Sonntag, 15. September 2019

Verluste an der Börse Trump nennt Fed-Chef Powell und Chinas Staatschef Xi "Feinde" - Dax taucht ab

Trump, Notenbank-Chef Powell: Nur einer dieser beiden Präsidenten hat sich offenbar noch im Griff

Dax und Dow fallen erneut ins Minus. US-Präsident Donald Trump bezeichnet Chinas Staatschef Xi und Fed-Chef Powell als "Feinde". Die Zweifel, ob Trump wirklich noch zurechnungsfähig ist, wachsen.

Trump schickt die Börsen in die Tiefe: Der Dax Börsen-Chart zeigen ist nach festem Start am Freitag Nachmittag wieder in die Verlustzone zurückgefallen. Wegen der jüngsten Eskalation des Zollstreits zwischen den USA und China, begleitet von wütenden Tweets des US-Präsidenten, bringen Anleger Geld in Sicherheit. Der Dax Börsen-Chart zeigen beendete den Xetra-Handel 0,8 Prozent schwächer bei 11.643 Punkten, nachdem er zeitweise noch über die Marke von 11.800 Punkten gestiegen war.

Da der Zollstreit zwischen den USA und China nun wieder eskaliert und die US-Börsen im späten Handel ihre Verluste ausweiteten, droht dem Dax am Montag der Sturz unter die Marke von 11.600 Punkten. China kündigte in Reaktion auf die neuen geplanten Strafzölle der USA an, seinerseits Vergeltungszölle auf US-Waren im Volumen von weiteren 75 Milliarden Dollar zu erheben.

Trump: "Powell oder Xi - wer ist der größere Feind?"

Donald Trump steigerte die Verunsicherung der Investoren am Nachmittag mit einem Tweet, in dem er sowohl Chinas Präsidenten Xi als auch den Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, als "Feind" bezeichnete. "Meine einzige Frage ist: wer ist unser größerer Feind, Jay Powell oder der Vorsitzende Xi?" twitterte Trump ("My only question is, who is our bigger enemy, Jay Powell or Chairman Xi?").

Der Notenbankchef hatte zuvor eine Rede gehalten, ohne dabei konkrete Schritte wie Zinssenkungen anzukündigen.

Nach der Dauerkritik von Trump hatte Powell gute Gründe, sich bedeckt zu halten. Die US-Notenbank Fed will nach den Worten ihres Chefs Jerome Powell das weitere Wachstum der amerikanischen Wirtschaft mit "angemessenen Maßnahmen" stützen. Die Zentralbank werde sich gemäß ihres Mandats für einen starken Arbeitsmarkt und geringe Inflation einsetzen und zudem "angemessen handeln, um den Aufschwung zu stützen", sagte Powell vor Notenbankern und Ökonomen in Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming.

Wall Street: US-Börsen mit Verlusten

In den USA starteten die wichtigsten Indizes mit Verlusten. Sowohl Dow Jones Börsen-Chart zeigen als auch Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen bauten ihre Verluste im späten Handel deutlich aus: Nach dem jüngsten Tweet des US-Präsidenten wachsen die Zweifel, ob der Mann im Weißen Haus wirklich noch zurechnungsfähig ist.

Im mehr als einjährigen Zollstreit schlägt Peking nun zurück und reagiert auf die jüngsten Zoll-Ankündigungen Donald Trumps. China kündigte neue Zölle auf US-Güter im Volumen von rund 75 Milliarden Dollar an, die zwischen fünf und zehn Prozent liegen und ab dem 1. September beziehungsweise 15. Dezember gelten sollen. Anleger scheuten angesichts dessen Risiken, was dem Goldpreis zugutekam. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 1501 Dollar je Feinunze.

