Dienstag, 22. Oktober 2019

Börse - Rekordjagd in USA, Verluste in Deutschland Daimler bremst Dax, VW profitiert von Allianz mit Ford

Fed-Chef Jerome Powell hat die US-Indizes auf neue Rekordhochs getrieben. In Deutschland wird der Dax dagegen von Gewinnwarnungen und Konjunktursorgen gebremst. Nach einer erneuten Gewinnwarnung gibt die Aktie von Daimler nach. Die Aktie von VW zieht dagegen an.

Eine erneute Gewinnwarnung von Daimler Börsen-Chart zeigen hat am Freitag den Dax gebremst. Der deutsche Leitindex notierte bis zum Mittag 0,1 Prozent tiefer bei 12 322 Punkten. Im vorbörslichen Geschäft hatte es wegen eines weiteren Rekordhochs des Dow Jones Börsen-Chart zeigen noch nach einer Dax-Erholung ausgesehen. Nun deutet sich für das wichtigste deutsche Börsenbarometer ein Wochenverlust von rund 2 Prozent an. Der MDax Börsen-Chart zeigen, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, stagnierte bei 25 758,70 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um rund 0,1 Prozent nach oben.

Daimler kappt Prognose für 2019

Nach schwachen Eckdaten für das zweite Quartal und einem gekappten Ausblick sackten Daimler-Aktien zunächst um bis zu 4,5 Prozent ab. In der Folgezeit machten sie jedoch rund zwei Drittel ihrer Abgaben wett und notierten zuletzt nur noch 1,6 Prozent tiefer bei 45,89 Euro.

Das operative Ergebnis im zweiten Quartal werde deutlich unter den Markterwartungen liegen, räumte Daimler ein. Für Mercedes-Benz Cars wird eine Umsatzrendite von 3 bis 5 Prozent avisiert statt bisher 6 bis 8 Prozent. Daimler hatte erst vor rund drei Wochen sein Ergebnisziel gesenkt. Für den davor erfolgsverwöhnten Konzern ist dies nun schon die vierte Gewinnwarnung innerhalb rund eines Jahres.

VW und BMW drehen ins Plus

Im Fahrwasser der Daimler-Verluste fielen zunächst auch andere Autowerte ins Minus, erholten sich aber rasch wieder. Zuletzt zeigten sich die Aktien von BMW und VW wieder in der Gewinnzone - vor allem VW profitierte von der erweiterten Allianz mit dem US-Autobauer Ford.

VW hatte am Vorabend mitgeteilt, seine Zusammenarbeit mit dem US-Autobauer Ford auszubauen. Details dazu wollen VW-Konzernchef Herbert Diess und Ford-Chef Jim Hackett am Freitagnachmittag in New York bekanntgeben. Bisher kooperieren die Unternehmen bereits im Bereich leichter Nutzfahrzeuge. Nun soll eine Zusammenarbeit im Bereich Autonomes Fahren hinzukommen.

Deutsche Bank startet Erholungsversuch - Studie der UBS stützt

Die Aktien der Deutschen Bank stiegen an der Dax-Spitze um 1,9 Prozent auf 6,715 Euro. Die Schweizer Großbank UBS stufte die Anteilsscheine von "Sell" auf "Neutral" hoch und hob das Kursziel von 5,70 auf 6,60 Euro an. Mit den zuletzt angekündigten Umbaumaßnahmen sehe das Chance/Risiko-Profil der Bank ausgeglichener aus, schrieb Analyst Daniele Brupbacher.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hatte in einem Interview klargestellt, dass beim geplanten Konzernumbau auch in Deutschland in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Das Geldhaus hatte angekündigt, sich unter anderem aus dem Aktienhandelsgeschäft zurückzuziehen und bis Ende 2022 weltweit rund 18 000 von zuletzt rund 91 000 Vollzeitstellen zu streichen.

Dow Jones über 27.000 Punkten

In den USA hatten Spekulationen auf rasch sinkende Zinsen den Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Donnerstag erstmals über die Marke von 27.000 Punkten befördert. Aus den USA stehen zum Wochenausklang die Erzeugerpreise für Juni an, aus der Euro-Zone werden Daten zur Industrieproduktion erwartet. Die asiatischen Börsen traten am Freitag auf der Stelle, der japanische Leitindex Nikkei notierte mit 21673 Punkten knapp im Plus.


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Dow Jones bei 27.000 Punkten: US-Börsen testen Rekordhochs

Konflikt mit Iran lässt Ölpreise weiter steigen

Die Ölpreise haben am Freitag an die Gewinne der vergangenen Handelstage angeknüpft. Im frühen Handel konnten die Preise aber nur noch vergleichsweise leicht zulegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 66,98 US-Dollar. Das waren 46 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 38 Cent auf 60,58 Dollar zu.

Im Verlauf der Woche ging es mit den Ölpreisen kräftig nach oben. Seit Montag legte der US-Ölpreis um etwa fünf Prozent und der Brent-Preis um mehr als vier Prozent zu. Preistreiber waren ein unerwartet starker Rückgang der Ölreserven in den USA und die Sorge vor einem militärischen Konflikt in der ölreichen Region am Persischen Golf. Zuletzt sorgten Meldungen über die Behinderung eines britischen Tankers durch iranische Militärschiffe für eine nervöse Stimmung am Ölmarkt.

Marktbeobachter nennen außerdem einen weiteren potentiellen Preistreiber am Ölmarkt. Sie verwiesen auf einen tropischen Wirbelsturm, der die Fördergebiete vor der Südküste der USA im Golf von Mexiko bedroht. Ein Ausfall der Förderanlagen könnte die Ölpreise weiter nach oben treiben

Börsen in Asien kaum verändert

Der Aktienmarkt in Japan hat zum Wochenschluss nahezu unverändert tendiert. Schwach ausgefallene Bilanzen von Firmen belasteten die Stimmung, sagten Analysten. Vor dem langen Wochenende wegen eines Feiertags am Montag wollten Marktteilnehmer zudem keine größeren Transaktionen eingehen.

Der japanische Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigen notierte am Freitag wenig verändert bei 21.653 Punkten. Der breiter gefasst Topix gab 0,2 Prozent auf 1576 Zähler nach. Im Fokus lag Yaskawa Electric, ein Hersteller von Ausrüstung zu Bewegungssteuerung. Die Firma wird als Indikator für die Nachfrage in China betrachtet. Zwischen März und Mai fiel der operative Gewinn um 58 Prozent, die Aktie ließ daraufhin fünf Prozent Federn.

Am fernöstlichen Devisenmarkt legte der Euro auf 1,1266 Dollar zu. Zur japanischen Währung lag die US-Devise bei 108,34 Yen.

mit Nachrichtenagenturen

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