Montag, 9. Dezember 2019

Börse Dax und Dow Jones mit versöhnlichem Wochenausklang

Kursgewinne: Dax-Kurstafel an der Frankfurter Börse
picture alliance / Christoph Schmidt
Kursgewinne: Dax-Kurstafel an der Frankfurter Börse

Der Dax baut am Freitag seine Gewinne aus. Anleger sind wegen der politischen Krisen in USA und Großbritannien nervös. Die Aktien von Infineon und Rheinmetall geraten unter Druck, während die Papiere von Deutscher Bank, Commerzbank und BASF einen Erholungsversuch starten.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat zu Wochenschluss wieder zugelegt. Der deutsche Leitindex baute sein Plus am Freitag auf 0,8 Prozent aus und schloss bei 12.380 Punkten. Er dämmte damit sein bisheriges Wochenminus auf 0,7 Prozent ein. Auch für den MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Werte ging es leicht um ein halbes Prozent auf 25.827,8 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte ebenfalls etwa ein halbes Prozent auf 3550,4 Zähler zu.

Erfreuliche Stimmung auch an der Wall Street: Gute Konjunkturdaten haben den Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Freitag gestützt. Der US-Leitindex rückte zuletzt um 0,1 Prozent auf 26.919,7 Punkte vor, nachdem er am Donnerstag noch leicht nachgegeben hatte. Auf Wochensicht deutet sich damit ein kleines Minus an. Die US-Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter waren im August überraschend gestiegen.

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von BASF Börsen-Chart zeigen , Siemens Börsen-Chart zeigen und Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen von 1,5 bis 2,9 Prozent, während die Aktien von Infineon ihre Verluste auf 1,4 Prozent ausbauten.

BASF-Chef Martin Brudermüller Brudermüller hatte bei einem Investorentag im belgischen Gent die Jahresprognose und die mittelfristigen Ziele bekräftigt. Zu diesen gehöre uch, die Dividende jährlich zu steigern. Jedoch sagte er auch, dass er auch für das dritte Quartal keine Besserung vermelden könne. Die Absatz-Volumina seien im Juli und August gesunken. An der Börse griffen die Anleger zu. Die BASF-Aktie setzte sich mit einem Plus von etwa 3 Prozent an die Spitze im Dax. Im Vorfeld habe es die Sorge gegeben, dass bei der Veranstaltung weitere schlechte Nachrichten veröffentlicht würden, sagte ein Händler. "Dass dies ausblieb, ist positiv."

Zum Spitzenreiter im MDax mauserten sich die Papiere der Aareal Bank mit einem Plus von 4,6 Prozent. Hier beflügelte eine Kreisemeldung, wonach der Immobilienfinanzierer Druck von einem aktivistischen Investor bekommt. So fordert der Hedgefonds Teleios Capital Partners laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, den Verkauf der IT-Dienstleistungstochter Aareon auszuloten.

Der erfolgreiche Verkauf von Immobilien am Berliner Wohnungsmarkt trieb die Aktien der dort fokussierten Unternehmen an. Nachdem Ado Properties den bereits vor gut einer Woche vage angekündigten Verkauf zu einem attraktiven Preis unter Dach und Fach brachte, kletterte die Aktie um 2,4 Prozent. Jene des Konkurrenten Deutsche Wohnen folgten dem mit einem Anstieg um 1,9 Prozent.

Infineon leidet unter Micron Ausblick

Ein enttäuschender Ausblick des US-Konkurrenten Micron Börsen-Chart zeigen setzt den europäischen Chip-Herstellern zu. Die Aktien von AMS, Infineon Börsen-Chart zeigen oder STMicro fielen zur Eröffnung am Freitag um bis zu 3,6 Prozent. Die. Die Titel des Zulieferers Siltronic Papiere von Infineon erholten sich bis mittags wieder, verloren aber immer. Die Titel des Zulieferers Siltronic noch fast um 2 Prozent. Die Titel des Zulieferers Siltronic verloren zeitweise sogar 5,2 Prozent, dreht bis mittags aber wieder ins Plus.

