Dienstag, 12. November 2019

Börse Dax schließt über 12.500 Punkten

Kursrally an den Börsen: Der Dax legte am Freitag deutlich zu, ebenso wie der US-Index Dow Jones

Hoffnungen auf einen Durchbruch im Handelsstreit treiben Dax und Dow Jones in die Höhe. Der Dax schließt über 12.500 Punkten. Ein Gutteil der Index-Gewinne geht auch auf die Kursrally des Schwergewichts SAP zurück.

Neue Zuversicht im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie ein Kursanstieg bei SAP haben dem Dax Börsen-Chart zeigen am Freitag Auftrieb gegeben. Der deutsche Leitindex zog um 2,86 Prozent auf 12.511 Punkte an. Mit seiner Rückkehr über die Marke von 12.500 Punkten kletterte er auf den höchsten Stand seit Ende Juli. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 4,15 Prozent.

Als wichtiger Treiber galten neben einer Rally des SAP-Schwergewichts positive Äußerungen von Donald Trump zum Verlauf der Handelsgespräche mit China. Die Verhandlungen liefen "wirklich gut", sagte der US-Präsident. Hinzu kamen jüngste Entwicklungen bei den Brexit-Gesprächen. Großbritannien und die Europäische Union berieten am Freitag, ob vor dem Austrittstermin am 31. Oktober doch noch ein Abkommen möglich ist.

Der MDax Börsen-Chart zeigen hinkte am Freitag dem Dax angesichts eines Kurseinbruchs bei Hugo Boss Börsen-Chart zeigen hinterher. Der Index der mittelgroßen deutschen Werte stieg um 1,22 Prozent auf 25.627 Punkte.

SAP-Aktie schließt fast 10 Prozent fester

Neben dem Handelsstreit prägten den Dax vor allem starke Kursgewinne bei SAP Börsen-Chart zeigen. Der Software-Konzern hatte mit dem Rücktritt des bisherigen Chefs Bill McDermott für Wirbel gesorgt. Seine Nachfolge mit einem Führungsduo aus den Vorstandsmitgliedern Jennifer Morgan und Christian Klein kam am Markt aber ebenso positiv an wie die überraschend guten Geschäftszahlen zum dritten Quartal. Die Aktien schnellten an der Dax-Spitze um gut 10 Prozent hoch.

Allgemein waren konjunkturabhängige Branchen gefragt, unter anderem der Technologiesektor, der durch SAP mit angetrieben wurde. Aus der Branche gehörten die Papiere des Chipkonzerns Infineon Börsen-Chart zeigen mit mehr als 4 Prozent zu den großen Dax-Gewinnern. Deutlich nach oben ging es auch für Bank- und Autoaktien, wie die Deutsche Bank und Volkswagen mit Anstiegen von jeweils rund 5 Prozent zeigten.

Anders war die Lage beim Modekonzern Hugo Boss Börsen-Chart zeigen , der seine Aktionäre nach einem schwachen dritten Jahresviertel mit einer herben Gewinnwarnung verschreckt hatte. Die Aktien brachen als klares Schlusslicht im MDax um mehr als 13 Prozent ein. Abstufungen der Papiere durch zahlreiche Analysehäuser waren die direkte Folge.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen schloss mit einem Plus von 2,17 Prozent bei 3569,92 Punkten. Für den Pariser Cac 40 ging es etwas weniger deutlich nach oben, während der Londoner FTSE 100 um knapp 1 Prozent vorrückte. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsende fast 1,6 Prozent höher.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq klettern deutlich

Auch in den USA legten der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen und der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen deutlich zu. Anleger erwarteten die Pressekonferenz von Donald Trump und des chinesischen Chef-Unterhändlers Liu He. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen kletterte zum Handelsschluss in Deutschland um mehr als 400 Punkte oder rund 1,6 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 1,3 Prozent zu auf 8052 Punkte.

Zu den Gewinnern gehörten die Tech-Werte, die über größere Geschäfte in China verfügten. So stiegen die Apple Börsen-Chart zeigen-Aktien um 1,2 Prozent und auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr. Die Papiere der Chiphersteller Intel, Nvidia Börsen-Chart zeigen und Advanced Micro Devices gewannen zwischen 2,0 und 2,3 Prozent.

Offenbar auch Fortschritte bei Brexit-Gesprächen

Börsenexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sieht "Optimismus an allen Fronten", zumal es auch Fortschritte in den Brexit-Gesprächen gebe. Großbritannien und die EU haben am Freitag beraten, ob vor dem Austrittstermin am 31. Oktober doch noch ein Abkommen möglich ist. Laut Anlagestratege Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank wäre eine Einigung "für die europäische Wirtschaft eine gute Nachricht". Er warnt aber zugleich vor verfrühter Euphorie.

Goldpreis fällt auf Vierwochentief

Der Goldpreis fiel am Freitag um 1,3 Prozent auf 1475,30 Dollar je Feinunze (31 Gramm) und damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang Oktober. In der Hoffnung auf einen Durchbruch in Handelsstreit und Brexit ziehen Investoren ihr Geld aus sicheren Häfen ab.

Die Hoffnung auf ein Happy End im Brexit-Drama beflügelt das Pfund Sterling erneut. Damit summiert sich die Aufwertung zum Dollar binnen zwei Tagen auf knapp vier Prozent. Das ist die größte Rally seit fast elf Jahren.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick.


Euro und britisches Pfund steigen

Der Euro Börsen-Chart zeigenhat am Freitag von einer wachsenden Zuversicht mit Blick auf eine Einigung im Brexit-Streit profitiert. Bis zum Mittag stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1040 US-Dollar. Im frühen Handel hatte sie noch knapp über der Marke von 1,10 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1030 (Mittwoch: 1,0981) Dollar festgesetzt.

Auch das britische Pfund profitierte und stieg auf 1,2589 Dollar. Dies ist der höchste Stand seit drei Monaten. Am Donnerstag waren der britische Regierungschef Boris Johnson und sein irischer Kollege Leo Varadkar einer Lösung deutlich näher gekommen. EU-Ratspräsident Donald Tust sprach von vielversprechenden Signalen, die er erhalten habe.

"Fraglich ist lediglich, ob ein solches Abkommen in der Kürze der Zeit gefunden werden kann", kommentierte Thu Lan Nguyen, Devisenexpertin bei der Commerzbank. "Der entscheidende EU-Gipfel findet immerhin bereits in einer Woche statt." Derzeit laufen weitere Gespräche zwischen den Verhandlungsteams aus Großbritannien und der EU. "Das Risiko für weitere Ausschläge in den Pfund-Wechselkursen bleibt groß", so Nguyen.

mit Nachrichtenagenturen

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