Mittwoch, 13. November 2019

Börse Dow klettert weiter, Dax nahe Rekordhoch

Kursrally im Dax: Blick in den Handelssaal der Deutschen Börse (Archiv)

Der Dax hält sich über der Marke von 13.000 Punkten. Das Rekordhoch aus dem Frühjahr 2018 ist nicht mehr weit. Anleger blicken auf China und auf die USA. An der Wall Street setzt der Dow Jones seine Rekordjagd zunächst fort.

Nach dem Sprung über die Marke von 13.000 Punkten sammelt der deutsche Aktienmarkt seine Kräfte für einen Jahresendspurt. Der Dax Börsen-Chart zeigen legte am Dienstag bis zum Schluss des Xetra-Handels (17.30 Uhr) um 0,1 Prozent zu auf 13.148 Punkte. Für gute Stimmung sorgten vor allem die jüngste Rekordjagd sowie Anzeichen für eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Continental Börsen-Chart zeigen, Wirecard Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen von jeweils rund 2 Prozent.

Diese Hoffnung erhielt nun durch Medienberichte neue Nahrung. China und die USA könnten im Rahmen des Teilabkommens einen Teil der zuletzt eingeführten Zölle zurücknehmen, zitierte etwa das "Wall Street Journal" (WSJ) einen hochrangigen Vertreter der US-Regierung. Bereits Ende vergangener Woche hatten beide Seiten betont, dass das Teilabkommen kurz vor dem Abschluss stehe. US-Präsident Donald Trump und sein Amtskollege Xi Jinping werden voraussichtlich Ende des Monats einen ersten Handelsvertrag unterzeichnen - wo, ist noch offen. Es wird erwartet, dass die USA dabei ihren Verzicht auf die für 15. Dezember angekündigten Strafzölle auf chinesische Waren wie Mobiltelefone, Laptops und Spielzeug im Wert von rund 156 Milliarden Dollar besiegeln werden.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq starten kaum verändert

An den US-Börsen hat sich die Rekordjagd am Dienstag zunächst mit gedämpften Tempo fortgesetzt. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierte zuletzt 0,2 Prozent höher auf 27.510 Punkte - ein Rekordniveau. Auch der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen legte leicht zu und pendelte um die Marke von 8200 Punkten.

Mit Blick auf die Einzelwerte rückt Uber in den Fokus. Der Fahrdienst-Vermittler verbuchte im dritten Quartal starke Geschäftszuwächse, machte aber erneut einen großen Verlust. Uber konnte die Erwartungen der meisten Analysten zwar beim Nettoergebnis und beim Umsatz übertreffen. Doch die an der Wall Street stark beachtete Entwicklung des operativen Geschäfts sorgte bei Anlegern für große Enttäuschung: Die Uber-Aktien sackten um rund 7 Prozent ab.

Goldpreis gibt weiter nach - Anleger gehen wieder ins Risiko

Die Aussicht auf den Verzicht auf Zölle trieb Investoren zu Rohstoffengagements. Kupfer verteuerte sich in der Spitze um 0,8 Prozent auf 5923 Dollar je Tonne, der Palladium-Preis stieg um 0,5 Prozent auf 1788,09 Dollar je Feinunze. Das kam auch den Unternehmen der Branche zugute, der entsprechende Index legte 0,7 Prozent zu.

Gold, das als sicherer Hafen gilt, stand dagegen auf der Verkaufsliste. Eine Feinunze verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 1501,95 Dollar. Auch Anleihen wurden verkauft. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Titel erreichte mit minus 0,308 Prozent den höchsten Stand seit Anfang Juli. Analysten zufolge spielen dabei neben dem Handelskonflikt auch die anstehenden Neuemissionen in den USA und der Euro-Zone eine Rolle.

Spezialchemiekonzern Evonik übertrifft Erwartungen

Für Gesprächsstoff sorgten zudem neue Firmenergebnisse zum dritten Quartal. Bislang haben mehr als die Hälfte der europäischen Unternehmen ihre Bücher geöffnet. Die meisten von ihnen haben die Erwartungen von Analysten übertroffen - allerdings waren diese im Vorfeld auch deutlich nach unten geschraubt worden. Kräftig aufwärts ging es für die Aktien des Spezialchemiekonzerns Evonik Börsen-Chart zeigen , die um mehr als sechs Prozent zulegten. Das Unternehmen sieht sich nach einem starken Sommerquartal und dank seiner Sparmaßnahmen auf Kurs.

