Montag, 14. Oktober 2019

Börse Debatte über Amtsenthebungs-Verfahren gegen Trump belastet Börsen

Abwärts: Dax-Kurve an der Frankfurter Börse

Der Dax wird durch die Verluste der Volkswagen-Aktie sowie durch eine schwache Wall Street ausgebremst. Der Index schließt nahe Tagestief. In den USA wird über ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump spekuliert.

Verluste an der Börse: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag seine Verluste im späten Handel ausgebaut und den Xetra-Handel nahe Tagestief bei 12.316 Punkten geschlossen. Verluste an der Wall Street sowie die Verluste bei den Schwergewichten Volkswagen Börsen-Chart zeigen und BASF Börsen-Chart zeigen belasteten den Index. Zu den Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen und der Lufthansa Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen von jeweils rund 2 Prozent.

Im abendlichen Handel bauten Dax Börsen-Chart zeigen, Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen ihre Verluste deutlich aus, der Dax fiel zeitweise bis auf 12.230 Zähler. Börsianer verwiesen als Belastung auf eine gestiegene Unsicherheit unter den Anlegern, nachdem Medienberichten zufolge ein Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump Fahrt aufzunehmen scheint.

Es hieß, der Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, Joe Biden, habe seinen Widerstand gegen ein Amtsenthebungs-Verfahren aufgegeben. Sollte Trump dem US-Kongress keine Informationen zum Thema Ukraine und seine jüngsten Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten geben, werde er ein so genanntes Impeachment-Verfahren unterstützen. Auch die US-Demokratin Nancy Pelosi, die bislang als Gegnerin eines solchen Verfahrens gegolten hatte, erwäge laut Medienberichten nun einen solchen Schritt.

US-Präsident Donald Trump übte zudem bei seiner Rede vor den Vereinten Nationen deutliche Kritik an der Handelspolitik Chinas. Da ein Kompromiss im Zollstreit damit erneut in die Ferne rückt, bauten insbesondere die US-Technologiewerte im späten Handel ihre Verluste aus. Neben Trumps Kritik an China belastete außerdem das schwache US-Verbrauchervertrauen die Kurse. Das vom Conference Board gemessene Vertrauen der US-Konsumenten fiel von 134 im August auf 125 Punkte im September. Die wichtigste Stütze der US-Wirtschaft ist der Konsum auf Pump.

Die Aktie von Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen gab im Dax nach der Anklage gegen Vorstandschef Herbert Diess, Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und Ex-Konzernchef Martin Winterkorn um rund 2,5 Prozent nach. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft den Managern Marktmanipulation im Zusammenhang mit dem Dieselskandal vor. VW weist die Vorwürfe zurück.

Oberstes Gericht erklärt Parlament-Zwangspause für rechtswidrig

In Großbritannien kassierte der glücklose Premier Boris Johnson erneut eine deftige Niederlage: Das Oberste Gericht erklärte den von Johnson verhängten Zwangsurlaub des britischen Parlaments für rechtswidrig. Das britische Pfund stieg nach dem Urteil um 0,5 Prozent auf 1,2487 Dollar und markiert damit ein Tageshoch. Parlamentspräsident John Bercow sagt, das Unterhaus müsse nun ohne Verzögerung zusammenkommen.

Dow Jones und Nasdaq schwächer, Trump kritisiert China

Die Aussicht auf Handelsgespräche zwischen den USA und China in zwei Wochen hat die US-Aktienmärkte am Dienstag nur kurzzeitig gestützt. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen der Standardwerte eröffnete 0,4 Prozent fester bei 27.067 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen notierte zum Start 0,4 Prozent höher bei 8164 Punkten. Anschließend rutschten beide Indizes jedoch deutlich in die Verlustzone. Der Nasdaq schloss 1,5 Prozent schwächer, und der marktbreite S&P 500 Index verzeichnete den größten Tagesverlust seit vier Wochen.

US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte am Montag, er und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer würden sich Anfang Oktober mit dem chinesischen Vizeministerpräsidenten Liu He treffen. "Die Regierung scheint zu signalisieren, dass ein Abkommen doch nicht in Gefahr ist", sagte Rick Meckler, Partner beim Investmenthaus Cherry Lane. Allerdings seien die Ausschläge am Markt gering. "Es wird auf konkrete Informationen zur Lage in China gewartet."

