Dienstag, 26. Mai 2020

Börse Unilever und Angst vor hartem Brexit belasten Dax

Dax im Minus: Gewinnmitnahmen belasten den Index

Am Vortag hatten Aktienkäufe den Dax über die Marke von 13.400 Punkten getrieben. Nun setzen Gewinnmitnahmen ein, der Dax gibt wieder nach. Bei den Einzelwerten stehen die Aktien von SAP, Wirecard und Fresenius auf den Verkaufslisten. In den USA starten Dow und Nasdaq kaum verändert.

Nach seiner jüngsten Rekordjagd hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Dienstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Der deutsche Leitindex gab am Dienstag wieder etwas nach und fiel bis zum Handelsschluss auf Xetra knapp unter die Marke von 13.300 Punkten. Am Montag hatte er noch bei 13.425 Zählern sein bisher höchstes Niveau in diesem Jahr erreicht.

Für die Zurückhaltung an den Märkten sorgten die enttäuschenden Zahlen des Konsumgüterriesen Unilever Börsen-Chart zeigen sowie die Ankündigung des britischen Premiers Boris Johnson, den Brexit in jedem Fall bis Ende 2020 zu vollenden. Da derzeit kaum jemand den Briten zutraut, dass sie in der Lage sind, binnen elf Monaten ein Handelsabkommen zu schmieden, ist damit die Gefahr eines harten Brexit im Dezember 2020 erneut gestiegen.

Gefragt waren defensive Versorgerwerte RWE Börsen-Chart zeigen und Eon Börsen-Chart zeigen, die jeweils gut 1 Prozent zulegten. Am Ende des Leitindex verloren die Aktien von SAP Börsen-Chart zeigen und Wirecard Börsen-Chart zeigen jeweils gut 2,6 Prozent. Auch Fresenius Börsen-Chart zeigen, Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen und Covestro Börsen-Chart zeigen verloren signifikant und belasteten den Index.

Versorger gefragt, SAP und Unilever unter Druck

Aktien von SAP Börsen-Chart zeigen litten unter einer Verkaufsempfehlung durch die Bank of America, begründeten Händler die deutlichen Kursverluste. In der Spitze gaben die Papiere 3,2 Prozent nach. Anleger hielten sich bei SAP zudem zurück, weil der Wettbewerber Oracle Börsen-Chart zeigen am Abend seine Geschäftszahlen vorlegen wird.

Der britische Konsumgüter- und Nahrungsmittelhersteller Unilever Börsen-Chart zeigen verdirbt seinen Aktionären mit seiner gesenkten Umsatzprognose den Appetit. Die Aktien gaben am Dienstag um bis zu 5,9 Prozent nach und fielen auf den niedrigsten Stand seit Mitte April. Der Produzent von Ben & Jerry's-Eiscreme und Dove-Duschgel rechnet damit, dass der Umsatz im laufenden Jahr etwas weniger stark zugelegt hat als bislang angenommen, und verwies auf Schwächen in Südasien und Nordamerika.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq nach Rekordjagd kaum verändert

Am US-Aktienmarkt atmen Anleger am Dienstag nach den Vortagesrekorden erst einmal durch. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen startete kaum verändert bei 28.240 Zählern. Am Montag hatte der Wall-Street-Index, befeuert von der Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China, im Handelsverlauf erstmals die Marke von 28 300 Punkten geknackt. Auch der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen schwankte weiterhin um die Marke von 8580 Zählern.

Konjunkturseitig gab es starke Daten aus dem Baugewerbe. So stiegen die Baubeginne im November deutlich stärker als erwartet und auch die Zahl der Baugenehmigungen legte überraschend zu.

Boeing Aktie weiter unter Druck

Unter den Einzelwerten richten sich die Blicke weiter auf die Aktien von Boeing Börsen-Chart zeigen . Am Vortag hatten sich die Spekulationen über eine Produktionsaussetzung des Unglücksfliegers 737 Max bestätigt. Angesichts der hohen Ungewissheit, ob der Flugzeugtyp wieder zugelassen wird, sollen von Januar an vorerst keine solchen Maschinen mehr herstellt werden. Boeing gaben im frühen Handel um etwas mehr als 1 Prozent nach. Es dürfte damit der vierte Handelstag mit Verlusten werden. Auch Aktien von Zulieferern leiden.

Uber im Plus

Uber legten vor dem Börsenstart um 1,2 Prozent zu. Der Fahrdienst-Vermittler führt eine neue Sicherheitsfunktion ein, bei der die Identität der Fahrer immer wieder überprüft wird. Damit soll zum Beispiel verhindert werden, dass Account-Daten registrierter Uber-Fahrer von anderen genutzt werden.

Britisches Pfund unter Druck

Für Ernüchterung sorgte der britische Premierminister Boris Johnson, der eine Verlängerung der Brexit-Übergangsfrist gesetzlich ausschließen will. Damit wird der finale EU-Austritt Großbritanniens einmal mehr zum Spiel gegen die Zeit. Das Pfund geriet unter Druck, die britische Währung verlor 1,3 Prozent auf 1,3154 Dollar und machte damit die Kursanstiege seit dem klaren Wahlsieg für Johnsons Konservative wieder zunichte.

