Samstag, 4. April 2020

Börse Dax im Minus, US-Börsen steigen weiter

Kursverluste im Dax: Dax-Kurve in Frankfurt

Von wegen Dax-Rekord: Der Dax rutscht wieder unter die Marke von 13.200 Zählern. Vor der Weihnachtspause nehmen Anleger Gewinne mit und bringen Geld in Sicherheit. Die Aktie von Wirecard baut ihre Verluste aus. An der Wall Street legen Dow Jones und Nasdaq dagegen weiter zu.

Abwärts: Nach zwei schwächeren Tagen hat der Dax Börsen-Chart zeigen auch am Donnerstag zunächst weiter nachgegeben und ist unter die Marke von 13.200 Zählern gerutscht. Am Mittwoch war er bereits 0,5 Prozent schwächer bei 13.222 Punkten aus dem Handel gegangen. Damit entfernt er sich weiter von seinem Rekordhoch bei knapp 13.600 Punkten, die erhoffte Jahresend-Rally fällt damit aus.

Um 1,2 Prozent abwärts ging es für die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen. Die "Financial Times" wirft in einem Bericht erneut Fragen zu einer Übernahme in Indien im Jahr 2015 auf. Begleitet wird die Berichterstattung der FT von regelmäßigen Short-Seller-Attacken auf die Wirecard-Aktie. Wirecard wirft der FT vor, sich vorher mit den Short Sellern abzustimmen - was die FT bestreitet.

Abschied vom Dax-Rekord in diesem Jahr

Europas Anleger verlieren vor den Weihnachtstagen den Glauben an neue Rekordstände noch in diesem Jahr. "Die Jahresendrallye scheint am Ende zu sein", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. Die ersten Investoren realisierten ihre stattlichen Jahresgewinne.

Das Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump nahmen die Börsianer mit Schulterzucken auf. Das Repräsentantenhaus nahm am Mittwoch mit der Mehrheit der Demokraten zwei Anklagepunkte gegen den Republikaner an. Über die Amtsenthebung selbst aber entscheidet im kommenden Jahr die zweite Kongresskammer, der Senat.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq bleiben auf Rekordjagd

Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag im frühen Handel leicht zugelegt. Damit hielten sich die Kurse hartnäckig auf rekordverdächtig hohem Niveau. Für neue Rekorde reichte es bislang aber nicht. Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen stieg um 0,25 Prozent auf 28 310 Punkte. Oberhalb von 28 300 Punkten waren seit Wochenbeginn stets Verkäufer an den Markt gekommen. Der marktbreite S&P 500 lag zuletzt mit 0,15 Prozent im Plus bei 3195,99 Zählern. Der technologielastige Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen verbuchte einen Gewinn von 0,2 Prozent auf 8600 Punkte.

Tesla auf Rekordhoch, Nvidia im Plus

Die Aktien des Elektroautoherstellers Tesla Börsen-Chart zeigen stiegen auf den höchsten Stand ihrer sechsjährigen Börsengeschichte. In der Spitze legte der Kurs um knapp drei Prozent auf 402 US-Dollar zu. Die Bank UBS wies darauf hin, dass der Markt die Quartalszahlen im Oktober "mit Wohlwollen aufgenommen" habe. Seit der Veröffentlichung hat der Kurs mehr als 50 Prozent gewonnen.

Der US-Chiphersteller Nvidia Börsen-Chart zeigen wird Insiderinformationen zufolge auch von den EU-Wettbewerbshütern grünes Licht für die Übernahme des israelischen Konkurrenten Mellanox für 6,8 Milliarden Dollar erhalten. Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, die Genehmigung werde ohne Auflagen erteilt. Dies hatten bereits die Kartellwächter in den USA getan. Die Zustimmung der Behörden in China steht noch aus. Für Nvidia ist es der größte Zukauf in der Geschichte des Unternehmens. Es will damit sein Geschäft mit Rechenzentren und künstlicher Intelligenz ausbauen und dem heimischen Rivalen Intel verstärkt Konkurrenz machen.

