Mittwoch, 13. November 2019

Eskalation im Handelskonflikt Dax mit größtem Wochenverlust seit zehn Monaten

Kursrutsch am Freitag

Die Ankündigung weiterer US-Strafzölle auf chinesische Waren verschreckt Anleger weltweit. Dax und EuroStoxx50 fielen am Freitag um jeweils mehr als 3 Prozent. Konjunktursensible Aktien litten besonders. An der New Yorker Börse konnte der Dow Jones im späten Geschäft noch einen Teil seiner Verluste wieder aufholen. Auch hier drohte zunächst der höchste Wochenverlust sei Jahresbeginn.

Eine neue Eskalationsstufe im Handelskrieg zwischen den USA und China hat die Anleger am Freitag eingeschüchtert. Der Dax Börsen-Chart zeigen rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Zählern und schloss 3,11 Prozent tiefer bei 11.872,44 Punkten. Damit bewegt sich der deutsche Leitindex wieder auf dem Niveau von Anfang Juni. Der Wochenverlust von 4,4 Prozent ist der größte seit Oktober 2018.

Der MDax Börsen-Chart zeigen büßte 2,16 Prozent auf 25.626 Punkte ein. Auch europaweit waren die Verluste sehr hoch: Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen sackte um 3,26 Prozent auf 3376 Punkte ab, den Pariser Leitindex Cac 40 erwischte es sogar noch etwas schlimmer. Auch für den Londoner FTSE 100 Börsen-Chart zeigen ging es deutlich abwärts.

An der New Yorker Börse bekam der Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Freitag im späten Geschäft noch die Kurve und holten einen Großteil seiner zeitweise deutlichen Verluste auf der Schlussgeraden weitgehend auf. Der US-Leitindex verabschiedete sich 0,37 Prozent tiefer bei 26.485 Punkten. Angesichts der heftigen Kursabschläge der beiden vergangenen Tage stand am Ende mit mehr als 2,5 Prozent der höchste Wochenverlust seit Ende Mai. Zuvor drohte die schwächste Wochenbilanz seit Jahresbeginn. Offenbar half dem Dow im späten Handel auch eine Einigung zwischen den USA und der Europäischen Union auf einen besseren Zugang amerikanischer Rindfleischproduzenten zum EU-Markt.

Die anderen US-Indizes konnten sich am Freitag hingegen nicht so deutlich erholen wie der Dow: Der marktbreite S&P 500 sank letztlich um 0,73 Prozent auf 2932 Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büßte 1,39 Prozent auf 7692 Zähler ein.

Zuvor hatte der Handelsstreit zwischen den USA und China hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Peking machte deutlich, dass es mit Gegenmaßnahmen reagieren werde, wenn US-Präsident Donald Trump mit seinen neuen Strafzöllen ernst macht. Dieser hatte am Vortag für September zusätzliche Zölle von zehn Prozent auf chinesische Güter im Wert von 300 Milliarden US-Dollar (270 Milliarden Euro) angekündigt.

In Frankfurt und auch europaweit zogen Anleger vor allem bei konjunktursensiblen Werten die Reißleine, etwa Aktien aus der Chip- und der Chemiebranche. So sackten die Anteile von Infineon Börsen-Chart zeigen am Dax-Ende um 6,27 Prozent ab. Für die Chemie-Titel von BASF Börsen-Chart zeigen und Covestro Börsen-Chart zeigen ging es um jeweils mehr als 4 Prozent nach unten. Auch Automobil-Aktien gerieten unter die Räder.

Gefragt waren die als recht robust und defensiv geltenden Versorger- und Immobilienaktien. Die Papiere von Vonovia Börsen-Chart zeigen stiegen um 0,33 Prozent. Sie profitierten dabei auch von erfreulichen Geschäftszahlen: Steigende Mieten und Zukäufe im Ausland hatten im ersten Halbjahr für deutlich mehr Gewinn gesorgt. An der Dax-Spitze gewannen die Aktien des Energiekonzerns Eon Börsen-Chart zeigen 0,91 Prozent.

Europas größter Versicherer Allianz Börsen-Chart zeigen hatte zwar einen überraschend hohen Gewinn verzeichnet, verantwortlich dafür war aber vor allem ein Sonderertrag in der US-Lebensversicherung. Damit konnten sich die Papiere der Schwäche am Gesamtmarkt nicht entziehen und fielen um 3,54 Prozent.

Im MDax schnellten die Papiere von Metro wenige Minuten vor Handelsschluss in die Höhe und schlossen mit plus 8,92 Prozent. Der Grund war eine Kreisemeldung, wonach der tschechische Milliardär und Investor Daniel Kretinsky seine zuletzt vom Handelskonzern abgewiesene Übernahmeofferte aufstocken könnte.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess hatte zwar den sich eintrübenden Konjunkturaussichten getrotzt und dabei von gut laufenden Geschäften mit Wasseraufbereitungsprodukten sowie vom Projektgeschäft im Feinchemiebereich profitiert. Aber auch die Lanxess-Papiere gerieten in den Sog des schwachen Marktes und brachen um 6,19 Prozent ein.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein weiteres Rekordtief von minus 0,51 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,29 Prozent auf 145,89 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,09 Prozent auf 175,99 Punkte.

Der Euro legte etwas zu und kostete zuletzt 1,1109 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1106 (Donnerstag: 1,1037) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9004 (0,9060) Euro gekostet.

mit Nachrichtenagenturen

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