Die Papiere von Micron erlebten am Freitag bis mittags ebenfalls einen Einbruch. Die Aktie fiel bereits am Morgen deutlich. Das Unternehmen hatte für das abgelaufene Quartal einen Gewinneinbruch auf 561 Millionen von 4,33 Milliarden Dollar ausgewiesen. Für das laufende Quartal peilt der Halbleiter-Anbieter einen Gewinn von 0,35 bis 0,49 Dollar je Aktie an. Analysten hatte mit 0,48 Dollar gerechnet. Dem Unternehmen macht Börsianern zufolge besonders der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der Streit um den chinesischen Telekom-Ausrüster Huawei, den wichtigsten Micron-Kunden, zu schaffen.

Die langfristigen Aussichten seien aber unverändert positiv, schrieb Analyst Karl Ackerman vom Vermögensverwalter Cowen. Micron sei schließlich führend bei Chips für wachstumsstarke Anwendungen wie autonomes Fahren oder den neuen Mobilfunk-Standard 5G.

MDax: Commerzbank und Rheinmetall

Am Freitag ging es für die Commerzbank Börsen-Chart zeigen zunächst vorbörslich bergab. Nachdem der Aufsichtsrat des teilverstaatlichten Konzerns die vor einer Woche vorgestellten Pläne für einen verschärften Schrumpfkurs gebilligt hat, kassierte die Bank am Donnerstagabend ihre Ertragsprognose. Es seien 2019 "nicht länger steigende bereinigte Erträge" zu erwarten, hieß es. Während am Freitag die weiteren Pläne des Geldinstituts vorgestellt wurden, erholte sich die Aktie bis mittags um 1,48 Prozent auf 5,42 Euro und gehörte damit zu den stärkeren Werten im MDax.

Die Aktien von Rheinmetall Börsen-Chart zeigen büßten um die 2 Prozent ein. Ein Hackerangriff auf den Rüstungs- und Autozulieferkonzern hat nach Angaben des Unternehmens die Produktion in Nord- und Südamerika stark beeinträchtigt.

Konjunkturdaten aus Europa und USA

Etwas Abwechslung von diesem Thema verspricht eine Flut von Konjunkturdaten, die auf Anleger zurollt. Auf dem Terminplan stehen unter anderem die Barometer für die Stimmung der europäischen Verbraucher und Firmenlenker.

In den USA werden unter anderem die Konsumausgaben veröffentlicht. Von diesen Zahlen versprechen sich Börsianer Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten Zinssenkungen der US-Notenbank. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

Brexit, Zollstreit, Impeachment - Anleger bleiben nervös

"Die Anleger bleiben in einem Wechselbad der Gefühle", sagte ein Börsianer. Während es die Spekulationen um Fortschritte in den Verhandlungen zwischen Washington und Peking gebe, seien die politischen Risiken mit der Diskussion über eine Amtsenthebung von Trump auf der anderen Seite aber auch um einen Faktor größer geworden. Weiter für Unsicherheit sorge auch das Brexit-Drama.


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Ölpreise leicht gefallen

Die Ölpreise sind am Freitag gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,26 US-Dollar. Das waren 48 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 24 Cent auf 56,17 Dollar. Vor einer Woche hatte ein Barrel WTI-Öl noch mehr als 58 Dollar gekostet.

Am Ölmarkt sind die Reparaturarbeiten an Ölanlagen in Saudi-Arabien weiter das beherrschende Thema. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf Insider, dass die Arbeiten schneller vorankommen als gedacht. Demnach habe die Produktionsmenge wieder ein Volumen von acht Millionen Barrel pro Tag erreicht und bewege sich wieder in Richtung der Menge, die vor dem Angriff auf die Ölanlagen Mitte September produziert wurde.

Zuletzt gab es mehrfach Pressemeldungen unter Berufung auf Insider, die von schnellen Fortschritten des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco bei den Reparaturarbeiten berichten. Rohstoffexperten verwiesen aber darauf, dass Saudi Aramco derzeit einen Börsengang plane und negative Schlagzeilen vermeiden wolle.

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