Dienstag, 23. Juli 2019

Gute Jobdaten dämpfen Zinsphantasie Dax und Dow im Minus, Deutsche Bank legt deutlich zu

Dax im Minus zum Wochenschluss: Börse in Frankfurt

Starke Jobdaten aus den USA dämpfen die Hoffnung auf rasche Zinssenkungen. Dax und Dow Jones geben am Freitag nach. Gegen den Trend legt die Aktie der Deutschen Bank zu: Chef-Investmentbanker Garth Ritchie geht.

Am letzten Handelstag einer bislang starken Börsenwoche haben die Kurse am deutschen Aktienmarkt wieder nachgegeben. Der Dax Börsen-Chart zeigen gab bis Freitag Nachmittag um 0,7 Prozent auf 12.540 Punkte nach. Der Index für mittelgroße deutsche Unternehmen MDax Börsen-Chart zeigen gab ebenso wie der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen um knapp 1 Prozent nach. Gegen den Trend legte die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen zuletzt um knapp 3 Prozent zu: Anleger begrüßten, dass der Chef des Investmentbankings, Garth Ritchie, zum Ende Juli seinen Hut nimmt. Am Sonntag wird der Aufsichtsrat der Deutschen Bank über den Sanierungsplan des kriselnden Geldhauses entscheiden.

Der solide US-Arbeitsmarktbericht sorgte am Freitag Nachmittag für einen Dämpfer am Aktienmarkt. Anleger haben zunächst zu verdauen, dass die Daten besser ausgefallen waren als zunächst erwartet. Damit könnten die jüngsten Zinsphantasien der Anleger wieder geschwächt werden, die die Wall Street zuletzt auf neue Rekordhöhen getrieben hatte.

Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen startete mit Verlusten von knapp 1 Prozent in den Handel. Der Technologieindex Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen gab zuletzt um 1,2 Prozent nach: Anleger nehmen nach den Gewinnen der vergangenen Wochen Gewinne mit.

Anlass für die Gewinnmitnahmen: In den USA waren im Juni deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen worden als erwartet, die Stundenlöhne stiegen allerdings nicht so stark wie gedacht. "Der US-Arbeitsmarkt bleibt robust", erklärte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Zwar reiche das Stellenwachstum im laufenden Jahr nicht mehr an die Vorgaben des Vorjahres heran, "doch den Unternehmen ist die Einstellungslaune noch nicht vergangen."

Broadcom: Übernahme von Symantec?

Auf Unternehmensseite bleiben auch die Papiere des US-Chipherstellers Broadcom einen Blick wert. Die "Financial Times" berichtete am Freitag, dass der Deal zur Übernahme des Sicherheitssoftware-Spezialisten Symantec, über den bereits vor dem Feiertag spekuliert worden war, womöglich bald angekündigt werden könnte.

Zudem stehen Apple Börsen-Chart zeigen mit Nachrichten im Fokus. Die britischen Regulierer wollen das geplante Investment des iPhone-Herstellers beim Essenslieferdienst Deliveroo genauer unter die Lupe nehmen. Die Behörde teilte mit, dass sie Grund für den Verdacht habe, dass die beiden Unternehmen ihre Geschäfte miteinander verschmelzen könnten. Apple-Aktien notierten vorbörslich moderat im Minus

Vor der Übernahme: Osram pendelt weiter unter 35 Euro

Im Fokus steht am Freitag erneut die Aktie von Osram Börsen-Chart zeigen. Am Vorabend hatten sich Vorstand und Aufsichtsrat dafür ausgesprochen, den Lichtspezialisten nach sechs Jahren Eigenständigkeit an die Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle zu verkaufen. Diese bieten 35 Euro je Osram-Aktie. Der Aktienkurs war zuletzt bereits stark gestiegen und legte am Morgen um weitere 1,8 Prozent auf gut 33 Euro zu. Händler und Analysten bezweifeln jedoch verschiedentlich, dass die Mindestannahmeschwelle von 70 Prozent erreicht wird und die Offerte damit Erfolg hat.

Siemens und Thyssenkrupp auf den Verkaufslisten

Auf den Verkaufslisten standen klassische Industrietitel wie Siemens Börsen-Chart zeigen und Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen und in der zweiten Reihe die Papiere des Staplerherstellers Kion und die des Schienentechnikherstellers Vossloh . Die Abgaben reichten von gut ein bis fast vier Prozent.


Dax Realtime: Sehen Sie hier Dax und Dow in Echtzeit


Euro gibt nach, Ölpreise uneinheitlich

Im frühen Handel kostete der Euro Börsen-Chart zeigen 1,1279 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1288 Dollar festgesetzt.

Für Bewegung am Devisenmarkt sorgten am Donnerstagnachmittag Aussagen des finnischen Notenbankchefs zur Konjunkturentwicklung. Olli Rehn sagte der "Börsen-Zeitung", man sollte den jüngsten Konjunkturabschwung nicht als einen übergangsweisen Rücksetzer betrachten. Als mögliche Reaktionen darauf nannte er Zinssenkungen oder neue Anleihekäufe. Der Euro reagierte mit Verlusten.

Die Ölpreise haben am Freitag keinen einheitlichen Kurs gefunden. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 63,43 US-Dollar. Das waren 13 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen um 49 Cent auf 56,86 Dollar.

Am Vortag hatte Saudi-Arabien seine Rohöl-Verkaufspreise gesenkt. Der staatliche Rohölkonzern Saudi Aramco reduzierte seine offiziellen Preise für Leichtöl der Sorte Arab Light für den asiatischen Raum um 25 Cent je Barrel. Für die USA wurden die Preise um 10 Cent je Barrel reduziert. US-Präsident Donald Trump hatte immer wieder Preissenkungen von Saudi-Arabien verlangt. Aufgrund des Unabhängigkeitstages in den USA gab es am Donnerstag kaum Impulse für die Ölpreise.

mit Nachrichtenagenturen

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