Samstag, 18. Januar 2020

Börse Anleger halten wegen Zollstreit und "Brexit"-Wahl den Atem an

Dax-Kurve in der Deutschen Börse

Der Dax schließt knapp über der Marke von 13.100 Punkten. An der Wall Street notieren die Indizes zum Handelsschluss in Europa kaum verändert. Nach einem kritischen FT-Bericht standen einmal mehr Aktien von Wirecard im Fokus. Im MDax sorgten die Papiere von Osram und Carl Zeiss Meditec

Die am Montag zunächst leicht negative Stimmung am deutschen Aktienmarkt hat sich gegen Handelsschluss verstärkt. Zum Auftakt der nach Einschätzung von Börsianern "folgenreichsten Woche des Jahres" greift die Furcht vor einer Konjunkturabkühlung um sich und verdirbt den Investoren die Kauflaune. Aktuell seien die Risiken für Engagements an der Börse sehr hoch. "Das klingt wenig attraktiv", erklärte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets die Unlust der Käufer. In dieser Woche nämlich warten auf die Anleger zahlreiche Unsicherheiten.

Der Dax Börsen-Chart zeigen beendete den Tag mit minus 0,46 Prozent auf 13.105 Punkte knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Der MDax Börsen-Chart zeigen hielt sich mit 0,13 Prozent im Plus und stieg auf 27.378 Zähler. Ähnlich wie hierzulande im Leitindex sah es auch europaweit aus. In den USA lagen die Kurse kaum verändert.

Auf der Agenda stehen im Wochenverlauf die Zinsentscheide der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank sowie die Wahl in Großbritannien. Am Sonntag könnten, falls es im Zollstreit nichts Neues gibt, weitere US-Zollmaßnahmen gegen China in Kraft treten. Und dies, nachdem China aktuellen Daten vom November zufolge die Auswirkungen Zollkonflikts mit den USA erneut zu spüren bekam: Die chinesischen Ausfuhren waren im vergangenen Monat überraschend gefallen. "Damit müssen die Chinesen nun fertig werden und es ist die wichtigste Voraussetzung für weitere Gespräche", hieß es dazu im täglich erscheinenden Bernecker-Börsenbrief.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte profitierte vor allem von hohen Kursgewinnen bei Osram und Carl Zeiss Meditec. So schnellten Osram Börsen-Chart zeigen nach der im zweiten Anlauf gelungenen Übernahme durch AMS hoch und notierte zum Xetra-Handelsschluss fast 15 Prozent fester bei 44,24 Euro und waren damit mehr wert als die vom österreichischen Halbleiterhersteller gebotenen 41 Euro. Es sei alles andere als klar gewesen, dass AMS dieses Mal erfolgreich sein würde, sagte ein Händler. Spekulanten, die auf ein erneutes Scheitern und damit fallende Kurse beim deutschen Lichttechnikkonzern gesetzt hätten, könnten wegen des Kursanstiegs nun unter Handlungsdruck geraten sein. Dies könne den Kurssprung zusätzlich angetrieben haben.

Carl Zeiss Meditec gewinnen fast 9 Prozent

Gleich hinter Osram schüttelten die Anteile von Carl Zeiss Meditec Börsen-Chart zeigen ihre Verluste vom Freitag ab, erreichten mit 114,50 Euro ihr nächstes Rekordhoch und schlossen gewannen um rund 11 Prozent. Die Deutsche Bank hatte die Papiere von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 89 auf 123 Euro angehoben. Analyst Falko Friedrichs prognostiziert in den nächsten drei bis vier Jahren starkes profitables Wachstum. Dafür sei der Medizintechniker gut positioniert.

Ein kritischer Bericht der "Financial Times" drückte die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen noch mit 0,8 Prozent ins Minus. In dem zum Wochenstart veröffentlichten Artikel äußerte sich die Zeitung kritisch zur Berechnung des Bestandes liquider Mittel des Bezahldienstleisters im Jahr 2017. Wirecard betonte, dass die Positionen den IFRS-Regeln entsprechen.

MTU an der Dax-Spitze

MTU Aero Engines Börsen-Chart zeigen rückten an die Dax-Spitze mit plus 1,3 Prozent auf 264,80 Euro. Am Vormittag hatten die Anteile des Triebwerkherstellers ihren zuletzt starken Lauf mit einer weiteren Bestmarke von 265,30 Euro gekrönt.


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Dass der Start-up-Investor Rocket Internet Börsen-Chart zeigen und der Telekomanbieter United Internet Börsen-Chart zeigen im Zuge von Aktienrückkäufen ihre Überkreuzbeteiligungen abbauen, half nur den Rocket-Papieren. Sie gewannen 3,8 Prozent, während die Aktien von United Internet um 1,9 Prozent nachgaben. Das könnte allerdings auch an Nachrichten zur Tochter 1&1 Drillisch gelegen haben, denn wegen Datenschutzverstößen bittet eine Bundesbehörde die Mobilfunk- und Festnetztochter kräftig zur Kasse. Für 1&1 Drillisch ging es um 0,8 Prozent abwärts.

Wirecard nach FT-Bericht erneut im Fokus

Im Dax belastete ein kritischer Bericht der "Financial Times" einmal mehr die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen . Dieses Mal ging es um rund einen Prozent abwärts. In dem zum Wochenstart veröffentlichten Artikel äußerte sich die Zeitung kritisch zur Berechnung des Bestandes liquider Mittel des Bezahldienstleisters im Jahr 2017. Wirecard betonte indes, dass die Positionen den Regeln des Rechnungsstandards IFRS entsprächen.

MTU rückten zugleich mit plus 1,3 Prozent an die Dax-Spitze. Zeitweise hatten die Anteile des Triebwerkherstellers ihren zuletzt starken Lauf sogar mit einer weiteren Bestmarke bei 265,60 Euro gekrönt.

Der Euro gab am frühen Abend etwas nach und kostete zuletzt 1,1066 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1075 (Freitag: 1,1094) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9029 (0,9014) Euro. Am Rentenmarkt lag die Umlaufrendite wie am Freitag bei minus 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 144,33 Punkte. Der Bund-Future (März-Kontrakt) legte um 0,18 Prozent auf 172,41 Punkte zu./ck/fba

mit dpa und reuters

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