Dienstag, 22. Oktober 2019

Schwankungen an den Börsen Dax schließt erneut im Minus

Schwankungen im Dax: Der deutsche Aktienindex hat am Donnerstag erneut im Minus geschlossen
picture alliance / Christoph Schmidt
Schwankungen im Dax: Der deutsche Aktienindex hat am Donnerstag erneut im Minus geschlossen

Wilder Ritt an den Aktienmärkten: Der Dax setzt seinen Kurssturz zunächst fort und stürzt zeitweise unter die Marke von 11.300 Punkten. Dank zarter Gewinne an der Wall Street kann der Dax jedoch seine Verluste bis zum Handelsschluss auf Xetra begrenzen.

StarkeSchwankungen am deutschen Aktienmarkt: Nach den massiven Vortagesverlusten hat sich der Dax Börsen-Chart zeigen am Donnerstag zunächst etwas stabilisiert. Anschließend brach der deutsche Leitindex jedoch erneut ein und stürzte bis auf 11.283 Punkte ab - das war der tiefste Stand seit fünf Monaten. Da die US-Börsen jedoch im frühen US-Handel leicht zulegten, konnte der Dax seine Verluste bis zum Ende des Xetra-Handels (17.30 Uhr) auf 0,7 Prozent reduzieren. Der deutsche Leitindex beendete den Handel bei 11.412 Zählern.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien von SAP Börsen-Chart zeigen, Adidas Börsen-Chart zeigenund Beiersdorf, während die Aktien von Lufthansa Börsen-Chart zeigen, Infineon Börsen-Chart zeigenund Deutsche Bank Börsen-Chart zeigenihren Kursrutsch fortsetzten. Die Aktie der Deutschen Bank notiert inzwischen unter der Marke von 6 Euround damit nur noch knapp über ihrem Rekordtief von Anfang Juni.

Erholungsversuch in USA - Wall Street startet knapp im Plus

Nach dem Ausverkauf am Vortag haben die US-Börsen am Donnerstag zunächst zum Erholungsversuch angesetzt. Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Börsen-Chart zeigen legten zum Start jeweils 0,3 Prozent zu. Am Vortag hatte der US-Leitindex mehr als drei Prozent eingebüßt. Die Anleger hatten zur Wochenmitte fluchtartig ihre Engagements in Aktien aufgegeben, da Zinsentwicklungen an den Anleihemärkten als Vorboten einer weltweiten Rezession interpretiert worden waren.

Der US-chinesische Handelsstreit lastet seit Monaten auf der Weltwirtschaft und schürt die Furcht vor einem globalen Konjunkturabschwung. An den Aktienmärkten war die Nervosität der Anleger deshalb zuletzt immens gestiegen, die Kurse zeigen sich aktuell stark schwankungsanfällig.

Dow Jones charttechnisch angeschlagen

"Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen Index erreichte heute vorbörslich einen wichtigen Unterstützungsbereich, der sich in etwa bei 25.150-25.200 Punkten befindet", sagte Charttechniker David Iusow von Daily FX. "Hier liegen nicht nur einige wichtige Tiefs, sondern es kann auch eine aufwärts gerichtete Unterstützungslinie gezeichnet werden."

Da alle möglichen wichtigen gleitenden Durchschnitte auf Tagesbasis bereits unterschritten worden seien, stelle die aktuelle Unterstützungszone womöglich die letzte, charttechnische Instanz dar. Sollte dieser Bereich unterschritten werden und die Stützungsmaßnahmen der US Administration nichts bringen, könnte der Dow Jones vor dem nächsten Abwärtsschub stehen.

Rezessionsangst bleibt

Die Rezessionsangst blieb dennoch allgegenwärtig: Die Drohung mit Gegenmaßnahmen deute darauf hin, dass China an der von den USA angebotenen Verschiebung der geplanten neuen Strafzölle kein Interesse habe, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Außerdem könnte es US-Präsident Donald Trump ermuntern, den Aufschub abzublasen und die Zusatz-Abgaben wie ursprünglich angekündigt zum 1. September in Kraft zu setzen.

