Montag, 21. Oktober 2019

Kursgewinne an den Börsen Dax und Dow starten Erholung, Apple nahe Rekordhoch

10 Prozent Strafzoll gegen Airbus: Das liegt deutlich unter den Befürchtungen - die Aktie von Airbus steigt deutlich
Pascal Rossignol/ REUTERS
10 Prozent Strafzoll gegen Airbus: Das liegt deutlich unter den Befürchtungen - die Aktie von Airbus steigt deutlich

Der Dax startet am Freitag einen Erholungsversuch und steigt wieder über die Marke von 12.000 Punkten. Neue Daten vom US-Arbeitsmarkt fallen besser aus als erwartet - Dow Jones und Nasdaq legen zu.

Erholungsversuch an der Börse: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen ist am Freitag Nachmittag ins Plus gedreht und hat die Marke von 12.000 Punkten wieder überwunden. Zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) notierte der Dax 0,7 Prozent höher bei 12.012 Punkten. Zuvor hatte der Dax binnen drei Handelstagen rund 600 Punkte (4,5 Prozent) an Wert verloren und war am Freitag zeitweise unter die Marke von 11.900 Punkten gefallen. Kurstreiber waren die US-Börsen, die nach Bekanntgabe neuer US-Jobdaten mit Kursgewinnen in den US-Handel starteten. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten am Freitag die Aktien von RWE Börsen-Chart zeigen, Bayer Börsen-Chart zeigen und MTU Aero Engines Börsen-Chart zeigen, die jeweils um mehr als 2 Prozent zulegten.

Für die Rückkehr der Schnäppchenjäger sorgten am Freitag Mittag neue US-Konjunkturdaten. Der Boom am US-Arbeitsmarkt hat sich im September nur leicht abgeschwächt. Es entstanden 136.000 neue Jobs, wie die Regierung in Washington am Freitag mitteilte. Ökonomen hatten ein Plus von 145.000 vorhergesagt. Zugleich wurde die Stellenzahl für August auf 168.000 von 130.000 nach oben revidiert. Einer Faustregel zufolge gilt ein Stellenaufbau von 100.000 im Monat als ausreichend, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote sank überraschend auf 3,5 von 3,7 Prozent. damit liegt sie nahe einem 50-Jahrestief. Die neuen Daten sind recht robust, aber nicht so robust, um eine weitere Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed auszuschließen.

US-Wirtschaft hat Schwung verloren - Fed dürfte erneut die Zinsen senken

Die weltgrößte Volkswirtschaft hat im Sog des Zollkonflikts bereits deutlich an Schwung verloren. Konjunkturbarometer deuten auf eine weitere Abkühlung hin: Demnach schrumpft die Industrie so stark wie seit 2009 nicht mehr. Und das Wachstumstempo im Dienstleistungsbereich hat sich spürbar verlangsamt. Die US-Notenbank Fed, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, hat die Zinsen zuletzt auf die Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent gekappt. Mehrere Währungshüter sind angesichts der Konjunktureintrübung offen für eine weitere Lockerung, sprich weitere Senkung der Zinsen in den USA. Darauf spekulieren auch zahlreiche Anleger.

Wall Street mit Gewinnen, Apple nahe Rekordhoch

Die US-Börsen haben sich zum Wochenschluss freundlich präsentiert. Die drei wichtigsten Indizes legten zwischen 1,2 und 2,4 Prozent Prozent zu. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen der Standardwerte stand dabei bei 26.339 Punkten, der breiter gefasste S&P 500 bei 2924 Punkten und der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen bei 7931 Punkten.

Am US-Arbeitsmarkt waren im September 136.000 neue Jobs entstanden. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote sank überraschend auf 3,5 von 3,7 Prozent. Die Daten seien nicht so schlimm, dass man die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt komplett in den Abgrund steuern sehe, sagte John Velis, Stratege beim Vermögensverwalter BNY Mellon in New York. "Auf der anderen Seite sind sie nicht stark genug, um die Spekulationen auf zusätzliche Lockerungen der Fed zu zerstreuen, die in den vergangenen Tagen zugenommen haben." Die Federal Reserve entscheidet Ende Oktober das nächste Mal über den Leitzins. Am Markt wird überwiegend mit einer Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt gerechnet.

Apple Aktie nahe Rekordhoch, HP unter Druck

Technologiewerte zählten zu den größten Gewinnern. Die Aktien von Apple Börsen-Chart zeigen kletterten um 1,5 Prozent und notierten nur noch knapp unter ihrem Rekordhoch von 228 Dollar je Aktie. Einem Bericht zufolge hat der Konzern seine Zulieferer aufgefordert, die Produktion für das iPhone 11 wegen einer höheren Nachfrage um zehn Prozent zu steigern. Insidern zufolge war besonders das Einsteigermodell gefragt, während das Spitzenmodell nicht so gut ankomme.

Beim Computerhersteller HP ging es angesichts hoher Restrukturierungskosten mehr als neun Prozent abwärts. Die Papiere fielen auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Der Konzern verschärft seinen Sparkurs und will etwa 7000 bis 9000 Arbeitsplätze abbauen. HP schätzt, dass der Umbau zu jährlichen Einsparungen von etwa einer Milliarde Dollar bis zum Ende des Geschäftsjahres 2022 führen wird.


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Aktien der Deutschen Bank schwach, Airbus gefragt

Die Aktien der Deutschen Bank fielen am Freitag als einer der schwächsten Dax -Werte um mehr als 2 Prozent. Im MDax ging es für Commerzbank um mehr als 2 Prozent und für Aareal Bank um mehr als 3 Prozent abwärts. Der MDax selbst notierte rund 0,9 Prozent fester.

Aktien von der Airbus Group Börsen-Chart zeigen notierten zuletzt noch 3,4 Prozent fester und zählte mit zu den stärksten Werten im MDax. Der von den USA auf importierte Airbus-Flugzeuge erhobene Strafzoll von 10 Prozent liege deutlich unter dem, was der US-Konkurrent Boeing für angemessen befunden hätte, hieß es im Handel. Am Vortag hatte sich daraufhin an der Börse Euronext bereits Erleichterung breit gemacht, Papiere von Airbus hatten um gut 4 Prozent zugelegt.


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Euro etwas schwächer, Ölpreise leicht erholt

Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat am Freitag im frühen Handel etwas schwächer tendiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,0975 US-Dollar, nachdem sie am Vortag bis auf fast 1,10 Dollar gestiegen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,0951 Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise haben sich am Freitag etwas von ihren deutlichen Verlusten in der laufenden Woche erholt. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 58,01 US-Dollar. Das waren 30 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 32 Cent auf 52,77 Dollar.

In dieser Woche haben die Rohölpreise deutlich nachgegeben. Ausschlaggebend waren schwache Konjunkturdaten aus aller Welt. An den Märkten rief besondere Besorgnis hervor, dass die Schwäche der Industrie auf den bisher stabilen Dienstleistungssektor übergreift. Dies zeigten Unternehmensumfragen der Institute ISM und Markit.

Die zunehmende Konjunkturschwäche trifft auf zahlreiche politische Risiken, was die Aussichten für die Ölnachfrage zusätzlich dämpft. Zu nennen sind in erster Linie die zahlreichen Handelskonflikte, die Unsicherheit rund um den Brexit und die anhaltenden Unruhen in Hongkong.

mit Nachrichtenagenturen

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