Konkrete Informationen lieferte dann im weiteren Tagesverlauf US-Präsident Donald Trump bei seinem Auftritt vor den Vereinten Nationen. Er drohte dem Iran mit einer weiteren Verschärfung der Sanktionen und kritisierte China für seine Handelspolitik. Anleger drückten daraufhin auf den Verkaufsknopf.

Lufthansa erneut an Dax-Spitze

Im Dax ging der Anstieg bei den Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen an der Indexspitze um 1,5 Prozent weiter. Die Aktien bleiben nach der Insolvenz von Thomas Cook, die Flugkapazitäten vom Markt nimmt, weiter gefragt. Neuerdings notieren sie über der 50-Tage-Linie, die Charttechniker als Indikator für den mittelfristigen Trend ansehen.

Mit der Lufthansa Schritt halten konnten die Wirecard-Aktien Börsen-Chart zeigen. Die britische Bank HSBC sieht mit ihrem Kursziel von 225 Euro weiterhin 50 Prozent Kurspotenzial.

Ansonsten spielte die Musik bei den Nebenwerten. Vor allem fiel SAF-Holland Börsen-Chart zeigen mit einem Kursrutsch um 22 Prozent negativ auf. Der Nutzfahrzeugzulieferer blickt kurz nach der Vorlage von Quartalszahlen beim Umsatz plötzlich pessimistischer auf das laufende Jahr und zog so andere Branchenwerte wie die Jost-Werke oder Knorr-Bremse um bis zu 7,6 Prozent mit nach unten.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Papiere des Biotech-Unternehmens Evotec Börsen-Chart zeigenwurden im MDax Börsen-Chart zeigen beflügelt von einer angekündigten Partnerschaft mit dem japanischen Pharmarisen Takeda Chemical Industries Börsen-Chart zeigen. Sie rückten um fast 5 Prozent vor und waren so der Spitzenreiter im Mittelklasse-Index. Evotec erhält durch die Kooperation eine einmalige Vorab- und künftige Meilensteinzahlungen.

ifo-Index hellt sich etwas auf

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich unterdessen im September nach fünf Rückgängen in Folge leicht verbessert. Der Geschäftsklimaindex stieg auf 94,6 Punkte von 94,3 Zählern im Vormonat, wie das Münchener Ifo-Institut am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Im August lag das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer noch auf dem niedrigsten Wert seit November 2012.

Euro kaum verändert, Ölpreise geben nach

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Dienstag kaum verändert knapp unter 1,10 US-Dollar gehalten. Nach deutlichen Kursverlusten vom Vortag konnte sich die Gemeinschaftswährung damit vorerst stabilisieren. Am Morgen wurde sie bei 1,0989 Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,0985 Dollar festgesetzt.

Zu Beginn der Woche hatten unerwartet schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone die bestehenden Konjunktursorgen verstärkt und die Gemeinschaftswährung deutlich belastet. Die Stimmung der Einkaufsmanager war auf den tiefsten Stand seit mehr als sechs Jahren gefallen.

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gesunken. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 64,42 US-Dollar. Das waren 35 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 27 Cent auf 58,37 Dollar.

Iran-Konflikt: Auch Deutschland folgt jetzt US-Standpunkt

Am Ölmarkt ist die Produktionsmenge in Saudi-Arabien weiter ein bestimmendes Thema. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Frage, wie schnell das führende Opec-Land die Produktion wieder hochfahren kann, nachdem Angriffe auf wichtige Ölanlagen einen Großteil der Fertigung lahmlegten. Laut jüngsten Medienberichten macht das Land Fortschritte bei der Wiederherstellung des alten Produktionsniveaus.

Nach den USA machen mittlerweile auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien den Iran für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich. "Für uns ist deutlich, dass der Iran Verantwortung für diesen Angriff trägt", hieß es in einer am Montag am Rande der UN-Vollversammlung in New York veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung, der französischen sowie der britischen Regierung. "Es gibt keine andere plausible Erklärung."

mit Nachrichtenagenturen

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