Bestätigt fühlten sich die Konjunktur-Pessimisten auch durch den US-Anleihemarkt, wo zweijährige Bonds erneut mehr abwarfen als zehnjährige. "In der Vergangenheit ging allen US-Rezessionen eine solche Inversion der Zinsstrukturkurve voraus, allerdings folgte nicht auf jede Inversion eine Rezession", sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Außerdem habe es im Schnitt knapp zwei Jahre gedauert, bis der Abschwung kam.

Britisches Pfund im Aufwind

Wegen aufkeimender Hoffnung, dass ein Brexit ohne Vertrag verhindert werden kann, verteuerte sich das Pfund Sterling um 0,5 Prozent auf 1,2123 Dollar. Labour-Chef Jeremy Corbyn wirbt bei britischen Abgeordneten aller Fraktionen dafür, Premierminister Boris Johnson zu stürzen und mit einer Übergangsregierung einen ungeordneten EU-Ausstieg Großbritanniens zu verhindern. "Doch warum sollte gerade er es schaffen, das zutiefst gespaltene Parlament hinter sich zu einen und endlich eine Mehrheit für eine gemeinsame Brexit-Gangart zu finden?", fragte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke.


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Handelsstreit: China sieht Trumps Zölle als Verletzung von Vereinbarungen

Nachdem noch vor wenigen Tagen die von Donald Trump geplante Verschiebung der geplanten Zölle auf Dezember als Entspannungssignal gewertet wurde, zeigt sich, dass diese Hoffnungen verfrüht waren. China bezeichnete die Strafzölle von zehn Prozent auf viele Güter als eine Verletzung von Vereinbarungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping und kündigte entsprechende Gegenmaßnahmen an.

Während der Zollstreit das Geschehen an der Börse weiter bestimmt, haben die Anleger an diesem Handelstag zudem eine Vielzahl an US-Konjunktur- und Stimmungsdaten zu verdauen, darunter die Einzelhandelsumsätze. Das Datenmaterial dürfte auch darauf abgeklopft werden, inwieweit der Zwist seine Spuren in der US-amerikanischen Wirtschaft hinterlassen hat.

SGL Group stürzt nach Gewinnwarnung um 30 Prozent

Einen Kurseinbruch von rund 30 Prozent und den Fall auf ein Rekordtief bei 3,73 Euro mussten die Aktien der SGL Group Börsen-Chart zeigen hinnehmen. Sie reagierten damit auf eine Gewinnwarnung des Kohlefaserspezialisten und den Rücktritt von Vorstandschef Jürgen Köhler. Allein seit einem Zwischenhoch Mitte April summiert sich der Verlust der Papiere damit auf rund 45 Prozent. Die Gewinnwarnung komme überraschend, nachdem das Unternehmen erst Anfang August seinen Jahresausblick bestätigt habe, monierte ein Händler am Morgen. Dies sei auch ein Manko für die Glaubwürdigkeit des Managements.

Ölpreise geben weiter nach

Die Ölpreise sind am Donnerstag gesunken und haben damit an die Verluste vom Vortag angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 59,12 US-Dollar. Das waren 36 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 24 Cent auf 54,99 Dollar.

Am Mittwochnachmittag hatte ein überraschender Anstieg der Ölreserven in den USA die Preise stark belastet. Am Markt werden die sinkenden Ölpreise aber auch mit der Sorge vor einem weiteren konjunkturellen Abschwung in wichtigen Industriestaaten erklärt, der für einen Rückgang der weltweiten Nachfrage nach Rohöl sorgen könnte. Darüber hinaus hatten schwache Konjunkturdaten aus China und Deutschland die Finanzmärkte beunruhigt und eine breitangelegte Flucht in sichere Anlagehäfen ausgelöst. Um riskante Anlageformen wie zum Beispiel Rohöl wurden hingegen ein Bogen gemacht

mit Nachrichtenagenturen

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