Montag, 14. Oktober 2019

Kursrutsch an den Börsen - Rezessionsangst vertreibt Anleger Dax stürzt unter 12.000 Punkte, Dow Jones baut Verluste aus

Börse in Frankfurt: Dax und Dow Jones brechen ein

Ausverkauf an der Börse: Der Dax stürzt unter die Marke von 12.000 Punkten. In den USA folgen enttäuschende Job-Daten auf die Schwächezeichen der US-Industrie. Anleger fliehen, der Dow Jones verliert zeitweise fast 500 Punkte.

Der Kursrutsch an der Börse beschleunigt sich: Nach den deutlichen Verlusten am Vortag hat der Dax Börsen-Chart zeigen auch am Mittwoch weiter nachgegeben und ist im späten Handel unter die Marke von 12.000 Punkten gestürzt. Zum Handelsschluss notierte der Dax Börsen-Chart zeigen 2,8 Prozent schwächer bei 11.925 Punkten und ist damit unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Zählern gefallen. Am Montagvormittag hatte der deutsche Leitindex noch bei knapp 12.500 Zählern notiert und hat binnen 24 Stunden mehr als 550 Punkte (rund 4 Prozent) an Wert verloren.

Der MDax Börsen-Chart zeigen , der die mittelgroßen deutschen Werte umfasst, büßte ebenfalls deutlich ein. Der Goldpreis in Dollar Börsen-Chart zeigen, der in den vergangenen drei Wochen deutlich nachgegeben hatte, zog unterdessen wieder an.

Auslöser der zurzeit schlechten Stimmung waren vor allem enttäuschende Wirtschaftsdaten aus den USA, aber auch aus der Eurozone, die am Dienstag bereits belastet hatten. "Der Konjunkturoptimismus ist verflogen, der Druck wird größer, und die Gefahr speziell für zyklische Unternehmen nimmt drastisch zu", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank das Geschehen.

Stimmung in US-Industrie so schlecht wie seit 2009 nicht mehr

Eine überraschend schlechte Stimmung in der US-Industrie hatte die Investoren am Vortag aus dem Markt getrieben. In Europa, New York und zur Wochenmitte auch in Asien verloren die Börsen daraufhin an Boden. Es sei offensichtlich, dass der US-chinesische Handelsstreit bereits großen Schaden angerichtet habe, schrieb Analyst David Madden vom Broker CMC Markets UK.

US-Jobdaten schwächer als erwartet - Dow und Nasdaq klar im Minus

Auch frische Zahlen vom US-Arbeitsmarkt belasteten die Stimmung. US-Unternehmen haben im September laut einer Erhebung des privaten Anbieters ADP rund 135.000 neue Jobs geschaffen. Damit blieben die Daten hinter den Erwartungen von knapp 150.000 zurück. Zudem wurden die Zahlen für August um 40.000 nach unten revidiert (jetzt 155.000 Jobs). Die US-Börsen bauten nach Bekanntgabe der ADP-Daten ihre Verluste aus - sowohl Dow Jones Börsen-Chart zeigen als auch die Nasdaq Börsen-Chart zeigen gaben am Mittwoch deutlich nach. Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen verlor zeitweise knapp 500 Punkte (1,9 Prozent). Der marktbreite S&P 500 verlor am Mittwoch 1,57 Prozent auf 2894,12 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,57 Prozent auf 7563,52 Zähler nach unten.

"Die Auswirkungen des immer noch andauernden Handelskonflikts zwischen den USA und China scheinen in der Realwirtschaft anzukommen", sagte IG-Marktbeobachter Christian Henke. "Die Stimmung ist fragil geworden", führte sein Kollege Craig Erlam vom Broker Oanda weiter aus. Unerwartet schwache Fahrzeug-Absatzzahlen für das dritte Quartal trieben die Aktien von General Motors und Ford Börsen-Chart zeigen um jeweils rund 3,5 Prozent nach unten. Bei Fiat Chrysler fiel die Bilanz etwas besser aus. Die Aktien verloren 1,3 Prozent.

Dax: Covestro, Wirecard und Adidas unter Druck

Zu den größten Verlierern zählten im Dax die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen: Die Aktie gab weitere 3 Prozent auf knapp 141 Euro nach und verlor damit binnen 14 Tagen rund 10 Prozent an Wert.

Aktien von Autoherstellern stehen im Blick nach US-Absatzzahlen. Die Erfolgsserie von Volkswagen Börsen-Chart zeigen auf dem US-Markt ist vorerst beendet - die Wolfsburger erlitten dort einen Absatzeinbruch. Die Volkswagen-Vorzüge verbilligten sich um mehr als 2 Prozent.


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Fundamental sehr schwer wiege auch, dass die Geschäfte in der deutschen Industrie so schlecht laufen wie zuletzt während der weltweiten Finanzkrise 2009, merkte Martin Utschneider, charttechnischer Analyst bei der Privatbank Donner & Reuschel, an. Das Bild des Dax spiegele weiter die aktuell latenten Risiken wie Brexit, US-Handelszölle und globale Rezessionsgefahr wider.

Am Nachmittag stehen mit dem ADP-Bericht zur Beschäftigung im privaten US-Gewerbe im September neue Konjunkturdaten auf der Agenda. Sie gelten als ein Indikator für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht, der an diesem Freitag ansteht und der konjunkturelle Datenhöhepunkt der Woche sein dürfte. Vor diesen Zahlen könnten Anleger also in der Reserve bleiben.

mit Nachrichtenagenturen

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