Dienstag, 22. Oktober 2019

Kursrutsch an der deutschen Börse Dax-Anleger fliehen, Bayer und Lufthansa brechen ein

Börse im Zeichen der Berichtssaison

Der Dax gibt am Dienstag deutlich nach. Die Aktien von Bayer, FMC und Lufthansa knicken nach enttäuschenden Zahlen ein. Zudem wettert Donald Trump im Handelsstreit erneut gegen China.

Abwärts: Am Tag vor dem Zinsentscheid der Federal Reserve in den USA ist der Dax Börsen-Chart zeigen mit einem Minus von mehr als 2 Prozent wieder klar unter die Marke von 12.200 Punkten gefallen. Seit Handelsstart hat er um knapp 300 Punkte nachgegeben. Vor allem die enttäuschenden Zahlen von Bayer Börsen-Chart zeigen, Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen und Lufthansa Börsen-Chart zeigen belasteten den deutschen Leitindex: Die Aktien gaben zwischen 6 und 8 Prozent nach.

Zuletzt notierte der Dax bei 12.160 Punkten, nachdem er im frühen Handel noch über der Marke von 12.400 Zählern notiert hatte. Als zusätzliche Belastung wirkten am Dienstag die US-Futures, die auf einen negativen Handelsstart an der Wall Street hindeuten. Die Futures für Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen wiesen steil nach unten, nachdem US-Präsident China am Tag der Neuaufnahme von Verhandlungen wieder einmal Drohungen per Twitter gegenüber China ausgestoßen hatte.

Trump wettert im Handelsstreit erneut gegen China

Auf dem Kursnachrichtendienst Twitter übte Trump erneut Kritik an China: Zwar liefen Verhandlungen wieder an, doch wolle Peking einen Deal kurz vor dem Abschluss immer zu eigenen Gunsten ändern. Zudem habe China sein Versprechen, Agrargüter von den USA kaufen zu wollen, noch immer nicht umgesetzt.

Der Handelsstreit zwischen den beiden Staaten wird von vielen Experten als großes Risiko für die Weltwirtschaft gesehen. Zuletzt hatte sich zumindest ein wenig Hoffnung breit gemacht, dass beide Staaten bei den Gesprächen in der laufenden Woche zumindest kleine Fortschritte erzielen

In Fernost, wo die japanische Notenbank die Anleger mit ihrer weiterhin extrem lockeren Geldpolitik antrieb und die Gespräche im US-chinesischen Handelsstreit wieder aufgenommen werden, stiegen am Dienstag überwiegend die Kurse. Die US-Börsen hatten sich am Vorabend aber noch uneinheitlich gezeigt. In New York war der Handel vom Warten auf die US-Notebank Fed geprägt, die am Mittwoch tagt. Eine Zinssenkung durch die Amerikaner gilt am Markt als gesetzt.

Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit


Wall Street startet mit leichten Verlusten - Trump bremst Kauflust

Weitere verbale Störmanöver von US-Präsident Donald Trump bei den laufenden Handelsgesprächen zwischen China und den USA haben die Wall Street am Dienstag zunächst belastet. Die Einkommen und die Konsumausgaben der privaten US-Haushalte stiegen im Juni wie erwartet. Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen gab im frühen Handel um 0,3 Prozent nach, während der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen rund 0,6 Prozent verlor.

Die Verluste an den US-Börsen fielen erneut deutlich geringer aus als an den deutschen Börsenplätzen. Der so genannte Home-Bias, also die Neigung, überwiegend in heimische Papiere zu investieren, kommt Anleger erneut teuer - der Dax wird von seinen Pendants in den USA derzeit deutlich abgehängt.

Merck und Procter and Gamble nach Zahlen gefragt

Der US-Pharmakonzern Merck & Co fuhr im zweiten Quartal unter anderem dank seines Flaggschiff-Medikaments Keytruda mehr Umsatz und Gewinn ein als von Analysten erwartet. Seine Jahresziele schraubte Merck wie schon im ersten Quartal erneut hoch. Die Aktien waren im vorbörslichen Handel mit einem Kursplus von 2,7 Prozent sehr gefragt.

