Samstag, 4. April 2020

USA-Iran-Konflikt belastet Börsen Dax knickt ein, US-Rüstungsfirmen gefragt

Qasem Soleimani (Archivbild): Bei einer US-amerikanischen Attacke nahe dem Flughafen von Bagdad ist einer der hochrangigsten iranischen Generäle getötet worden. Anleger in Asien und Europa fürchten eine Eskalation des Konflikts mit harten Folgen für Wirtschaft und Börsen
Office of the Iranian Supreme Leader/ AP
Qasem Soleimani (Archivbild): Bei einer US-amerikanischen Attacke nahe dem Flughafen von Bagdad ist einer der hochrangigsten iranischen Generäle getötet worden. Anleger in Asien und Europa fürchten eine Eskalation des Konflikts mit harten Folgen für Wirtschaft und Börsen

Die Furcht vor einer massiven Ausweitung des Konflikts am Golf hat am Freitag Anleger vertrieben. Der Dax knickt ein, Öl verteuert sich rasant, ebenso der Bitcoin. Gefragt waren Aktien von US-Rüstungsfirmen.

Eine deutlich zugespitzte geopolitische Lage im Nahen Osten hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag weit ins Minus befördert. Nach der Tötung eines ranghohen iranischen Generals durch die US-Streitkräfte herrschte an den Weltbörsen die Unsicherheit vor, ob es zu einer militärischen Eskalation in der Region kommen wird. Der Dax Börsen-Chart zeigen verlor in der Spitze 2 Prozent an Wert, konnte sich jedoch am Nachmittag über der Marke von 13.200 Punkten stabilisieren. Letztlich verlor der Leitindex 1,25 Prozent auf 13.219,14 Zähler. Daraus resultiert für die abgelaufene Woche ein Minus von rund 0,9 Prozent. Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Werte schloss am Freitag 0,55 Prozent tiefer bei 28.451,33 Punkten.

Schlusslicht im deutschen Leitindex waren die Papiere der Lufthansa Börsen-Chart zeigen , deren Aktien fast 6,7 Prozent verloren. Neben den neuen Golf-Spannungen werde die Luftfahrt-Branche von der Prognose eines Passagierrückgangs 2020 belastet, sagte ein Börsianer. Auch die Anteilscheine von Air France-KLM und IAG büßten 7,9 beziehungsweise 1,7 Prozent ein.

Stark unter Druck stehen auch Aktien der Autobauer und Autozulieferer: Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Continental Börsen-Chart zeigenund Daimler Börsen-Chart zeigenverloren in der Spitze zwischen 2,7 und 3,2 Prozent und gingen mit jeweils etwa zwei Prozent Minus aus dem Handel.

Auch an der Wall Street versetzte der US-Angriff die Anleger in Unruhe. Kurz nach Handelsstart standen der Dow und der S&P 500 0,8 beziehungsweise 0,7 Prozent im Minus. Der Preissprung beim Öl half hingegen Aktien der Ölkonzerne: Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen , Chevron Börsen-Chart zeigen sowie BP, Shell Börsen-Chart zeigen und Total Börsen-Chart zeigen zogen um bis zu 1,5 Prozent an.

Anleger stiegen auch bei US-Rüstungsfirmen ein. Die Aktien von Raytheon, General Dynamics und Lockheed Martin zogen bis zu 1,3 Prozent an. Ein Rekordhoch markierten die Aktien von Tesla, nachdem der Elektroautohersteller im vierten Quartal besser abschnitt als erwartet und damit seine Auslieferungsziele für 2019 knapp erreichte. Die Aktien legten mehr als drei Prozent zu.


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Der Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, Qasem Soleimani, war bei einem US-Raketenangriff nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad ums Leben. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei drohte den USA daraufhin "schwere Rache" an.

"Der erste Schock sitzt tief", ergänzte Marktstratege Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Nun müsse sich zeigen, ob die Situation weiter eskaliert oder in den kommenden Handelstage wieder beruhigt. "Die Finanzmärkte haben ihren ersten geopolitischen Belastungsfaktor in diesem Jahr", sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG.

Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners warnte: "Die Eskalationsspirale ist in vollem Gang." Die entscheidende Frage sei jetzt, wie weit beide Seiten zu gehen bereits sind. "Dieser Konflikt hat das Potenzial, politisch und wirtschaftlich extreme Turbulenzen auszulösen", fuhr der Experte fort. Der drastische Anstieg des Ölpreises sei möglicherweise erst ein klitzekleiner Vorgeschmack auf das, was da noch kommen kann. Laut der Strategin Helima Croft vom Analysehaus RBC könnte in diesem Jahr der Konflikt zwischen dem Iran und den USA auf irakischem Boden ausgetragen werden.

Ölpreis schießt hoch - "Eskalationsspirale ist in vollem Gang".

Der US-Ölpreis hat in der Nacht zu Freitag zeitweise mit 63,84 Dollar den höchsten Stand seit Mai 2019. Damit wurde sogar der Höchststand vom vergangenen September übertroffen, der nach einem schweren Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen markiert worden war. Der Preis für Nordseeöl kletterte zwischenzeitlich bis auf 69,16 Dollar. Am Morgen fielen die Preise wieder ein wenig.

Kurse in Asien tauchen ab

Auch in Asien kamen angesichts der gezielten Tötung des iranischen Generals Sorgen vor einer Eskalation des Konflikts auf. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen sank nach anfänglichen Gewinnen um 0,18 Prozent auf 4144,96 Punkte. In Hongkong notierte der Hang Seng zuletzt 0,23 Prozent niedriger bei 28.477,39 Punkten. Der japanische Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigenhatte am letzten Handelstag 2019 mit einem Minus von 0,76 Prozent bei 23 656,62 Punkten geschlossen.

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