Boeing stoppt Produktion von 737 MAX - Zulieferer unter Druck

Der Produktionsstopp für den Boeing-Flieger 737 MAX drückte auf die Aktien der Zulieferer. Die Anteilsscheine der größten europäischen Boeing-Partner Safran und Senior, brachen in der Spitze um 4,7 beziehungsweise 8,7 Prozent ein. Die Papiere des Rivalen Airbus legten dagegen zeitweilig zu. Analysten der Credit Suisse erklärten, es sei schwer, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Entscheidung von Boeing einzuschätzen, ohne mehr über die Dauer des Produktionsstopps und die Lieferbedingungen zu wissen. Die 737 MAX ist seit März aus dem Verkehr gezogen, nachdem bei zwei Abstürzen in Indonesien und Äthiopien 346 Menschen innerhalb von fünf Monaten ums Leben kamen.

Ceconomy streicht Dividende

Auf Unternehmensseite kamen konkrete Nachrichten vor allem aus den hinteren Börsenreihen. Aktien des Elektronikhändlers Ceconomy Börsen-Chart zeigen gehörten mit rund 4 Prozent Abschlag nach endgültigen Zahlen zu den schwächsten Mitgliedern im Index der kleineren Werte SDax Börsen-Chart zeigen. Mit einem erneuten Dividendenausfall für dieses Jahr bereitet das Unternehmen seinen Anlegern abermals eine Enttäuschung, auch der nur leichte angepeilte Ergebnisanstieg für das Geschäftsjahr ist laut einem Händler ernüchternd und lastet auf den Aktien.

Die Anteile von Index-Kollege Corestate eroberten mit rund 2,5 Prozent Plus das Siegertreppchen. Bei den Börsianern kam gut an, dass sich Unternehmensgründer Ralph Winter in einer Privatplatzierung von einem Großteil seiner Aktien trennt.

Im MDax Börsen-Chart zeigen gaben die Papiere des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen um rund 1,5 Prozent nach. Marktgerüchten zufolge überlegt das Unternehmen, über eine Tochter das US-Unternehmen Meet Group zu übernehmen, einen Entwickler einer Livestreaming-App.

Airbus Group Börsen-Chart zeigen profitierten unterdessen nur moderat von der Nachricht, dass Konkurrent Boeing Börsen-Chart zeigen einen vorübergehenden Produktionsstopp für seinen Unglücksflieger 737-Max verkündet hat.

Rheinmetall-Anteile Börsen-Chart zeigen zogen mit mehr als 3 Prozent von dannen. Goldman-Sachs-Experte Chris Hallam empfiehlt das Papier nun zum Kauf. Er traut der Rüstungssparte des Konzerns auch in Zukunft starkes Wachstum zu, womit die Probleme in der Autosparte mehr als wettgemacht werden dürften.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Die US-Börsen hatten am Vortag fester geschlossen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen schloss 0,4 Prozent höher auf 28.235 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Börsen-Chart zeigen rückte 0,9 Prozent auf 8814 Zähler vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,7 Prozent auf 3191 Stellen zu.

Die USA und China hatten sich nach monatelangem Gezerre auf ein erstes Teilabkommen geeinigt. Die Amerikaner sagten zu, einige Zölle zu reduzieren, im Gegenzug kaufen die Chinesen mehr Waren unter anderem aus der US-Landwirtschaft. "Dieses Abkommen könnte der Beginn einer Reihe von schrittweisen Zollsenkungen sein, was die Kurse am Aktienmarkt weiter steigen lassen könnte, zusammen mit einem steigenden Vertrauen in die Wirtschaft und höheren Investitionen", sagte Mark Haefele, Chefinvestor bei der Vermögensverwaltung UBS Global Wealth Management.

Für gute Stimmung sorgten ferner Wirtschaftsdaten aus China. So legte dort die Industrieproduktion im November stärker zu als erwartet. Auch der klare Wahlsieg des britischen Premierministers Boris Johnson vergangene Woche sorgte für mehr Klarheit - und die lieben Aktienanleger.

Nach Ansicht von Experten haben Investoren unter diesen Voraussetzungen - Klarheit zu Handelsstreit und Brexit - gute Chancen auf eine Jahresendrally. "Damit befindet sich der Markt jetzt in einer komfortablen Angriffsposition für neue Rekorde", sagte Kapitalmarktexperte Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. "Es ist nur noch die Frage, ob es noch in diesem Jahr klappt oder wir einen starken Start ins Börsenjahr 2020 bekommen - oder beides!"

Euro und Ölpreise kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Dienstag im frühen Handel kaum von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1145 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Montagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1146 Dollar festgesetzt.

Am Dienstag stehen nur wenige Konjunkturdaten an, die für größere Bewegung am Devisenmarkt sorgen könnten. In den USA werden unter anderem Produktionszahlen aus der Industrie veröffentlicht. Im Euro-Raum könnten Daten vom Außenhandel das Interesse wecken. Zudem äußern sich einige hochrangige Notenbanker.

Auch die Ölpreise zeigten sich am Dienstagmorgen zunächst kaum verändert. Händler sprachen von fehlenden Impulsen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 65,35 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) lag ebenfalls kaum verändert bei 60,19 Dollar.

Profitiert haben die Ölpreise in den vergangenen Tagen von der Einigung zwischen den USA und China. Obwohl die Skepsis groß ist, dass sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt umfänglich einigen können, hat die Teileinigung die Zuversicht am Rohölmarkt erhöht. Angetrieben wurden die Preise zuletzt auch von einer zusätzlichen Förderkürzung durch das Ölkartell Opec.

mit Nachrichtenagenturen

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