Freitag, 18. Oktober 2019

Kursrutsch bei Dax und Dow - inverse Zinskurse vertreibt Anleger Börsen geben weltweit nach

Kursrutsch: Der Dax stürzt unter 11.500 Punkte

Rezessionsangst drückt den Dax in die Tiefe. Schwache Konjunkturdaten aus Deutschland und Euroland belasten. An der Wall Street brechen Dow Jones und Nasdaq ein: Der US-Anleihemarkt sendet ein Rezessionssignal.

Erneuter Kursrutsch nach der Erholung: Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Mittwoch trotz der leichten Entspannung im Handelsstreit die Flucht ergriffen und in großem Stil Aktien verkauft. Der Dax Börsen-Chart zeigen baute am Mittwoch seine Verluste immer weiter aus und fiel zeitweise unter die Marke von 11.500 Punkten. Das ist der tiefste Stand seit fünf Monaten. Zum Handelsschluss des computergestützten Xetra-Handels (17.30 Uhr MESZ) notierte der deutsche Leitindex 2,36 Prozent tiefer bei 11.472 Zählern.

Im Abendhandel bauten die US-Börsen ihre Verluste dann weiter aus: Der Dow Jones verlor bis 9.30 Uhr rund 700 Punkte (2,6 Prozent), und der Nasdaq Börsen-Chart zeigen brach um 3 Prozent ein. Der Dax rutschte in der Folge weiter ab und drohte am Abend unter die Marke von 11.400 Zählern zu stürzen.

Der MDax Börsen-Chart zeigen , der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, sank um 2,5 Prozent auf 24.694 Punkte. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen als Leitindex der Eurozone knickte ebenfalls ein.

Unter den Einzelwerten im Dax gehörten Infineon Börsen-Chart zeigen, Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigenund Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen mit Kursverlusten zwischen 5 und 6 Prozent zu den Tagesverlierern. Die Deutsche Bank bekommt auch in ihrem Tagesgeschäft zunehmend Gegenwind zu spüren. Lediglich die Aktien von RWE Börsen-Chart zeigenund Beiersdorf Börsen-Chart zeigen stemmten sich gegen den extrem schwachen Trend im Dax.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq knicken ein - inverse Zinskurve

Trotz einer Atempause im Handelskrieg zwischen den USA und China ist es am Mittwoch mit der Erholung an der Wall Street schon wieder vorbei. Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen verlor im Handelsverlauf mehr als 500 Punkte und notierte zuletzt 2 Prozent niedriger bei 25.730 Zählern. Damit sind die Gewinne vom Vortag schon wieder aufgezehrt. Der Technologieindex Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen gab sogar 2,4 Prozent nach, und der marktbreite S&P 500 brach um 2,1 Prozent ein.

Beunruhigende Signale kommen auch vom US-Anleihemarkt. Dort hat die Rendite der zweijährigen Anleihe die Rendite der zehnjährigen Bonds überschritten. Eine solche "inverse Zinskurve" ist selten, sie gilt als Hinweis auf eine nahende Rezession.

US-Banken unter Druck - Anleihengeschäft wird schwierig

Vor diesem Hintergrund gerieten die Aktien von US-Banken unter Druck, weil diese sogenannte "inverse Zinskurve" es ihnen erschwert, mit Krediten und Investitionen in Anleihen Geld zu verdienen. Der Zinssatz zahlreicher Darlehen orientiert sich außerdem an den Bondrenditen. Die Titel von Instituten wie Bank of America Börsen-Chart zeigen, Citigroup Börsen-Chart zeigen und JPMorgan Börsen-Chart zeigen gaben jeweils rund drei Prozent nach.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Trump verschiebt Zölle - doch Durchbruch im Handelsstreit ist weit entfernt

"Eine endgültige Lösung in Form eines langfristig tragfähigen Handelsabkommens zwischen den USA und China dürfte noch einige Monate, wenn nicht Jahre auf sich warten lassen", glaubt Jochen Stanzl von CMC Markets. Da Unsicherheit noch nie ein guter Ratgeber an der Börse gewesen sei, würde der deutsche Aktienmarkt seine Seitwärtsbewegung mit größeren Schwankungen vermutlich fortsetzen.

