Samstag, 14. Dezember 2019

Börse Dax schwächer, Goldpreis steigt

Dax im Minus: Der deutsche Aktienindex zeigt sich am Thanksgiving Tag im Minus
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Dax im Minus: Der deutsche Aktienindex zeigt sich am Thanksgiving Tag im Minus

US-Präsident Donald Trump verärgert mit der Unterzeichnung des Hongkong-Gesetzes die Volksrepublik China. Dies könnte eine Einigung im Handelsstreit verzögern. Der Dax gibt leicht nach.

Angesichts neuer Spannungen zwischen den USA und China ziehen sich Anleger aus den europäischen Aktienmärkten zurück. Dax Börsen-Chart zeigen und EuroStoxx50 verloren am Donnerstag jeweils etwa 0,3 Prozent auf 13.241 und 3704 Punkte. Die US-Börsen blieben wegen des dortigen Erntedankfestes Thanksgiving geschlossen.

Kopfschmerzen bereitete Börsianern die Unterzeichnung eines Gesetzes zur Stärkung der Protestbewegung in Hongkong durch US-Präsident Donald Trump. Die Regierung in Peking verwahrte sich gegen eine Einmischung und drohte mit "massiven Gegenmaßnahmen". Adam Cole, Chef-Anlagestratege für Devisen bei der Investmentbank RBC Capital Markets wies allerdings darauf hin, dass China den Deal bislang nicht direkt infrage gestellt habe. "Das ist der Grund für die moderaten Kursreaktionen."

Auto-Aktien VW, BMW und Daimler schwach

Dennoch trennten sich Anleger von Aktienwerten, die besonders vom China-Geschäft abhängen. So verloren die deutschen Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen bis zu 1,5 Prozent. Die Papiere der stark in Asien engagierten Großbank HSBC büßten in London ein Prozent ein.

Auch an den Rohstoffmärkten war die Nervosität der Anleger spürbar. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 63,75 Dollar je Barrel (159 Liter) und das wichtige Industriemetall Kupfer kostete mit 5906,50 Dollar je Tonne 0,6 Prozent weniger als am Mittwoch.

Goldpreis steigt

Im Gegenzug deckten sich einige Investoren mit der "Krisen-Währung" Gold ein. Das Edelmetall verteuerte sich um bis zu 0,3 Prozent auf 1458,20 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die Nachfrage nach den ebenfalls als sicher geltenden Bundesanleihen drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Vier-Wochen-Tief von minus 0,386 Prozent.

Umfragen schieben britisches Pfund auf 7-Monats-Hoch

Am Devisenmarkt kletterte das Pfund zeitweise auf 1,1762 Euro, den höchsten Stand seit sieben Monaten. Rückenwind erhielt die britische Währung von einer Umfrage, der zufolge die Tories um Premierminister Boris Johnson bei der Wahl am 12. Dezember 359 der 650 Parlamentssitze erobern können.

"Die Märkte mögen Gewissheit", sagte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda. "Wenn diese Umfrage korrekt ist, liefert sie genau dies für das Thema Brexit." Experten gehen davon aus, dass Johnson bei einem Wahlsieg seinen Brexit-Deal durch das Parlament bringt und Großbritannien zum 31. Januar 2020 offiziell aus der EU ausscheidet.

Auch für die Lufthansa Börsen-Chart zeigen ging es rund 1,4 Prozent abwärts. Der Tarifkonflikt zwischen der Airline und den Flugbegleitern spitzte sich wieder zu. Die Gewerkschaft Ufo stellte Streiks in der Advents- und Weihnachtszeit in Aussicht, sollte der Konzern im Tarifkonflikt kein Entgegenkommen signalisieren.

Osram: Übernahme durch AMS weiterhin fraglich

Im MDax Börsen-Chart zeigen gaben die Osram-Aktien Börsen-Chart zeigen um weitere 0,8 Prozent nach. Der in der Schweiz notierte österreichische Halbleiterhersteller AMS kommt mit der geplanten Übernahme des deutschen Leuchtenherstellers offenbar nicht wirklich gut voran. Es haben bisher kaum Osram-Aktionäre das Angebot angenommen. Dass AMS die Osram-Aktionäre gebeten habe, gut eine Woche vor Ablauf des Kaufangebots die Aktien anzudienen, klinge fast schon nach Panik, sagte ein Händler.

Borussia Dortmund Börsen-Chart zeigen sanken nach der Niederlage gegen Barcelona um 5 Prozent. Der Fußballverein hat den Verbleib in der lukrativen Champions-League nun nicht mehr in eigener Hand.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Trump belastet asiatische Börsen

Die Unterzeichnung des Hongkonger Gesetzes von Donald Trump haben zuvor auch die asiatischen Börsen belastet. In Tokio sank der 225 Werte umfassende Nikkei-Index Börsen-Chart zeigen um 0,1 Prozent auf 23.409 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index Börsen-Chart zeigen verlor 0,2 Prozent. Auch in China gingen die Kurse auf Talfahrt.

Die US-Börsen dagegen, die noch vor der Unterzeichnung schlossen, setzten ihren Rekordlauf fort. Mit einem Plus von 0,15 Prozent auf 28.164,00 Punkte beendete der Dow Jones Börsen-Chart zeigen den Tag, nachdem er zeitweise bis knapp unter 28.175 Punkte geklettert war. Der marktbreite S&P 500 schloss mit plus 0,42 Prozent auf 3153,63 Zähler auf Rekordhoch und auch die technologielastigen Nasdaq-Börsen arbeiteten sich in neue Höhen vor. Dabei stieg der Auswahlindex Nasdaq Börsen-Chart zeigen um 0,70 Prozent auf 8444,71 Punkte.

Euro stabil, Pfund legt zu

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag im frühen Handel nicht nennenswert bewegt. Am Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1010 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Zulegen konnte dagegen das britische Pfund. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1009 Dollar festgesetzt.

Am Donnerstag stehen in der Eurozone einige Konjunkturdaten an. Von Interesse sind vor allem Stimmungsdaten der EU-Kommission und Verbraucherpreisdaten aus Deutschland. In den USA bleibt es dagegen sehr ruhig, weil dort der Feiertag Thanksgiving begangen wird.

Kursgewinne verbuchte am Morgen das britische Pfund. Auslöser war eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die für die Parlamentswahl am 12. Dezember einen deutlichen Wahlsieg der konservativen Partei prognostiziert. Die Umfrage gilt als recht zuverlässig, weil sie das Resultat der vorherigen Parlamentswahl im Jahr 2017 gut vorhergesagt hatte.

mit Nachrichtenagenturen

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