Dienstag, 22. Oktober 2019

Börse Deutsche Bank Aktie fällt tief ins Minus

Deutsche Bank Filiale in London: "Die halbe Etage ist leer"

Der Dax schwankt stark. Die Deutsche Bank will rund 18.000 Jobs streichen und den Sanierungsplan ohne Kapitalerhöhung durchziehen. Die Aktie fällt nach einer kurzen Kursrally wieder tief ins Minus. Auch in den USA werden Anleger vorsichtig.

Starke Schwankungen nach der Kursrally: Nach seinem Anstieg auf ein 11-Monats-Hoch in der Vorwoche ist der Dax Börsen-Chart zeigen am Montag zunächst weiter gefallen. Zeitweise gab der deutsche Leitindex bis auf 12.506 Punkte nach, bevor er sich wieder stabilisieren konnte und bis zum Handelsschluss seine Verluste auf 0,2 Prozent bei 12544 Zählern begrenzte. Auch MDax und TecDax notierten leicht im Minus.

Im Blickpunkt stand am Montag die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, die im Handelsverlauf um mehr als 10 Prozent schwankte. Der Aufsichtsrat hatte am Sonntag den radikalen Umbau- und Sanierungsplan für die Deutsche Bank beschlossen, dem 18.000 Jobs zum Opfer fallen sollen. Die Aktie legte im frühen Handel zunächst 5 Prozent zu - da das Geldhaus jedoch für 2019 einen Verlust erwartet und auch ein Gewinn im Jahr 2020 höchst unsicher ist, fiel das Papier zuletzt wieder um mehr als 5 Prozent in die Verlustzone und stürzte als schwächster Dax-Wert rneut unter die Marke von 7 Euro.

Die Aktie von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen legte dagegen zu - hier halten sich hartnäckig Gerüchte um einen möglichen Verkauf der Aufzugsparte. Auch das Papier des Chemieriesen BASF Börsen-Chart zeigen verbuchte ein zartes Plus, ebenso wie die Aktie von Adidas Börsen-Chart zeigen .

Schwankungen nehmen zu

Der Dax hat seine Schwankungsbreite zuletzt ausgeweitet: Einige Investoren werden nach der jüngsten Kursrally nervös. Die Chartexperten der UBS sehen aber erst mit einem Rutsch unter die Unterstützungszone zwischen 12 441 Punkten eine größere Korrektur auf den deutschen Leitindex zukommen.

Hoffnungen auf eine lockere Geldpolitik der Notenbanken hatten den Leitindex am Donnerstag noch auf 12 656 Punkte getrieben, den höchsten Stand seit 11 Monaten. Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt sorgten am Freitag dann aber für Unsicherheit, ob es tatsächlich zu einer frühen Einleitung einer Zinswende durch die US-Notenbank Fed kommt. Darunter litten auch die Börsen in Asien - in China gaben die Indizes am Montag um mehr als 2 Prozent nach.


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Wall Street: Dow Jones nach Rekordhoch schwächer

Die Anleger an der Wall Street dürften zum Wochenstart weiter vorsichtig bleiben. Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen gab im frühen Handel um 0,5 Prozent nach, während der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen 1,1 Prozent verlor. Am Freitag hatte ein starker US-Arbeitsmarktbericht den Zinsfantasien der Investoren einen Dämpfer verpasst. Der Dow Jones war daraufhin von seinem in der Vorwoche erreichten Rekordhoch von 26 966 Zählen zurückgefallen.

Nach den zuletzt eher durchwachsenen Wirtschaftsdaten sowie angesichts der Konjunkturrisiken durch den Handelsstreit hatten einige Anleger für Ende Juli bereits eine deutliche Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed um einen halben Prozentpunkt erwartet. Nach des Jobdaten vom Freitag gilt aber eine Zinssenkung um lediglich ein Viertelprozent als ausgemachte Sache.

Fed-Chef Powell spricht am Mittwoch vor dem Parlament

Vor diesem Hintergrund richten sich die Blicke bereits auf den Mittwoch. Dann wird der Fed-Vorsitzende Jerome Powell dem Parlament zur Geldpolitik Rede und Antwort stehen. Sollte Powell anderes als eine Zinssenkung vorhaben, wäre der Auftritt eine gute Möglichkeit, die Märkte darauf vorzubereiten. Einige Volkswirte hatten bereits an der Notwendigkeit einer Zinssenkung gezweifelt.

Auf der Unternehmensseite kommen Boeing Börsen-Chart zeigen nicht zur Ruhe: Vorbörslich gaben die Papiere erneut nach, nachdem der Flugzeugbauer für seinen Mittelstreckenjet 737 Max den ersten Kunden an den europäischen Rivalen Airbus verloren hatte. Der saudi-arabische Billigflieger Flyadeal will künftig mit einer reinen Airbus-Flotte unterwegs sein. Die Gesellschaft wird ihren bereits bestehenden Vorvertrag über bis zu 50 Jets der 737-Max-Reihe nicht festzurren. Die Mittelstreckenflugzeuge der 737-Max-Serie müssen nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März weltweit am Boden bleiben. Zuletzt kosteten die Boeing-Aktien rund 355 US-Dollar. Zum Vergleich: Anfang März waren es noch 446 Dollar.

