Absturz an den Börsen Dax stürzt ab , US-Börsen brechen weiter ein

Ausverkauf am Aktienmarkt: Der Dax verliert am Montag erneut knapp 2 Prozent. In den USA geht der Ausverkauf im späten Handel weiter - dem Dax droht am Dienstag der Sturz unter die Marke von 11.500 Punkten.
Der Bulle regiert weiter an der deutschen Börse

Der Bulle regiert weiter an der deutschen Börse

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Die Verkaufswelle am deutschen Aktienmarkt hat sich zu Beginn der neuen Börsenwoche fortgesetzt. Als Reaktion auf die Ankündigung neuer Strafzölle auf chinesische Importe in die USA hat China seine Währung weiter abgewertet. Der Dollar übersprang erstmals seit mehr als elf Jahren die psychologisch wichtige Marke von sieben Yuan. Die Regierung in Peking wies zudem Kreisen zufolge die heimischen Staatsunternehmen an, keine Agrarprodukte aus den USA mehr zu importieren.

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Der Dax  tauchte zu Handelsbeginn a. Bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) hatte der Index 1,8 Prozent verloren und notierte bei 11.658,5 Zählern. In der Vorwoche war der deutsche Leitindex bereits um 4,4 Prozent abgesackt - so deutlich wie seit Oktober 2018 nicht mehr.

Doch es könnte noch dicker kommen für den deutschen Leitindex. Im späten Handel bauten die US-Börsen ihre Verluste weiter aus, der Nasdaq Composite  verlor bis kurz vor Handelsschluss in den USA rund 4 Prozent an Wert. Der Dow Jones  verlor bis 21.15 Uhr 800 Punkte, ein Minus von 3,1 Prozent. Anleger bringen Geld in Sicherheit.

Mit der neuerlichen Eskalation legte auch der Goldpreis weiter zu. Zuletzt kostete eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) des Edelmetalls bis zu 1459 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Mai 2013. In Euro gerechnet wurde sogar der höchste Stand seit Ende 2012 markiert. Im Hoch kostete eine Feinunze 1311 Euro.

Für Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader ist eine zeitnahe Lösung des Handelskonflikts nicht in Sicht: "Der US-Präsident verliert die Geduld, während China nicht mit der Pistole am Kopf verhandeln will. Die potenziellen wirtschaftlichen Folgen für die Zukunft sind nicht zu unterschätzen." Bisher hätten die Aussichten auf sinkende US-Zinsen und eine Lockerung der Geldpolitik in Europa eine größere Korrektur am Aktienmarkt verhindert. "Die Stimmung auf dem Börsenparkett wird jedoch zunehmend schlechter und die jüngsten Ereignisse dürften potenzielle Käufer weiter von Engagements abhalten", so Cutkovic.


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Linde an Dax-Spitze, Thyssenkrupp unter Druck

Die Aktien von Linde (Kurswerte anzeigen) zählte zu den wenigen Gewinnern im Dax. Sie reagierten mit einem Plus von zuletzt noch 2,5 Prozent auf die Bekanntgabe aktueller Quartalszahlen. Umsatz und Ergebnis (bereinigtes EPS) fielen im zweiten Quartal besser als von Analysten erwartet aus. Zudem hob Linde seinen Gewinnausblick für das laufende Jahr an.

Die Aktien von Thyssenkrupp (Kurswerte anzeigen) fielen hingegen auf ein weiteres Tief seit Sommer 2003 und büßten als einer der größten Dax-Verlierer am Nachmittag rund 3,2 Prozent ein. Der Industriekonzern legt an diesem Donnerstag den Bericht zum dritten Geschäftsquartal vor. Etliche Analysten hatten zuletzt bezweifelt, dass die Essener ihr Gewinnziel für das Geschäftsjahr 2018/2019 werden halten können.

Unter den einzelnen Branchen zählten die Aktienkurse der deutschen Autohersteller und -zulieferer zu den größeren Verlierern. Das mit dem Handelsstreit verbundene Risiko von US-Strafzöllen auf Autoimporte belastete den Fahrzeugsektor. Die Papiere von Volkswagen (Kurswerte anzeigen), BMW (Kurswerte anzeigen), Daimler (Kurswerte anzeigen) und Continental (Kurswerte anzeigen) verloren zwischen 2,0 und 2,4 Prozent. Auch Dax-Schwergewichte wie Siemens (Kurswerte anzeigen) und SAP (Kurswerte anzeigen) verloren deutlich

Metro im MDax unter Druck

Die Papiere der Metro (Kurswerte anzeigen) verloren 2,6 Prozent auf 15,10 Euro. Im Übernahmepoker um den Handelskonzern wies der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky einen Bericht über eine mögliche Erhöhung des Kaufgebots zurück. "Spekulationen über eine mögliche Anhebung des gebotenen Preises auf 17 Euro sind nicht korrekt", sagte ein Sprecher von Kretinskys Bieterkonsortium EPGC. Am Freitag war der Metro-Kurs aufgrund dieser Spekulationen um fast 9 Prozent nach oben geschnellt.

Die Titel von Axel Springer (Kurswerte anzeigen) legten um 0,2 Prozent zu und gehörten damit zu den attraktivsten MDax-Werten. Der Medienkonzern teilte mit, dass dem Finanzinvestor KKR mit über 20 Prozent der Anteile die nötige Zahl von Aktien für sein Übernahmeangebot angedient worden seien.

Die Aktien von Scout24 kletterten um 0,6 Prozent auf 50,55 Euro nach oben. Der aktivistische Investor Paul Singer forderte von dem Internetportalbetreiber, sein geplantes Aktienrückkaufprogramm auszuweiten und die Plattform AutoScout24 auszugliedern. Diese Maßnahmen wären geeignet, den Kurs der Aktie auf mehr als 65 Euro zu steigern, hieß es. Anfang Juni hatte Singer über seinen Hedgefonds Elliott den Anteil an Scout24 auf knapp 7,5 Prozent erhöht.

Die Evonik -Papiere  fielen um 2,4 Prozent. Die US-Handelsaufsicht FTC will die Übernahme des US-Unternehmens Peroxychem durch den deutschen Chemiekonzern verhindern und reichte Klage gegen den 625 Millionen US-Dollar schweren Deal ein. Der Zusammenschluss würde den Wettbewerb in großen Teilen der USA erheblich beschränken, hieß es. Evonik kündigte an, sich energisch gegen die Klage zur Wehr zu setzen.

Die Papiere von Borussia Dortmund (Kurswerte anzeigen) verteuerten sich gegen den Trend um 1,5 Prozent. Am Samstag hatte der Fußball-Bundesligist im Supercup mit einem 2:0-Sieg gegen Bayern München Meisterschaftshoffnungen genährt.

Euro legt leicht zu

Am Morgen kostete der Euro  1,1130 US-Dollar und damit etwas mehr als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1106 Dollar festgesetzt.

Ölpreise fallen wieder

Die Preise für Rohöl sind zu Wochenbeginn nach einer zwischenzeitlichen Erholung am Freitag wieder gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot  kostete am Morgen 61,22 US-Dollar. Das waren 67 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 54 Cent auf 55,12 Dollar.

mit Nachrichtenagenturen