Wirecard, Fresenius und Lufthansa gefragt

Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Fresenius Börsen-Chart zeigen und Lufthansa Börsen-Chart zeigen. Laut einem Bericht von manager magazin will der Lufthansa-Aufsichtsrat in Kürze über einen Sparkurs und weitere Maßnahmen beraten, um die Rendite der Airline nach oben zu treiben und den Kursverfall der Aktie zu stoppen.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


ThyssenKrupp: Berichte über Interesse an KlöCo wiederbelebt

Im SDax legte der Stahlhändler Klöckner & Co. Börsen-Chart zeigen(KlöCo) deutlich zu. Das "Handelsblatt" hatte einen schon im Juni veröffentlichten Bericht von manager magazin aufgegriffen, demzufolge Thyssenkrupp Interesse an einer Übernahme des Stahlhändlers hat. Bereits im Juni hatten die Aktien von KlöCo deutlich zugelegt, hatten in den vergangenen zwei Wochen inmitten der allgemeinen Börsenschwäche wieder nachgegeben. Nun sorgen die aufgewärmten Fusionsspekulationen erneut für Kursphantasie.

Umbaupläne bleiben auch das Thema bei der Commerzbank Börsen-Chart zeigen , die nach einem Bericht der "Börsen-Zeitung" den weiteren Abbau von bis zu 2500 Stellen prüft. Zuvor war in Medien über die Schließung mehrerer hundert Filialen spekuliert worden.

Anleger sollten zudem Softwarehersteller SAP Börsen-Chart zeigen nach guten Zahlen des US-Konkurrenten Salesforce im Blick behalten - ebenso wie den IT-Dienstleister Bechtle , dessen Aktien von einer Kaufempfehlung durch die Baader Bank bereits vorbörslich profitierten. Zudem gibt es noch Zahlenmaterial aus den hinteren Börsenreihen, etwa vom Maschinenbauer Aumann und vom Eisenbahn-Logistiker VTG .

US-Dollar taucht ab, Euro steigt deutlich

Der Eurokurs hat am Freitag von einer Schwäche des US-Dollars profitiert und im Gegenzug deutlich zugelegt. Eine neue Eskalationsstufe im Handelskonflikt zwischen China und der USA sowie heftige Reaktionen des US-Präsidenten Donald Trump setzten die amerikanische Währung unter Druck. Am Nachmittag stieg der Eurokurs auf ein Tageshoch bei 1,1126 US-Dollar, nachdem er gegen Mittag noch bei 1,1052 Dollar gelegen hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1065 (Donnerstag: 1,1083) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9038 (0,9023) Euro.

Die Regierung in Peking hatte am Nachmittag eine weitere Eskalation im Handelskrieg mit den USA eingeleitet und neue Strafzölle auf US-Waren angekündigt. Allgemein war an den Märkten mit einer Reaktion von China gerechnet worden, nachdem zuvor die US-Regierung höhere Zölle auf chinesische Waren in Aussicht gestellt hatte. US-Präsident Trump reagierte umgehend und kündigte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter eine Gegenreaktion der USA noch an diesem Freitag an.

Dagegen konnte eine Rede des US-Notenbankchefs die Kurse am Nachmittag kaum bewegen. Powell hatte zwar auf "signifikante Risiken" hingewiesen, gleichzeitig aber auch die günstige Lage der amerikanischen Wirtschaft herausgestellt. Man sei bereit "angemessen zu handeln, um den Aufschwung zu stützen".

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90453 (0,91150) britische Pfund, 117,79 (118,13) japanische Yen und 1,0893 (1,0905) Schweizer Franken fest. Die Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1527 Dollar gehandelt. Das waren etwa 28 Dollar mehr als am Vortag.

Die Ölpreise sind am Freitag vor einer mit Spannung erwarteten Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 60,06 US-Dollar. Das waren 14 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um acht Cent auf 55,43 Dollar.

An den Finanz- und Rohstoffmärkten richten sich die Blicke vor dem Wochenende auf die amerikanische Kleinstadt Jackson Hole. Auf der dortigen Notenbankkonferenz werden Hinweise auf die Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank Fed erwartet. Der Vorsitzende der Fed wird sich am Freitagnachmittag (MESZ) öffentlich äußern.

mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung