Samstag, 19. Oktober 2019

Börsenschluss Deutsche Bank fällt und fällt

Dax im Minus: Der deutsche Leitindex fällt wieder Richtung 11.600 Punkte

Der Dax schließt nach zunächst gutem Start am Montag mit Verlusten. Finanzwerte wie Deutsche Bank, Commerzbank und Wirecard verlieren deutlich. Der sich zuspitzende Übernahmekampf um Osram treibt die Aktien des Lichtkonzerns zweistellig in die Höhe. Aktien des Autozulieferers Leoni brechen dagegen fast um 15 Prozent ein.

Nach anfangs kräftigen Kursgewinnen ist der deutsche Aktienmarkt am Montag zum großen Teil in der Verlustzone geblieben. Zum Handelsende verzeichnete der Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen ein Minus von 0,12 Prozent bei 11 679,68 Punkten. Der MDax Börsen-Chart zeigen verlor 0,41 Prozent auf 25 249,75 Punkte.

Am frühen Vormittag war der Dax in der Spitze noch um mehr als 1,2 Prozent gestiegen. Dann scheiterte er mit seinem Erholungsversuch, wie Marktexperte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets bemerkte. "Es fehlen derzeit einfach die positiven Nachrichten und die Liste der negativen Faktoren ist lang", schrieb er. Die nächste Sitzung der EZB am 10. September sei noch fern und eine Lösung im Handelsstreit mit China nicht in Sicht. Gleichzeitig bleibe die Konjunktur allgemein schwach.

Nach der großen Verkaufswelle hielten die Anleger nun die Füße still, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Viele haben Angst, zu früh zu kaufen. Und mindestens genau so viele haben Angst, ihre Aktien jetzt zum falschen Zeitpunkt zu verkaufen."

Auch in Europa überwog die Zurückhaltung: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx Börsen-Chart zeigen verlor 0,22 Prozent auf 3326 Punkte. Für den Pariser Leitindex Cac 40 ging es um 0,33 Prozent nach unten, während der Londoner FTSE 100 Börsen-Chart zeigen um 0,37 Prozent nachgab. In den USA verlor der Dow Jones Börsen-Chart zeigen zuletzt 0,88 Prozent.

Bei den Einzelwerten rückten die Aktien von Osram Börsen-Chart zeigen erneut in den Fokus. Der österreichische Halbleiterkonzern AMS hat erneut Interesse an einer Übernahme des in Bedrängnis geratenen Beleuchtungsherstellers bekundet und bietet 38,50 Euro je Osram-Aktie. Osram bestätigte nach Handelsschluss den Erhalt des Angebots und teilte mit, die Verhandlungen mit AMS aufnehmen zu wollen.

Die Papiere des Unternehmens waren bereits am Morgen nach oben geschnellt und hielten sich über den gesamten Tag mit weitem Abstand an der MDax-Spitze. Zum Handelsende belief sich das Plus auf 10,43 Prozent, nachbörslich legten die Papiere dann nochmals um 1,8 Prozent zu.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörten die Aktien von Deutscher Bank mit rund 6 Prozent. Aber auch Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen und der Commerzbank Börsen-Chart zeigen standen auf den Verkaufslisten. Die im MDax notierten Papiere der Coba fielen zum Handelsschluss um rund 4 Prozent und unterschritten am Montag mit rund 5 Euro damit das bisherige Rekordtief von Sommer 2016. Nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank stellt der Bund seine gut 15-prozentige Beteiligung an der Commerzbank auf den Prüfstand. Außerdem drückt die steigende Risikovorsorge für faule Kredite den Gewinn.

Commerzbank, Deutsche Bank in Frankfurt: Der Kursrutsch geht weiter
Kai Pfaffenbach / REUTERS
Commerzbank, Deutsche Bank in Frankfurt: Der Kursrutsch geht weiter

Stahl- und Industriewerte am deutschen Aktienmarkt haben am Montag unter der sich eintrübenden Konjunktur gelitten. Thyssenkrupp landeten mit einem Abschlag von gut 3 Prozent zum Handelsende auf dem vorletzten Platz im Dax und kosteten mit etwas unter 10 Euro so wenig wie zuletzt im Jahr 2003. Den Essenern droht der Abstieg aus dem deutschen Leitindex, das verstärkte jüngst den Abwärtsdruck.

Im SDax schlugen sich die Anteile von Salzgitter Börsen-Chart zeigen nach Zahlen und einer insgesamt etwas vorsichtigeren Prognose zunächst wacker, rutschten dann aber ab dem frühen Nachmittag ins Minus und schlossen mit einem Abschlag von mehr als 7 Prozent. JPMorgan-Analyst Luke Nelson bemängelte vor allem den schwachen Barmittelfluss des Stahlkonzerns. Für Baader-Analyst Christian Obst ist der Umsatz zudem unter den Erwartungen ausgefallen. Er rechne im laufenden Jahr mit noch mehr Druck auf die Margen. Klöckner & Co verloren mit 5,64 Prozent ebenfalls deutlich.

Aktien von Leonie brechen um 15 Prozent ein

Mit neuen Hiobsbotschaften rechnen offenbar die Anleger des Autozulieferers Leoni Börsen-Chart zeigen, der am Mittwoch Quartalszahlen veröffentlicht. Der Kurs des SDax-Unternehmens sackte um fast 15 Prozent und fiel erstmals seit zehn Jahren unter 10 Euro. Mit Hella und Dürr zeigten weitere Papiere aus der Zulieferbranche Schwäche.

Mit Quartalsberichten warteten die Deutsche Pfandbriefbank, der Versicherer Talanx Börsen-Chart zeigen sowie die TLG Immobilien auf. Während Deutsche Pfandbriefbank Börsen-Chart zeigen um 0,85 Prozent nachgab, legten TLG Immobilien Börsen-Chart zeigen um 0,19 Prozent zu, Talanx rückten um 0,75 Prozent vor.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein Rekordtief von minus 0,61 Prozent. Am Freitag hatte diese noch bei minus 0,60 Prozent gelegen. Der Rentenindex Rex gewann 0,07 Prozent auf 146,66 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,21 Prozent auf 177,42 Punkte.

Der Kurs des Euro notierte zuletzt bei 1,1224 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1194 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8933 (0,8930) Euro gekostet.

mit Nachrichtenagenturen

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