Montag, 21. Oktober 2019

Börse Dax setzt Erholung fort

Dax: Kampf um die 12.000 Punkte
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Dax: Kampf um die 12.000 Punkte

Wenige Tage vor neuen Handelsgesprächen zwischen den USA und China fassen Anleger in Europa wieder etwas Mut. Der Dax schließt knapp unter der Marke von 12.100 Punkten und setzt damit seine Erholung fort. Besonders gefragt waren Aktien der Lufthansa und von Wirecard.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Montag seine vor dem Wochenende begonnene Erholung fortgesetzt. Von schwachen heimischen Konjunkturdaten ließ sich der deutsche Leitindex kaum beeindrucken: Er baute im Handelsverlauf seine Gewinne aus und schloss 0,70 Prozent fester bei 12.097 Punkten. Damit setzte er sich von der runden Marke von 12 000 Punkten, die er schon am Freitag zurückerobert hatte, weiter nach oben ab. Für den MDax Börsen-Chart zeigen , im dem sich die mittelgroßen deutschen Börsenunternehmen versammeln, ging es am Montag letztlich um 0,32 Prozent auf 25 615,96 Punkte hoch.

Der Dax "wurde heute zur Abwechslung mal wieder von den Hoffnungen auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen China und den USA getrieben", kommentierte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets UK. Er sei damit aber lediglich der Stabilisierung an der Wall Street gefolgt, wo sich vor allem Hedgefonds auf der Käuferseite positioniert hätten. Doch nach dem zwischenzeitlichen Kursrutsch in der vergangenen Woche warteten die Anleger auch dort eher ab. Andere Börsianer zeigten sich mit Blick auf den amerikanisch-chinesischen Konflikt eher skeptisch.

"Für eine Schadensbegrenzung wäre ein baldiges Ende des Zollstreits wünschenswert", sagte Christian Henke, Marktexperte beim Brokerhaus IG. Die Erwartungen an die Verhandlungen seien allerdings gering, erklärte BayernLB-Analyst Manuel Andersch. "Denn die USA betonten unzählige Male, dass ein partielles Abkommen mit China nicht ausreiche." Und die chinesische Seite scheine zu strukturellen Veränderungen zumindest noch nicht bereit. In den USA blieben entsprechend viele Anleger auf der Hut, Dow Jones Börsen-Chart zeigen, S&P und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen nicht vom Fleck.

Die Hoffnungen auf einen Fortschritt bei den Gesprächen trieben den Ölpreis nach oben. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 59,28 Dollar je Barrel (159 Liter), leichtes US-Öl kostete mit 53,72 Dollar 1,7 Prozent mehr. Auch die Unruhen im Irak sorgten wegen der Furcht vor Lieferausfällen für höhere Preise. Sollten sie anhalten, könnten die Rohstoff-Exporte des Opec-Landes beeinträchtigt werden, warnte Ayham Kamel, Nahost-Experte der Beratungsfirma Eurasia.

Brexit-Streit belastet britisches Pfund, Portugal-Anleihen gefragt

Zunehmende Zweifel an einem Brexit-Abkommen in letzter Minute belasteten das Pfund. Die britische Währung verbilligte sich um bis zu 0,4 Prozent auf 1,2285 Dollar. Die Anleger müssten sich diese und nächste Woche auf eine "Achterbahnfahrt" beim Pfund einstellen, sagte Rabobank-Anlagestrategin Jane Foley. Vor dem EU-Gipfel in der kommenden Woche gebe es nur noch ein Fünkchen Hoffnung auf eine Einigung auf einen geregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der bisherigen Regierung ermunterte Anleger zum Einstieg in portugiesische Anleihen. Dies drückt die Rendite der zehnjährigen Titel auf 0,122 von 0,148 Prozent.


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Bayer, Wirecard und Lufthansa im Plus

Im Dax gehörten die Aktien von Wirecard mit einem Plus von 2,7 Prozent zur Spitzengruppe. Als Kurstreiber erwies sich eine optimistische Studie der US-Bank JPMorgan, die vor dem anstehenden Kapitalmarkttag Fantasie für höhere mittel- und langfristige Ziele des Zahlungsdienstleisters mit sich brachte.

Ebenfalls gefragt waren die Anteilscheine von Bayer , die fast anderthalb Prozent gewannen. Zwischenzeitlich hatte das Plus sogar bei 2,9 Prozent gelegen. Bei dem Pharma- und Agrarchemiekonzern machte es den Anlegern neue Hoffnung auf eine außergerichtliche Einigung, dass der nächste US-Prozess um den Unkrautvernichter Glyphosat nach einer Vereinbarung beider Seiten auf Anfang 2020 vertagt werden soll.

Die Papiere von Lufthansa Börsen-Chart zeigen schlossen 4,1 Prozent fester. Dabei gibt es keineswegs positive Nachrichten zur Lufthansa: Denn die Sparten-Gewerkschaft Ufo bereitet ihre Mitglieder, die Flugbegleiter, auf einen Streik vor. Am kommenden Montag (14. Oktober) wolle man Details zu Zeit, Dauer und Ort der Streiks nennen, kündigte Ufo an. In Frage kämen Flüge der Konzern-Gesellschaften Lufthansa, Germanwings, Eurowings, Lufthansa CityLine und Sunexpress Deutschland. Lufthansa lehnt Gespräche mit der Ufo seit Monaten ab, weil sie deren Vorstand für nicht rechtmäßig hält. In einem Arbeitsgerichtsverfahren wolle das Unternehmen laut eines Sprechers zudem überprüfen lassen, ob es sich bei der Ufo überhaupt noch um eine tariffähige Gewerkschaft handele. An dieser Position halte man fest.

Auf der Verliererseite tauchten dagegen die Aktien von Continental Börsen-Chart zeigenmit einem Abschlag von 1,1 Prozent auf. Sie folgten so besonders ausgeprägt der europaweit gedämpften Stimmung im Autosektor, dessen europäischer Teilindex in der Branchentabelle zu den wenigen Verlierern zählte. Allgemein gefragt waren eher defensive Branchen wie etwa Telekom, Lebensmittel, Gesundheit oder Versorger.

Unter den Favoriten im Nebenwerte-Index SDax Börsen-Chart zeigen waren die Aktien von Hypoport , die um mehr als fünf Prozent in die Höhe schnellten. Das Wachstum mit dem Finanzierungsmarktplatz Europace ließ die Anleger bei den Papieren des FinTech-Unternehmens munter zugreifen.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,59 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 146,20 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,14 Prozent auf 174,25 Zähler.

Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen notierte zuletzt bei 1,0982 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor auf 1,0993 (Freitag: 1,0979) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9097 (0,9108) Euro gekostet./

mit dpa und reuters

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