Broadcom sichert sich Finanzierung für Symantec-Übernahme

Der US-Chiphersteller Broadcom Börsen-Chart zeigen hat Insidern zufolge die Finanzierung der Übernahme des Sicherheitssoftware-Spezialisten Symantec inzwischen gesichert. Mit dem Vernehmen nach etwa 22 Milliarden Dollar komme der Deal wohl deutlich teurer als zunächst gedacht, erklärte Analyst Stacy Rasgon von der Investmentbank Bernstein. Allerdings fielen wohl auch die angestrebten Synergien mit 1,5 Milliarden Dollar klar höher aus. Beide Papiere fielen vorbörslich leicht.

Börse in Athen klettert nach Wahlsieg von Mitsotakis auf Fünfjahreshoch

Der Sieg der oppositionellen Konservativen bei der griechischen Parlamentswahl hievte den Athener Leitindex zunächst auf ein Fünfjahreshoch von 900,31 Punkten, später rutschte er dann leicht ins Minus. Damit notierte er aber immer noch etwa 22 Prozent über dem Niveau vor Ankündigung der vorgezogenen Neuwahlen Ende Mai. Die Nachfrage nach griechischen Staatsanleihen drückte die Rendite der zehnjährigen Titel am Montag zeitweise auf ein Rekordtief von 2,014 Prozent. Das Wahlergebnis sei wie erwartet ausgefallen, sagte Analyst Joao Almeida von der Bank Morgan Stanley. Es schüre die Hoffnung auf zusätzliche Reformen und eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums.

Türkische Börse unter Druck - Erdogan feuert Notenbankchef

Auch in der Türkei spekulierten Börsianer auf baldige Zinssenkungen. Dennoch rutschte der Leitindex der Istanbuler Börse um bis zu 1,8 Prozent ab. Nervös machte Investoren der Rauswurf des türkischen Notenbankchefs durch Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Dieser Eingriff in die Unabhängigkeit der Zentralbank erschüttere das Vertrauen der Anleger, konstatierten die Analysten der BayernLB. Die türkische Währung ging ebenfalls auf Talfahrt. Im Gegenzug verteuerten sich Dollar und Euro um bis zu 3,5 Prozent auf 5,7930 beziehungsweise 6,5364 Lira.

Börsen am Tropf der Notenbanken: "Good News are bad News"

"Manche Investoren sind dazu übergegangen, schlechte Nachrichten als gute Nachrichten anzusehen", schrieb Marktexperte David Madden vom Broker CMC Markets in einem Kommentar. "Was schlecht für die Wirtschaft ist, ist ihrer Meinung nach gut für den Aktienmarkt." Die beachtlichen Zahlen aus dem Arbeitsmarktbericht und die ordentlichen Einkommen würden die Stärke der US-Wirtschaft unterstreichen - was zugleich aber die Chance auf eine kräftige Zinssenkung verringert.

Zudem bleibt die Lage in Nahost angesichts der Spannungen zwischen den USA und dem Iran heikel und auch die Handelsstreitigkeiten zwischen Japan und Südkorea hatten jüngst zugenommen. Vor der Berichtssaison könnte sich der Markt nun schwer tun.

Kursrutsch in China: Handelsgespräche stocken

Nachlassende Spekulationen auf eine drastische Zinssenkung der US-Notenbank Fed setzten am Montag den asiatischen Börsen zu. Der japanische Nikkei Börsen-Chart zeigen verlor am Montag 1,1 Prozent auf 21.505 Punkte und die Börse Shanghai verlor sogar 2,6 Prozent auf 2931 Zähler. Letztere leide zusätzlich unter mangelnden Fortschritten bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China, sagten Börsianer.

Die Maschinenbauer Fanuc und Komatsu verloren jeweils etwa ein Prozent. Die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag hätten bei den Erwartungen an die US-Geldpolitik einen Stimmungsumschwung ausgelöst, sagte Anlagestratege Takashi Ito von der Investmentbank Nomura. Investoren taxieren die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinssenkung um 50 Basispunkte aktuell nur noch auf 1,5 Prozent. Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte Ende Juli gilt aber weiterhin als sicher.

Deutsche Bank streicht 18.000 Stellen

Anleger dürfte vor allem interessieren, was die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen zu ihren am Wochenende veröffentlichten Plänen zu sagen hat. Der Konzern hatte am Sonntag nach einer Aufsichtsratssitzung angekündigt, bis 2022 rund 18 000 Stellen streichen zu wollen. Insgesamt werde der Umbau bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten. Eine Kapitalerhöhung soll es dafür nicht geben, allerdings sollen die Aktionäre für die Jahre 2019 und 2020 erneut auf eine Dividende verzichten.

Euro stabilisiert, Ölpreis kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Montag nach den Kursverlusten vom Freitag stabilisiert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1228 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1260 Dollar festgesetzt.

Am Freitag hatten unerwartet starke Daten vom US-Arbeitsmarkt dem Dollar Auftrieb verliehen und den Euro im Gegenzug deutlich belastet. Im weiteren Tagesverlauf könnten Konjunkturdaten aus der Eurozone für neue Impulse sorgen. Am Morgen stehen unter anderem Kennzahlen zur deutschen Industrieproduktion auf dem Programm, die nach enttäuschenden Daten zum Auftragseingang im Fokus der Anleger stehen.

Die Ölpreise haben sich am Montag nahezu unverändert gezeigt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen 64,25 US-Dollar. Das waren zwei Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um einen Cent auf 57,50 Dollar.

Die Ölpreise konnten damit die Gewinne vom Freitag vorerst halten. Nach wie vor bleibt die Sorge vor einer Eskalation der Lage im Nahen Osten ein bestimmender Faktor am Ölmarkt und stützt die Preise. Am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump dem Opec-Land Iran gedroht.

mit Nachrichtenagenturen

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