Dienstag, 18. Februar 2020

Börse Conti und SAP stützen Dax, P&G begeistert die Wall Street

Börse in Frankfurt
Frank Rumpenhorst/dpa
Börse in Frankfurt

Der Dax nähert sich der Marke von 12.800 Punkten. Die Aktie von Continental dreht trotz einer Milliarden-Abschreibung ins Plus. Die Aktien von Wirecard und Fresenius Medical Care geben dagegen deutlich nach. In den USA zeigen sich Anleger von Procter & Gamble begeistert.

Am deutschen Aktienmarkt hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Dienstag bis zum Mittag weiter zugelegt. Der deutsche Leitindex kletterte zuletzt um 0,3 Prozent auf 12.785 Punkte und näherte sich damit wieder seinem 14-Monats-Hoch. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Continental Börsen-Chart zeigen und SAP Börsen-Chart zeigen. Der Software-Hersteller hatte am Vortag Details zu seiner Partnerschaft mit Microsoft erläutert. Analysten hoben daraufhin ihre Kursziele an: Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für SAP zum Beispiel auf 125 Euro angehoben.

Der Autozulieferer Continental Börsen-Chart zeigen rutscht dagegen in diesem Jahr in die roten Zahlen. Wertminderungen und Rückstellungen in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro führten zu einem negativen Konzernergebnis 2019, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Den bislang im kommenden Jahr geplanten Teilbörsengang der Antriebssparte Vitesco sagt Conti zudem ab. Stattdessen soll die Sparte nun im Laufe des kommenden Jahres abgespalten und dann an die Börse gebracht werden. Die Aktie von Conti drehte daraufhin ins Plus und baute ihre Gewinne auf zuletzt 3,5 Prozent aus.

Gewinnmitnahmen bei Wirecard

Zu den Verlierern im Dax zählten die Aktien von Adidas Börsen-Chart zeigen, Wirecard Börsen-Chart zeigen und Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen, die zwischen 2 und 5 Prozent nachgaben. Bei Wirecard nahmen Anleger nach dem gestrigen Erholungsversuch wieder Gewinne mit.

Adidas leidet unter Abgang des Markenchefs

Bei Wirecard Börsen-Chart zeigen setzten nach dem Erholungsversuch vom Vortag erneut Gewinnmitnahmen ein, die Aktie verlor zuletzt 2,1 Prozent. Die Aktien von Adidas Börsen-Chart zeigen haben am Dienstag mit einem Minus von 2,5 Prozent ebenfalls zu den größten Verlierern im Dax gezählt. Händler verwiesen darauf, dass Markenchef Eric Liedtke das Unternehmen überraschend zum Jahresende verlassen wird. Dem "Wall Street Journal" (WSJ) zufolge galt Liedtke nicht nur als als "Dealmaker" bei Adidas, sondern auch als Nummer zwei im Konzern und für die Zukunft - neben Vertriebsvorstand Roland Auschel - als möglicher Nachfolger von Konzernchef Kasper Rorsted. Liedtke habe eine entscheidende Rolle beim Kampf des Unternehmens gegen den Umsatzrückgang auf dem nordamerikanischen Markt gespielt, heißt es weiter.

FMC Schlusslicht im Dax

Aktien von Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen (FMC ) sind am Dienstag unter Druck geraten. Sie weiteten die Verluste kontinuierlich aus und lagen zuletzt mit einem Minus von 4,3 Prozent auf 58,90 Euro am Ende des Dax . Die Berenberg Bank argumentiert, dass es dem Dialysespezialisten schwer fallen dürfte, die Jahresziele zu erreichen. Berenberg-Analyst Tom Jones argumentierte, dass ein Behandlungs- und Kostenerstattungsprogramm (CEC) in den USA wie schon im zweiten Quartal die Ergebnisse von FMC belasten dürfte. Er rechne daher mit einem Rückgang des Nettoergebnisses 2019 um drei Prozent zu konstanten Wechselkursen. Das wiederum sei "nicht hilfreich für die Stimmung" für die Aktien.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick.


Wall Street: Dow Jones und Nasdaq kaum verändert - P&G erhöht Gewinnziel

In New York starteten Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen kaum verändert in den Handel. Verluste bei McDonald´s belasteten den Dow Jones: Hohe Ausgaben für die US- Restaurants und den Ausbau von Liefer-Partnerschaften haben den Gewinn des Fast-Food-Riesens sinken lassen. Der Reingewinn sank im dritten Quartal um zwei Prozent auf 1,61 Milliarden Dollar. Je Aktie waren es 2,11 Dollar, deutlich unter den Analystenerwartungen von 2,21 Dollar.

Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble Börsen-Chart zeigen legt dagegen die Messlatte für das laufende Geschäftsjahr höher. Dank starker Nachfrage nach seinen Kosmetik- und Zahnpflegeprodukten erhöhte das Unternehmen am Dienstag seine Umsatz- und Gewinnziele. P&G erwartet nun ein Umsatzplus von bis zu fünf Prozent und einen Ergebnisanstieg von fünf bis zehn Prozent. Die Aktie legte im frühen US-Handel um 3,5 Prozent zu.