Der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble (P&G) rutschte wegen einer milliardenschweren Abschreibung auf die Rasierermarke Gillette im vierten Geschäftsquartal tief in die roten Zahlen. Umsatz und Ergebnis je Aktie übertrafen jedoch die Erwartungen der Analysten. Zudem kündigte P&G ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 6 bis 8 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2020 an. Die Papiere reagierten darauf mit einem Kursgewinn von 4,5 Prozent.

Under Armour stürzt nach Zahlen zweistellig ab

Das weiter schwächelnde Nordamerikageschäft des Sportartikelherstellers Under Armour bremsten das Wachstum im zweiten Quartal. So stiegen die Erlöse konzernweit um ein Prozent auf knapp 1,2 Milliarden US-Dollar. Während das deutlich kleinere internationale Geschäft um 12 Prozent zulegte, sanken die Umsätze in Nordamerika um 3 Prozent. Unter dem Strich schrieb der Adidas-Konkurrent mit 17,3 Millionen Dollar erneut rote Zahlen. Die Aktien sackten vorbörslich um 11,6 Prozent ab.

Dax: Fresenius, Bayer und Lufthansa tief im Minus

Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen deutschen Werte fiel um 1,57 Prozent auf 25 844,34 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx um 1,53 Prozent auf 3469,68 Zähler sank.

Lediglich die Aktie von RWE Börsen-Chart zeigen konnte im Dax ein zartes Plus verbuchen. Der Energiekonzern hatte seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht. Ansonsten gab es kaum noch Licht, aber viel Schatten bei den Dax-Werten.

Fresenius Börsen-Chart zeigen tauchten mit 5 Prozent ins Minus ab, obwohl der Medizinkonzern die Erwartungen im zweiten Quartal übertroffen und seine Ziele für das restliche Geschäftsjahr angehoben hatte. JPMorgan-Experte David Adlington verwies darauf, dass die Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) den operativen Gewinn belastet habe. Für deren Aktie ging es am Dax-Ende sogar um 6,7 Prozent bergab.

Bei der Lufthansa Börsen-Chart zeigen wurden die Anleger vom herrschenden Preiskrieg in Scharen in die Flucht getrieben, die Papiere sackten um 5,6 Prozent ab. Der Wettbewerb dämpft schon länger die Erwartungen in der Branche, die derzeit vor allem auf der Kurzstrecke mit Billigtickets um Fluggäste buhlt und mit hohen Treibstoffpreisen zu kämpfen hat.

Bayer Börsen-Chart zeigen büßte außerdem knapp 5 Prozent ein. Ein wegen schlechten Wetters schwieriges Geschäft mit US-Landwirten stimmte den Agrarchemie- und Pharmakonzern für 2019 ein wenig vorsichtiger. "Das Erreichen der Jahresziele wird immer ambitionierter", schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Bank. Parallel steigt in den USA die Zahl der Glyphosat-Klagen gegen den Chemie- und Pharmakonzern rasant weiter.

Grenke bricht nach Gewinnwarnung ein

Der im MDax notierte Leasinganbieter Grenke Börsen-Chart zeigen verschreckte seine Anleger mit einer Gewinnwarnung, Der Kurs der im MDax enthaltenen Aktie brach um mehr als 14 Prozent auf 81,40 Euro ein und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar. Die Papiere waren mit weitem Abstand die größten Verlierer im Index der mittelgroßen Börsentitel.

Euro kaum verändert bei 1,11 US-Dollar

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite wie am Vortag auf minus 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex verblieb mit 145,35 Punkten ebenfalls auf seinem Vortagsniveau. Der Bund-Future legte mit 174,47 Punkten leicht zu.

Der Euro kostete zuletzt 1,1151 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1119 Dollar festgesetzt, sodass der Dollar umgekehrt 0,8994 Euro Wert war.

Dagegen hat das britische Pfund die Talfahrt der vergangenen Handelstage fortgesetzt. Seit Beginn der Woche verlor die Währung bereits etwa zwei Prozent an Wert. Im Handel mit dem Dollar rutschte der Kurs am Morgen auf 1,2119 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit März 2017.

dpa-afx/dpa/rtr

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