Cisco und Micron legen zu

Bei den Schwergewichten setzten sich die Aktien von Cisco Börsen-Chart zeigen an die Spitze des Dow. Sie verteuerten sich um 1,7 Prozent. Die Investmentbank Barclays lobte die niedrige Bewertung der Papiere und die neuen Produkte des Telekomausrüsters - und stufte sie auf "Overweight" hoch. UnitedHealth stiegen im Dow Jones Börsen-Chart zeigen auf ein Rekordhoch. Zuletzt legten sie um 1,3 Prozent zu. Das Analysehaus Argus Research schraubte das Kursziel für die Papiere des Krankenversicherers von 265 auf 340 Dollar hoch und riet weiter zum Kauf.

Papiere von Micron Börsen-Chart zeigen verteuerten sich um 2,1 Prozent, angetrieben von guten Quartalszahlen des Chip-Herstellers vom Vorabend. Das Unternehmen steigerte im ersten Geschäftsquartal den Umsatz um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Bund will 2020 mehr Schulden machen

Die Pläne der Bundesregierung, im kommenden Jahr mehr Geld am Markt aufzunehmen, trieb die Rendite der deutschen Anleihen nach oben bis auf minus 0,215 Prozent. Insgesamt will der Staat Bundeswertpapieren im Volumen von 210 Milliarden Euro auf den Markt bringen - im zu Ende gehenden Jahr waren es lediglich 196 Milliarden Euro.

Um mehr als sechs Prozent aufwärts ging es für die Aktien von Jungheinrich Börsen-Chart zeigen. Der Gabelstapler-Hersteller hatte am Mittwoch die Anleger mit einem mauen Ausblick verschreckt.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Vorgaben aus Asien schwach

Die Anleger in Asien haben nach den jüngsten Kursanstiegen vor den Weihnachtstagen Gewinne mitgenommen. In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei Börsen-Chart zeigen 0,3 Prozent schwächer bei knapp 23.865 Punkten aus dem Handel, nachdem er am Dienstag noch auf den höchsten Stand seit 14 Monaten gestiegen war. Allein seit August hat der japanische Leitindex fast ein Fünftel zugelegt in der Hoffnung, dass die weltweite Wirtschaft in Schwung kommt.

Euro legt leicht zu

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Donnerstag im frühen Handel leicht gestiegen. Am Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1125 US-Dollar und damit etwas mehr als am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1115 Dollar festgesetzt.

Der Donnerstag steht im Zeichen der Geldpolitik. In der Nacht auf Donnerstag hatte die japanische Notenbank ihren extrem lockeren Kurs bestätigt. Am Vormittag dürfte sich die schwedische Notenbank nach fast fünf Jahren von ihrer Negativzinspolitik verabschieden. Und gegen Mittag steht die Zinsentscheidung der britischen Notenbank auf dem Programm. Es wird mit einer Fortsetzung des lockeren Kurses gerechnet.

Konjunkturdaten stehen dagegen nur wenige auf dem Programm, zumindest im Euro-Raum. In den USA werden zwar einige Zahlen veröffentlicht, allerdings keine von gehobener Bedeutung für die Finanzmärkte.

Ölpreise bewegen sich kaum

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag zunächst kaum von der Stelle bewegt. Am Markt war von fehlenden Impulsen die Rede. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 66,24 US-Dollar. Das waren sieben Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg ebenfalls geringfügig auf 60,97 Dollar.

An der grundsätzlichen Lage am Ölmarkt hat sich in den vergangenen Tagen wenig geändert. Zurzeit bewegen sich die Erdölpreise in der Nähe dreimonatiger Höchststände. Unterstützung kommt vor allem von zwei Seiten: Zum einen von der Annäherung der USA und China in ihrem Handelsstreit, zum anderen von der neuerlichen Förderkürzung des Rohölkartells Opec.

Tendenziell belastend wirken dagegen die nach wie vor durchwachsenen Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft. An den Finanz- und Rohstoffmärkten nimmt die Aktivität vor dem Weihnachtsfest und dem Jahreswechsel ab. Die geringere Marktliquidität kann zwar zu stärkeren Kursausschlägen führen, die sich jedoch meist als nicht nachhaltig herausstellen.

mit Nachrichtenagenturen

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