Brexit: Premier Johnson steht unter Zeitdruck

In London steht derweil Premierminister Boris Johnson steht unter Zeitdruck. Er muss das Gesetz zur Ratifizierung des Brexit-Vertrags im Eiltempo durch das Parlament peitschen. Das Unterhaus berät im Verlauf des Tages in zweiter Lesung über das Gesetz. Johnson will Großbritannien weiterhin Ende des Monats aus der EU führen - geregelt oder ungeregelt.

An den US-Börsen hatten am Montag Anleger erneut nach Technologietiteln gegriffen. Der Leitindex Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigenschloss letztlich mit etwas weniger als einem Prozent nur knapp unter seinem Tageshoch. In Hongkong und Taiwan griffen die Börsen diese guten Vorgaben bereits auf und nun folgten auch die europäischen Märkte. Der Tech-Sektor war europaweit am gefragtesten unter den 19 Branchen. Im Dax war die Aktie von Infineon Börsen-Chart zeigender Favorit mit plus 2,1 Prozent, gefolgt von SAP Börsen-Chart zeigenmit plus 1,3 Prozent. SAP-Aktien hatten schon am Vortag punkten können.

Software AG führt MDax an

Zur positiven Stimmung trug auch der überraschend starke Quartalsbericht der Software AG Börsen-Chart zeigen bei. Das dritte Quartal war deutlich besser als erwartet ausgefallen, was die Papiere an die die Spitze des MDax katapultierte. Dort gewannen sie 10 Prozent. Bei zeitweise über 30 Euro erreichten sie wieder den höchsten Stand seit Anfang Juli, bevor der Softwarekonzern seine Ziele für die Sparte mit Integrationssoftware (DBP) zusammengestrichen hatte.

Ein moderates Plus von 0,4 Prozent verbuchten im MDax die Anteile des Internetproviders Freenet Börsen-Chart zeigennach Neuigkeiten rund um das Übernahmevorhaben seiner Beteiligung Sunrise. Die Schweizer geben im Ringen um eine milliardenschwere Kapitalerhöhung für den geplanten Kauf von UPC erst einmal klein bei. Freenet hatte bereits angekündigt, gegen die Kapitalerhöhung zu stimmen.

Analystenurteile bewegten zudem DWS Börsen-Chart zeigenund Lanxess Börsen-Chart zeigen. Barclays nahm die Bewertung des DWS-Papiers mit "Overweight" und einem Kursziel von 34 Euro auf. Die Aussichten für Vermögensverwalter in Deutschland schätzt die britische Bank inzwischen optimistischer ein als in Frankreich und Italien. Das Gewinnwachstum der Deutsche-Bank-Tochter DWS sei zudem besonders dynamisch.

JPMorgan senkte indes Lanxess auf "Neutral" mit beibehaltenem Kursziel von 60 Euro, was den Papieren einen Verlust von 1,3 Prozent einbrockte. Die US-Bank verwies darauf, dass die Aktie des Spezialchemieherstellers seit Jahresbeginn deutlich zugelegt hat.

Euro kaum verändert

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Dienstag nur wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1153 US-Dollar gehandelt und damit nahezu auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1173 (Freitag: 1,1144) Dollar festgesetzt.

Damit konnte der Euro die seit Mitte Oktober angefallenen Kursgewinne in etwa halten. Auch das britische Pfund hielt sich am Morgen stabil, nachdem es in den vergangenen etwa zwei Wochen rund 6 Prozent an Wert gewonnen hatte. Die jüngste politische Entwicklung in Großbritannien konnte die Kurse vorerst nicht belasten.

Der britische Premierminister Boris Johnson steht unter Zeitdruck. Er muss das Gesetz zur Ratifizierung des Brexit-Vertrags im Eiltempo durch das Parlament peitschen. Das Unterhaus berät im Verlauf des Tages in zweiter Lesung über das Gesetz. Nötig ist ein Verfahren mit drei Lesungen in beiden Parlamentskammern in London. Johnson will Großbritannien weiterhin Ende des Monats aus der EU führen.

Ölpreise geben etwas nach

Die Ölpreise haben sich am Dienstag leicht nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete 58,81 US-Dollar. Das waren 15 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um elf Cent auf 53,20 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einem impulsarmen Handel. Der Fokus richte sich bereits auf die Entwicklung der Ölreserven in den USA. So werden Daten zur Entwicklung der Lagerbestände an Rohöl des Interessenverbandes American Petroleum Institute (API) erwartet. Am Mittwoch folgen dann die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung.

Am Markt wird damit gerechnet, dass die amerikanischen Ölreserven in der vergangenen Woche die sechste Woche in Folge gestiegen sind. Steigende Ölvorräte in den USA können ein Hinweis auf eine geringe Nachfrage oder ein zu hohes Angebot sein und belasten in der Regel die Ölpreise.

mit dpa und reuters

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