trump sagt in Davos, die USA seien um ein Handelsabkommen mit der EU bemüht. An der Wall Street vollzieht die Aktie von Tesla einen Kurssprung.

Schwache Vorgaben aus Asien hatten den Dax Börsen-Chart zeigen am Dienstag zunächst ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex fiel in den ersten Minuten um 0,8 Prozent auf 13.445 Punkte. Bis zum Nachmittag konnte der Dax seine Verluste jedoch vollständig wieder aufholen und stieg zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) wieder über die Marke von 13.550 Zählern. Somit bleibt das Rekordhoch von 13.600 Punkten für den deutschen Leitindex in unmittelbarer Reichweite.

Zur Entspannung trugen die vergleichsweise warmen Worte des US-Präsidenten Donald Trump zur Eröffnung des WEF in Davos bei. Die USA seien um einen Handelsdeal mit der EU bemüht, sagte Trump vor einem Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Außerdem sagte Chinas Vizepremier eine weitere Öffnung seines Landes zu. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten am Dienstag Aktien der Gesundheitskonzerne Fresenius Börsen-Chart zeigen und Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen von jeweils 1,5 Prozent. Die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen schloss ebenfalls in der Gewinnzone, während die Autowerte Daimler Börsen-Chart zeigen, Volkswagen Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen mit Kursverlusten aus dem Handel gingen.

An den Börsen Asiens waren die Kurse zuvor gesunken. Händler verwiesen auf Nervosität unter Anlegern angesichts der sich ausbreitenden neuartigen Corona-Virus-Lungenkrankheit in China. Dass die Weltgesundheitsorganisation wegen der Erkrankungen ihren Notfallausschuss einberufen habe, habe das Augenmerk der Investoren auf die Sache gezogen, erklärte Analyst Stephen Innes vom Handelshaus Axicorp.

Aus charttechnischer Sicht werde die jüngste Aufwärtsbewegung des Dax Börsen-Chart zeigen durch vergangene Kursmarken weiter verzögert, schrieben die Experten von Index-Radar. Anleger sollten sich davon aber nicht allzu sehr verunsichern lassen. Problematisch werde es erst, wenn der Markt wieder deutlich unter die 13.000er-Marke fallen würde.

Wall Street: Dow knapp im Minus, Kurssprung bei Tesla und Beyond Meat

Angesichts von Spekulationen über eine Abkühlung der Weltwirtschaft als Folge einer drohenden Pandemie machen einige US-Anleger Kasse. Die Leitindizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen, Nasdaq und S&P 500, die in den vergangenen Wochen von Rekord zu Rekord geeilt waren, verloren zur Eröffnung am Dienstag jeweils etwa 0,3 Prozent.

Der Ausbruch des Coronavirus in China sei eher ein psychologischer Belastungsfaktor, sagte Scott Brown, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Raymond James. "Er hat keinen großen Einfluss auf die US-Wirtschaft."

Investoren warfen vor allem Aktien der Fluggesellschaften aus ihren Depots. Die Titel von American Airlines, United Airlines und Delta Air Lines verloren bis zu 2,5 Prozent. Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Kasino-Betreiber Las Vegas Sands und Wynn, die beide Glücksspiel-Hotels in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau betreiben. Ihre Titel verbilligten sich um bis zu 6,7 Prozent.

Investoren warfen ebenfalls US-Papiere chinesischer Firmen auf den Markt. Die Titel des Amazon-Rivalen Alibaba Börsen-Chart zeigen und des Kurznachrichten-Dienstes Weibo fielen um bis zu 6,5 Prozent. Die Papiere des Online-Reisebüros Trip.com brachen sogar um fast zwölf Prozent ein.

Nasdaq kaum verändert, Tesla mit Kurssprung

Der von Technologiewerten dominierte Nasdaq 100 verlor 0,20 Prozent auf 9155,71 Zähler.

Tesla Börsen-Chart zeigen waren mit einem Plus von 6 Prozent auf rund 543 US-Dollar der größte Kursgewinner im Nasdaq 100 Index. Der Analyst Pierre Ferragu von New Street Research hält mit Blick auf die kommenden Jahre einen Tesla-Kurs von bis zu 1700 Dollar für möglich - rechnet aber weiterhin mit einem heftigen Kampf zwischen den Bullen und Bären am Markt.

