Börse Dax dreht ins Plus, Lufthansa legt deutlich zu

Der Dax klettert wieder über die Marke von 11.700 Punkten. Vor allem die Aktien von Lufthansa, Vonovia und Eon sind gefragt. Die US-Futures deuten auf Gewinne an der Wall Street hin.
Dax im Plus: Einige Anleger wagen sich bereits wieder vor

Dax im Plus: Einige Anleger wagen sich bereits wieder vor

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Wem gehört der Dax: Diese Dax-Konzerne sind fest in ausländischer Hand

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Erholung nach dem Kursrutsch: Der Dax  drehte am Dienstag nach schwachem Start ins Plus und kletterte zuletzt wieder über die Marke von 11.700 Zählern. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Eon, Vonovia und Lufthansa: Die Aktie der Airline setzte ihre in der vergangenen Woche begonnene Erholung fort. manager magazin hatte berichtet, dass die Lufthansa ihren Gewinn mittelfristig um bis zu 50 Prozent steigern will und deshalb bei der nächsten Sitzung des Aufsichtsrates auch über Sparmaßnahmen sprechen wird. Die Anteilsscheine der Kranich-Linie gewannen dabei 2,9 Prozent auf 13,84 Euro.

Analystin Ruxandra Haradau-Doser von Kepler Chevreux empfahl die Papiere nun mit einem Kursziel von 16,50 Euro zum Kauf. Die Papiere wiesen inzwischen einen deutlichen Abschlag zu ihrer historischen Durchschnittsbewertung auf, so die Expertin. Gleichzeitig hob sie ihre Gewinnschätzungen und ist optimistisch, dass die Fluggesellschaft ihre Jahresziele erreichen wird.

Den Schock durch die jüngste Eskalation im Handelskrieg haben die Anleger recht gut weggesteckt. Dabei half, dass die USA und China nach der Eskalation vom Freitag zum Wochenstart wieder Gesprächsbereitschaft signalisierten. Am Dienstag gab es von dieser Seite zunächst nichts Neues. Die Blicke richten sich nun auf Italien, wo die Suche nach einer neuen Regierung in die entscheidende Phase geht.

Autowerte bekommen Rückenwind durch China

Europäische Autowerte bekommen Händlern zufolge Rückenwind aus dem Reich der Mitte. China kündigte an, den Konsum in verschiedenen Bereichen ankurbeln zu wollen. Unter anderem werde erwogen, bestehende Einschränkungen bei Autokäufen zu lockern. Der Branchenindex für Automobilhersteller- und Zulieferer drehte anschließend ins Plus und notierte ein Prozent höher.

Italien: Gespräche zwischen 5 Sternen und PD ausgesetzt

Die Hoffnung der Anleger auf eine schnelle Regierungsbildung in Italien hat einen Dämpfer erlitten. Die populistische 5-Sterne-Bewegung setzt die Gespräche mit den oppositionellen Sozialdemokraten (PD) aus, bis sich diese öffentlich zu einer neuen Koalition unter Führung des amtierenden Regierungschefs Giuseppe Conte verpflichten. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen zieht daraufhin an, notiert mit 1,235 Prozent aber noch in der Nähe ihres zuvor erreichten Drei-Jahres-Tiefs.


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Wall Street: Dow Jones und Nasdaq mit Gewinnen

Nach den jüngsten Signalen einer Annäherung im Handelskonflikt zwischen China und den USA dürfte der US-amerikanische Aktienmarkt am Dienstag weiterhin von vorsichtigem Optimismus geprägt sein. Der Dow Jones  notierte knapp im Plus. . Damit würde der Index wieder knapp über die Marke von 26 000 Zählern klettern, um die er in den vergangenen Wochen je nach aktueller Nachrichtenlage zum Zollkonflikt und zur Konjunktur stark geschwankt ist.

Bereits zum Wochenstart war der Leitindex um rund ein Prozent gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump neue Hoffnungen auf weitere Verhandlungsversuche der beiden Länder geschürt hatte. "Ich glaube, wir werden einen Deal mit China machen", sagte er zum Abschluss des G7-Gipfels im französischen Biarritz. Er werde einem Handelsabkommen mit China nur zustimmen, wenn es sich um eine faire Vereinbarung handele, die gut für die Vereinigten Staaten sei. Er glaube aber, dass das zu erreichen sei.