Am Vortag hatte der Dax Börsen-Chart zeigennoch zugelegt, da die US-Regierung ihre Strafzölle auf chinesische Importe auf Mitte Dezember verschobenhat. Doch die Hoffnung, dass damit der zähe Handelsstreit beigelegt werde, könnte sich als trügerisch erweisen. Zumal die frischen Konjunkturdaten aus China, Deutschland und der Euro-Zone durchweg enttäuschten: Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft, und in Euro-Land ist die Industrieproduktion ebenso wie in Deutschland im Juli eingebrochen. Immer mehr Anleger ziehen sich aus dem Markt zurück, da sie eine Rezession befürchten.

Daten aus China enttäuschen

Eine lahmende chinesische Industrieproduktion führte den Anlegern die negativen Auswirkungen des Handelsstreits vor Augen. Die Produktion im Industriesektor stieg im Juli auch wegen der Folgen des Handelsdisputs mit den USA so langsam wie seit 2002 nicht mehr. Auch der Einzelhandelsumsatz sowie die Investitionen fielen im Juli enttäuschend aus. Wie bereits bekannt, wuchs die chinesische Wirtschaft im zweiten Quartal um 6,2 Prozent - das niedrigste Niveau seit fast drei Jahrzehnten.

RWE gegen den Trend - Gewinn gestiegen

Kurszuwächse von RWE begründeten die Händler mit positiv aufgenommenen Geschäftszahlen des Energieversorgers. Der endgültig ausgewiesene Gewinn für das zweite Quartal sei besser als erwartet, sagte ein Händler und lobte das sehr starke Handelsgeschäft von RWE.

Ein optimistischerer Jahresausblick von Evotec Börsen-Chart zeigen sorgte bei den Aktien des Biotech-Unternehmens für ein Kursplus von 1,8 Prozent. Nach einem starken ersten Halbjahr rechnen die Hamburger nun 2019 beim Umsatz mit einem Anstieg von rund 15 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll nun um mehr als 10 Prozent steigen.

Aktien von Leoni Börsen-Chart zeigen fielen nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen um 4 Prozent. Bereits am Montag waren die Papiere abgestürzt. Leoni verbrenne weiter Barmittel, schrieben die Analysten vom Bankhaus Lampe. Mit dem jüngsten Quartal habe das Unternehmen erneut enttäuscht.

Anteilscheine von Nordex Börsen-Chart zeigen schnellten an der SDax -Spitze um 8,4 Prozent nach oben. Gewinnseitig habe der Hersteller von Windkraftanlagen im zweiten Quartal weniger schlimm abgeschnitten als befürchtet, während der Umsatz die Erwartungen insgesamt erfüllt habe, sagte ein Händler. Das Unternehmen profitiere von einer soliden Auftragslage.

Cancom Börsen-Chart zeigen reagierten mit einem Plus von 5,4 Prozent auf die Anhebung der Jahresziele des IT-Dienstleisters. Seit Jahresanfang legten die Papiere bereits um rund drei Viertel zu.

Bilfinger Börsen-Chart zeigen sackten um 6 Prozent ab und fielen zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2003. Am Markt kamen Zweifel auf, ob der Industriedienstleister trotz guter Quartalszahlen seine Jahresziele erreichen kann.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein weiteres Rekordtief von minus 0,64 Prozent. Der Rentenindex Rexgewann 0,06 Prozent auf 146,80 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,28 Prozent auf 178,17 Punkte zu.

Der Kurs des Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen notierte zuletzt bei 1,1184 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1222 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8911 Euro gekostet.

mit Nachrichtenagenturen

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