Um mehr als 10 Prozent stiegen die Titel des Fleischersatz-Herstellers Beyond Meat, die nach ihrem Kurssturz ihre Erholung fortsetzten und wieder über die Marke von 120 Dollar kletterten.

Lufthansa unter Druck

Im Dax notierten fast alle Aktien im Minus. Zu den größten Verlierern zählten die Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen , die zuletzt 1,44 Prozent einbüßten. Die Meldungen zu der neuartigen Lungenkrankheit vergällten den Anlegern das Interesse an den Papieren der Fluggesellschaft. Der Ausbruch des Virus könnte die Nachfrage nach Dienstleistungen und besonders nach Reiseangeboten erheblich schmälern, sagte der Analyst Stephen Innes vom Handelshaus Axicorp.

MDax: Hugo Boss gefragt, Varta unter Druck

Im MDax Börsen-Chart zeigen sicherten sich die Aktien von Hugo Boss Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von knapp 3,6 Prozent den ersten Platz. Eine überraschend gute Geschäftsentwicklung im wichtigen Weihnachtquartal verlieh den Papieren des Modeunternehmens Rückenwind. Die Resultate des Konzerns stimmten gerade angesichts des schwierigen Geschäftsumfeldes zuversichtlich, schrieb Analystin Louise Singlehurst von der Investmentbank Goldman Sachs. Hugo Boss habe vom Einzelhandelsgeschäft, aber auch von der Partnerschaft mit dem Online-Händler Zalando profitiert. Insgesamt habe der Umsatz im Schlussquartal die Erwartungen übertroffen.

Dagegen brachen die Aktien von Varta Börsen-Chart zeigen um mehr als 5 Prozent ein. Börsianern zufolge kappte die Berenberg Bank das Kursziel von 125 auf 110 Euro. Vergangene Woche war die Aktie nach dem größten Kurssturz seit dem Börsengang 2017 wieder auf Erholungskurs gegangen.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Asiens Börsen mit Verlusten

Die asiatischen Börsen litten am Dienstag unter der Unsicherheit durch die Ausbreitung des Coronavirus. In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gesellte sich dies als Belastung zu den zuletzt spürbaren Auswirkungen der Proteste. Der Hongkonger Hang Seng Börsen-Chart zeigen gab daher besonders stark um 2,7 Prozent auf 28 019,85 Zähler nach.

Die Ausbreitung des Coronavirus sorgte im gesamten asiatischen Raum für Unsicherheit. "Die Einschnitte für die Weltkonjunktur könnten gigantisch sein, falls der Ausbruch sich zu einer Epidemie entwickelt", schrieb Marktstratege Stephen Innes von Axitrader in einer Studie. Dies würde der etwa der Luftfahrtindustrie aus Sicht des Experten einen schweren Schlag versetzen. Der japanische Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigen schloss mit einem Minus von 0,91 Prozent auf 23 864,56 Punkten. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen gab um 1,7 Prozent auf 4114 Punkte nach.

Euro notiert kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Dienstag nur wenig bewegt und damit an den impulsarmen Wochenauftakt angeknüpft. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1095 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Seit dem vergangenen Freitag hielt sich der Euro in einer engen Handelsspanne. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1085 (Freitag: 1,1108) Dollar festgesetzt.

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sind am Dienstag gesunken. Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung, nachdem die Preise zu Beginn der Woche unter anderem wegen der Sorge vor Lieferausfällen aus dem Opec-Staat Libyen gestiegen waren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 64,58 US-Dollar. Das waren 62 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 36 Cent auf 58,18 Dollar.

Die Lage in dem ölreichen Bürgerkriegsland Libyen bleibt weiter im Fokus der Anleger am Ölmarkt. Am Sonntag hatte sich eine internationale Libyen-Konferenz in Berlin darauf geeinigt, internationale Anstrengungen zur Überwachung des bereits seit 2011 bestehenden UN-Waffenembargos zu verstärken. Gefordert wird eine umfassende Demobilisierung und Entwaffnung der Milizen im dem Bürgerkriegsland.

mit Nachrichtenagenturen

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