Samstag, 25. Januar 2020

Börse Zollstreit hält Anleger in Atem

Dax-Kurve in der Deutschen Börse

Rauf, runter, rauf: Vor der Wahl in Großbritannien bleiben Anleger vorsichtig. Ab Sonntag drohen zudem im Handelsstreit neue Zölle. Allerdings bemühen sich die Verhandler um eine Verschiebung der neuen Strafzölle, meldet das "Wall Street Journal". Der Dax erholt sich.

Starke Schwankungen an den Börsen: Der Dax Börsen-Chart zeigen baute am Dienstag Mittag seine Verluste deutlich aus und stürzte zeitweise unter die Marke von 12.900 Punkten. Zeitweise notierte der deutsche Leitindex 1,4 Prozent im Minus bei 12.865 Zählern, konnte dann aber seine Verluste wieder verringern und die Marke von 13.000 Punkten zurückerobern. Bis zum Handelsschluss auf dem Xetra-Handelssystem (17.30 Uhr) notierte der Dax nur noch 0,2 Prozent im Minus bei 13.070 Punkten. Zu den Verlierern im Dax gehörten die Autowerte VW, Daimler und Infineon mit Verlusten von jeweils rund 1 Prozent.

Der am Sonntag nahende Stichtag im Zollstreit zwischen den USA und China sorgt für Nervosität unter Anlegern. Ab Sonntag könnten neue US-Zölle unter anderem auf chinesische Smartphones und Spielwaren in Kraft treten. "Der andauernde Zollstreit zwischen den USA und China treibt Anleger aus dem Markt", sagte Christian Henke, Marktanalyst beim Brokerhaus IG Markets. Statt einer Jahresendrally können Börsianer in den letzten Handelstagen des Jahres auch Gewinnmitnahmen erleben - schließlich sind Dax Börsen-Chart zeigen, Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Co in diesem Jahr kräftig gestiegen.

Wall Street Journal: Verschiebung der Zölle möglich

Allerdings machten am Dienstag Nachmittag Spekulationen des "Wall Street Journal" die Runde, dass die ab Sonntag drohenden neuen Zölle verschoben werden könnten. Sowohl die Verhandler auf Seiten der USA wie auch aus China bemühten sich darum, die ab Sonntag geltenden neuen Strafzölle zu verschieben. US-Präsident Trump besteht jedoch weiterhin darauf, dass China seine Agrarimporte aus den USA kurz vor der Wahl massiv erhöht. Die US-IndizesDow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen drehten daraufhin knapp ins Plus, der Dax machte einen Großteil seiner Verluste wieder wett.

Deutsche Bank knapp im Minus

Um bis zu 1,7 Prozent nach oben ging es für die Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, dann drehten sie aber ins Minus und notierten 1,2 Prozent schwächer. Das Geldhaus bekommt die Minizinsen und die schwächere Konjunktur zu spüren und erwartet in den kommenden Jahren weniger Erträge im Privatkundengeschäft und in der Vermögensverwaltung. Der Investorentag habe nicht viel Neues gebracht, sagte ein Händler. Das Geldhaus leide unter strukturellen und hausgemachten Problemen und habe an Glaubwürdigkeit verloren. "Erst einmal will man sehen, dass sie liefern."

Die Papiere von MTU Börsen-Chart zeigen kletterten nach einer frischen Kaufempfehlung der UBS zunächst auf ein Rekordhoch, drehten dann aber ins Minus. Sie verloren zuletzt 0,9 Prozent. Im MDax Börsen-Chart zeigen sanken Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen um 1,5 Prozent. Goldman Sachs hatte die Titel auf "Neutral" abgestuft. Regulatorische Unsicherheiten könnten für den Immobilienkonzern noch eine Weile fortbestehen, hieß es. Bei Carl Zeiss Meditec Börsen-Chart zeigen nahmen die Anleger nach einer weiteren Bestmarke wieder Gewinne mit. Sie fielen zuletzt um 1,3 Prozent.


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Wall Street kaum verändert

Anleger an der Wall Street bleiben zurückhaltend. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Börsen-Chart zeigen rund eine Stunde vor Handelsstart auf 27 806 Punkte und damit 0,37 Prozent unterhalb seines Schlusskurses von Montag. Damit entfernt sich der Leitindex weiter von seinem Rekordhoch von Ende November, als er bei 28 175 Zählern notierte. Der Zuwachs seit Jahresbeginn beläuft sich aber immer noch auf gut ein Fünftel.

"An der Seitenlinie fühlen sich die Anleger offenbar als Beobachter des Geschehens wohler als mitten auf dem Spielfeld", hieß es in einem Postbank-Kommentar zur weltweiten Zurückhaltung an den Börsen. So befinden sich auch die Märkte in Asien und Europa derzeit eher im Wartemodus. Neben anstehenden geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank richten Investoren ihre Augen in dieser Woche vor allem auf die Parlamentswahl in Großbritannien, die an diesem Donnerstag stattfindet.

Wenig Veränderung in Asien

Die Aktienmärkte in Asien haben sich am Dienstag kaum von der Stelle bewegt. In Japan ging es für den Nikkei Börsen-Chart zeigen minimal abwärts. Er schloss mit 0,09 Prozent im Minus bei 23.410,19 Punkten. In Hongkong trat der Hang Seng praktisch auf der Stelle. Mit minus 0,11 Prozent notierte er zuletzt bei 26.465,53 Punkten. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen legte dagegen leicht um 0,13 Prozent auf 3900,38 Punkte zu.

Euro etwas stärker

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag etwas zugelegt. Am Vormittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1072 US-Dollar. Sie notierte damit etwas über dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1075 Dollar festgesetzt.

Robuste Industriedaten aus Frankreich stützten den Euro ein wenig. Die Produktion stieg insgesamt um 0,4 Prozent zum Vormonat. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet. Bereits im Vormonat hatte die Produktion in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone zugelegt. Die Industrieproduktion in Europa hatte zuletzt besonders unter der Abkühlung der Weltkonjunktur gelitten.

Ölpreise kaum verändert

Die Ölpreise haben sich am Dienstagmorgen kaum von der Stelle bewegt. Händler sprachen von fehlenden Impulsen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 64,21 US-Dollar. Das waren vier Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls geringfügig auf 58,97 Dollar.

mit Nachrichtenagenturen

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