Sparprogramm bei Autozulieferer Schaeffler greift - Aktie steigt deutlich

Die Schaeffler Börsen-Chart zeigen -Titel schnellten um mehr als 13 Prozent nach oben, das ist der größte Tagesgewinn seit elf Jahren. Der Industrie- und Autozulieferer sieht die Früchte seiner Sparprogramme in Reichweite. Sowohl der gestiegene Quartalsumsatz als auch das rückläufige operative Ergebnis (Ebit) fielen besser als erwartet aus. Der zugleich vermeldete Abschied des Finanzchefs beunruhigte die Anleger nicht. Dietmar Heinrich hat angekündigt, seinen bis zum 31. Juli 2020 laufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht zu verlängern.

Siemens Gamesa bekommt Preiskampf zu spüren, Aktie bricht ein

Der Windanlagenbauer Siemens Gamesa bekommt dagegen den Preiskampf zu spüren. Die Aktien brachen um bis zu 14,8 Prozent ein. Auch die Titel des Juweliers Pandora standen mit einem Minus von bis zu 13 Prozent auf der Verkaufsliste, das ist der größte Kursrückgang seit gut einem Jahr. Das dänische Unternehmen bekommt die Unruhen in Hongkong und eine schwächere Nachfrage in den USA sowie Großbritannien zu spüren.

SAP plant Sonderdividende

Auch der Softwarekonzern SAP Börsen-Chart zeigen konnte mit einem zusätzlichen Geldsegen für die Aktionäre nicht so recht überzeugen: Die zuletzt ebenfalls gut gelaufenen Titel kamen mit einem Plus von 0,2 Prozent nur wenig von der Stelle. Über Aktienrückkäufe oder Sonderdividenden sollen bis Ende des kommenden Jahres 1,5 Milliarden Euro zusätzlich an die Anteilseigner fließen. Laut Analyst Knut Woller von der Baader Bank standen Aktienrückkäufe bereits auf der Agenda des Managements. Die Chance auf eine Sonderdividende und das Ausmaß der gesteigerten Rückflüsse wertete er aber als positive Überraschung.


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Nikkei auf Jahreshoch - auch Dow Jones auf Rekordjagd

Die Hoffnung auf einen Waffenstillstand im Handelsstreit zwischen den USA und China hat auch an den asiatischen Aktienmärkten und in den USA für gute Stimmung gesorgt. Der Nikkei Börsen-Chart zeigen schloss 1,8 Prozent fester bei 23.252 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit gut einem Jahr. In China gewann der Index der Börsen Shanghai und Shenzhen 0,5 Prozent.

Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen stieg ebenfalls zunächst auf ein Rekordhoch. Am Schluss verblieb ein Plus von 0,42 Prozent auf 27.462,11 Zähler. Der S&P 500 rückte angesichts dieser guten Nachrichten um 0,37 Prozent auf 3078,27 Punkte vor. Der technologielastigen Nasdaq Börsen-Chart zeigen kletterte um 0,61 Prozent auf 8210,66 Punkte nach oben. Im Unterschied zum Dow hatten diese beiden Indizes schon am Freitag Rekordniveaus erreicht.

Euro wenig verändert - Franken unter Druck

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Dienstag im frühen Handel nur wenig im Kurs verändert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1130 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag noch auf 1,1158 Dollar festgesetzt.

Unter Druck standen am Morgen der japanische Yen und der Schweizer Franken. Auslöser waren Presseberichte, die Hoffnungen auf eine Annäherung der USA und China im Handelsstreit nährten. Das "Wall Street Journal" und die "Financial Times" hatten berichtet, die beiden größten Volkswirtschaften der Welt prüften, im Rahmen eines Teilabkommens einige der erhobenen Strafzölle zurückzunehmen.

Der Yen und der Franken gelten unter Anlegern als sichere Rückzugsorte in unruhigen Zeiten. Umgekehrt werden sie weniger nachgefragt, wenn sich die Stimmung an den Finanzmärkten aufhellt. Von der besseren Marktstimmung profitieren konnten der australische und neuseeländische Dollar. Australien und Neuseeland sind Handelspartner Chinas.

Ölpreise halten Gewinne

Die Ölpreise haben am Dienstag ihre in den vergangenen Tagen erzielten Gewinne zunächst halten können. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 62,25 US-Dollar. Das waren zwölf Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um fünf Cent auf 56,60 Dollar.

Seit vergangenen Freitag haben die Ölpreise etwa 5 Prozent zugelegt. Ausschlaggebend ist der Optimismus, dass sich die USA und China in ihrem Handelsstreit annähern könnten.

Der Handelsdisput zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt ist schon seit Monaten eines der dominierenden Themen am Rohölmarkt. Seit die Ölpreise im April ihr Jahreshöchststände erreicht hatten, sind sie um mehr als 10 Prozent gesunken. Der Streit um Handelsschranken, Marktzugang und Technologieführerschaft hat die Konjunkturaussichten und die Erwartungen an die Rohölnachfrage belastet.

luk mit dpa-afx und Reuters

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