Mittwoch, 20. November 2019

Kursrally an der Börse Dax baut Gewinne aus, US-Börsen nahe Rekordhoch

Kursgewinne: Der Dax hat die Marke von 12.100 Zählern zurückerobert

Der Dax hat seine Erholungsrally am Donnerstag fortgesetzt. Die Aussicht, dass ein harter Brexit möglicherweise vermieden wird, sowie neue Gespräche zwischen USA und China stützen den Dax. Auch an der Wall Street legen Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 weiter zu.

Die Erholung geht weiter: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag die Marke von 12.100 Punkten überwunden und das höchste Niveau seit Anfang Augutst erreicht. Am Mittwoch hatte er unter anderem dank schwindender Ängste vor einem Brexit ohne Deal 1 Prozent im Plus bei 12.025 Punkten geschlossen. Zu den Gewinnern zählten die Auto-Aktien BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen. Sie profitieren einerseits von einer Entspannung im Zollstreit und zusätzlich von robusten Absatzzahlen in den USA.

An die Spitze des Dax setzten sich die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen und von Infineon Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen von jeweils rund 4 Prozent: Während Infineon von den Entspannungsignalen im Handelsstreit profitierte, setzte Wirecard seine Kursrally der vergangenen Tage fort. Am Montag hatte die Aktie die charttechnisch wichtige 50-Tage-Linie wieder überschritten. Nun beeilen sich Analysten, ihre Kursziele entsprechend hochzusetzen und der jüngsten Kursrally anzupassen. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser gibt sich für Wirecard zum Beispiel besonders optimistisch und setzt ein Kursziel von 240 Euro. Die Partnerschaft des deutschen Zahlungsabwicklers mit dem japanischen Softbank-Konzern zeige nun erstmals ihre Vorzüge, hieß es.

Brexit: Parlament peitscht No-Deal-Gesetz durch, Neuwahlen wahrscheinlich

Erleichtert reagieren Anleger auf die jüngste Entwicklung im Brexit. Das britische Parlament verabschiedete am Mittwochabend ein Gesetz, das es Premierminister Boris Johnson unmöglich machen soll, das Land ohne Scheidungsvereinbarung aus der EU zu führen. Den Antrag Johnsons auf vorgezogene Neuwahlen lehnten die Abgeordneten ab.

Ein weiterer Stimmungsaufheller war Börsianern zufolge die Ankündigung Chinas, die Gespräche zur Beilegung des Zollstreits mit den USA wieder aufnehmen zu wollen. Dies schürte Hoffnung auf eine Entspannung des Konflikts.

Autobauer im Blick: BMW, VW und Daimler steigern Absatz in USA

Hierzulande rücken unter anderen die Autobauer in den Fokus. Volkswagen Börsen-Chart zeigen , BMW Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen hatten im August starke Absatzanstiege auf dem wichtigen US-Markt erzielt. Der anhaltende SUV-Boom und die rabattträchtige Verkaufsschlacht rund um das "Labor Day"-Feiertagswochenende spielten der Branche in die Karten.

Etwas nach unten ging es vorbörslich für die Papiere von Scout24 Börsen-Chart zeigen. Die Finanzinvestoren Hellmann & Friedman haben ihre 6,7 Millionen Aktien, die sie im Zusammenhang mit dem gescheiterten Übernahme erworben hatten, wieder auf den Markt geworfen.

Deutsche Bank stützt Siemens, ThyssenKrupp wird durch MTU ersetzt

Zudem könnten Analystenkommentare die Kurse bewegen. So gab es Kaufempfehlungen für die Aktien von Siemens Börsen-Chart zeigen sowie HeidelbergCement von Seiten der Deutschen Bank und für KWS Saat von Seiten des Bankhauses Lampe. Die Papiere der Unternehmen zogen auf Tradegate an.

Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen schließlich zählt bald nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen in Deutschland. Der Essener Industrie- und Stahlkonzern muss wegen seines drastisch gesunkenen Aktienkurses den Dax verlassen. Ersetzt wird der Traditionskonzern durch den Triebwerksbauer MTU . Auch die Indizes MDax und SDax werden neu sortiert. Die Veränderungen werden zum 23. September wirksam.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq könnten nach oben ausbrechen

Neue Gespräche zwischen den USA und China im Handelsstreit könnten die Wall Street am Donnerstag von ihren Fesseln befreien. Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierte im frühen US-Handel 1,5 Prozent höher auf 26 757 Punkte. Der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen legte 1,4 Prozent zu.

In den vergangenen vier Wochen war der Dow in einer breiten Spanne zwischen 25.339 und 26 514 Punkten um seine exponentielle 200-Tage-Linie gependelt. Nun winkt neben dem Ausbruch auch der Sprung über die 50-Tage-Linie. Der Dow Jones nimmt damit die Marke von 27.000 Punkten in den Blick, die er Mitte mit seinem Rekordhoch von 27.340 Punkten überwunden hatte.

Auch der marktbreite S&P 500 und der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen dürften den jüngsten Schlingerkurs aufgeben und wieder in Richtung ihrer Rekordhochs vorstoßen. Der S&P, der am Donnerstag um 1,2 Prozent zulegte, ist nur noch rund 1,5 Prozent von seinem Rekordhoch bei 3028 Punkten von Anfang August entfernt.

US-Firmen schaffen mehr Jobs als erwartet

Die Privatwirtschaft der USA schaffte im August mehr Stellen als erwartet und sendete damit positive Signale für den am morgigen Freitag anstehenden Monatsbericht der US-Regierung. Mit Spannung wird noch auf die Auftragseingänge der US-Industrie im Juli gewartet sowie auf die Stimmungsdaten aus dem Dienstleistungssektor im Monat August.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Euro kaum verändert, Nikkei klar im Plus

Entspannungssignale in Hongkong, beim Brexit und im Handelsstreit zwischen den USA und China haben den japanischen Aktienmarkt am Donnerstag auf ein Monatshoch klettern lassen. Der 225 Werte umfassende Nikkei Börsen-Chart zeigen lag gegen Mittag 2,5 Prozent im Plus bei 21.157 Punkten. Dies ist der höchste Wert seit dem 2. August. Der breiter gefasste Topix.TOPX stieg um 2,3 Prozent auf 1540 Zähler, auch dies ein Vier-Wochen-Hoch.

Zuvor hatte es sowohl in Hongkong als auch in London und im Handelsstreit zwischen den USA und China positive Signale gegeben. Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam zog einen umstrittenen Gesetzentwurf zurück, an dem sich die monatelangen Massenproteste entzündet hatten. Das britische Parlament verabschiedete gegen den Willen von Premierminister Boris Johnson ein Gesetz, das einen No-Deal-Brexit verhindern soll. Und die USA und China planen voraussichtlich im Oktober eine neue Runde hochrangiger Handelsgespräche.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,67 Prozent am Vortag auf minus 0,64 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,12 Prozent auf 146,84 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,63 Prozent auf 177,55 Punkte nach.

Der Euro kostete zuletzt 1,1061 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1018 (Dienstag: 1,0937) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9076 (0,9143) Euro gekostet.

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