JP Morgan optimistisch für die Märkte

Anleger sollten sich nach Einschätzung von JPMorgan nach dem jüngsten Rücksetzer an den Börsen für steigende Aktienkurse positionieren. "Der Markt wird bis zum Jahresende wieder zulegen, beginnend mit einer Aufwärtsbewegung im September", prognostizierte Stratege Mislav Matejka am Dienstag in einer Studie.

Gründe für Optimismus gebe es mehrere: Neben einer Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe durch die Europäische Zentralbank könnte die zweite Zinssenkung der US-Notenbank Fed in diesem Jahr deutlicher ausfallen als allgemein erwartet. Auch habe sich die technische Verfassung der Börsen verbessert, es gebe Anzeichen einer Wiederzunahme der Marktaktivitäten. Hemmschuh sei nach wie vor der Handelskrieg zwischen den USA und China. Doch hier setzt Mateijka darauf, dass zumindest die jüngsten Strafzölle am Ende doch nicht Anwendung finden.

Eine wesentliche Voraussetzung für steigende Kurse seien robuste Gewinne der Unternehmen. Für das laufende Jahr rechnet der Experte zwar mit einem Rückgang des Gewinns je Aktie der 30 Dax  -Konzerne um 2,6 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte diese Kennziffer jedoch wieder um gut 15 Prozent zulegen. Noch stärkere Gewinnsteigerungen erwartet Mateijka nur für die skandinavischen Märkte Norwegen und Finnland.

Anleger seien gegenwärtig ungewohnt pessimistisch. Sie rechneten aktuell mit einem Anstieg der Gewinne im zweiten Halbjahr um 1,6 Prozent. Damit seien sie deutlich zurückhaltender als die Wachstumsrate im ersten Halbjahr von 2,3 Prozent. Das aber sei "untypisch", so Mateijka. Denn üblicherweise sorgten sich Investoren zu diesem Zeitpunkt des Jahres um zu hohe Erwartungen an das zweite Halbjahr. Die Konsensprognosen könnten sich also letztlich als zu konservativ herausstellen.

Überdurchschnittliche Kursgewinne erwartet der Analyst von Banken, Bergwerkskonzernen sowie Öl- und Gasproduzenten. Der Bankensektor sei in den vergangenen zwölf Monaten der schwächste Sektor gewesen und somit günstig bewertet. Allerdings sollten Anleger hier US-Banken den europäischen Titeln vorziehen. Bergwerkskonzerne erwirtschafteten hohe Free Cashflows und würden von einer besseren Konjunktur überdurchschnittlich profitieren. Die Ölindustrie sei ein Profiteur geopolitischer Spannungen.

Euro kaum verändert

Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung Euro bei 1,11 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1116 Dollar festgesetzt.

Der Euro hat seine Kursverluste vom Wochenauftakt vorerst nicht weiter fortgesetzt. Die Hoffnung auf ein versöhnliches Ende im Handelskrieg zwischen den USA und China hatte dem Dollar am Vortag Auftrieb gegeben und den Euro im Gegenzug belastet. Im weiteren Handelsverlauf könnte die Konjunkturflaute in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, wieder stärker in den Fokus rücken.

Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise haben am Dienstag etwas zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 58,93 US-Dollar. Das waren 23 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 25 Cent auf 53,89 Dollar.

Nach deutlichen Kursschwankungen zum Wochenauftakt haben sich die Ölpreise vorerst stabilisiert. Zuletzt hatten neue Entwicklungen im Handelskrieg zwischen den USA und China für Bewegung gesorgt. Unter anderem war von US-Präsident Donald Trump während des G7-Gipfels im französischen Biarritz auf ein Telefongespräch verwiesen worden, in dem China seinen Wunsch zu neuen Verhandlungen zum Ausdruck gebracht habe. 

mit Nachrichtenagenturen