Donnerstag, 20. Juni 2019

Börse Dax knapp im Minus, Trump bremst US-Börse

Atempause nach der Kursrally: Der Dax schwankt nach 5 Gewinntagen um die Marke von 12.100 Zählern

Nach der mehrtägigen Kursrally fällt der Dax am Mittwoch in die Verlustzone. An der Wall Street halten sich Käufer zurück. Vor allem Chipwerte leiden unter den neuen Drohungen Trumps gegenüber China.

Die Kursschwankungen nehmen wieder zu: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen ist am Mittwoch Nachmittag wieder über die Marke von 12.100 Zählern gestiegen, nachdem er im frühen Handel zeitweise um knapp 1 Prozent abgerutscht war. Die jüngsten Inflationsdaten aus den USA lockten zuletzt wieder einige Käufer in den Aktienmarkt. Die US-Futures reduzierten ihre Verluste.

Die Inflation in den USA ist im Mai deutlicher zurückgegangen als erwartet. Die Verbraucherpreise im Mai erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Im Vormonat hatte die Rate 2,0 Prozent betragen. Analysten hatten eine Abschwächung erwartet, allerdings nur auf im Mittel 1,9 Prozent. Im Monatsvergleich stiegen die Lebenshaltungskosten um 0,1 Prozent. Der Dollar geriet nach Veröffentlichung der Daten nur kurz unter Druck.

Zinssenkungs-Fantasie bleibt erhalten

Die US-Notenbank Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Obwohl sich die Währungshüter an dem alternativen Preisindex orientieren, gilt das Notenbankziel als tendenziell erfüllt. Die aktuell etwas schwächere Inflation würde der Notenbank keine Steine in den Weg legen, falls sie ihre Geldpolitik lockern wollte. An den Märkten wird mittlerweile fest damit gerechnet. Hintergrund sind hohe politische Risiken in Form zahlreicher Handelskonflikte, die überwiegend von den USA ausgehen. Fed-Chef Jerome Powell hat solchen Spekulationen zuletzt zumindest nicht widersprochen. Die Zinssenkungs-Fantasie hatte zuletzt die Börsen gestützt. In sechs Handelstagen war der Dax von der als langfristiger Trendindikator viel beachteten 200-Tage-Linie aus in der Spitze um mehr als 5 Prozent nach oben geklettert, bevor ihm am Dienstagnachmittag bei 12 227 Punkten der Schwung ausgegangen war.

Dow Jones und Nasdaq kaum verändert, Tesla-Aktie schwankt stark

In den USA sind die Indizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen kaum verändert in den Handel gestartet, nachdem die US-Inflationsdaten wie erwartet ausgefallen waren. Unter Druck gerieten dagegen die Aktien von Chipherstellern und Halbleiterzulieferern, die einen großen Anteil ihres Umsatzes in China erwirtschaften. Die Aktien von Micron Börsen-Chart zeigen gaben 2,4 Prozent nach, die Papiere von Nvidia Börsen-Chart zeigen 1,8 Prozent, die Anteilsscheine von Applied Materials 3 Prozent.

Tesla schwankt stark

Die Aktie des Elektroautobauers Tesla Börsen-Chart zeigen drehte im frühen US-Handel unter starken Schwankungen ins Minus: Tesla-Chef Elon Musk macht Anlegern weiterhin Hoffnungen auf Rekordauslieferungen im laufenden Quartal. Es bestehe noch immer eine "faire Chance", den bisherigen Bestwert zu knacken, sagte Musk am Dienstag (Ortszeit) bei Teslas Aktionärstreffen im kalifornischen Palo Alto. Sein bisher auslieferungsstärkstes Vierteljahr verbuchte der Elektroautobauer im Schlussquartal 2018, als knapp 90 700 Wagen an die Kundschaft gebracht wurden.

In den ersten drei Monaten des aktuellen Jahres waren die Auslieferungen jedoch um 31 Prozent eingebrochen, was Investoren nervös machte. "Es gibt kein Nachfrageproblem - absolut nicht", stellte Vorstandschef Musk nun bei der Hauptversammlung klar. Die Aktie reagierte mit deutlichen Kursgewinnen auf die Aussagen und notierte am Mittwoch vorbörslich zuletzt rund drei Prozent fester, liegt auf Jahressicht aber dennoch mit über 40 Prozent im Minus.

Trump verschärft Ton gegenüber China

Daneben bereitete Investoren der Zollstreit zwischen den USA und China erneut Kopfzerbrechen. US-Handelsminister Wilbur Ross dämpfte Hoffnungen auf eine baldige Entspannung. Er erwarte keinen Durchbruch beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industriestaaten und Schwellenländer (G20) Ende Juni. Eine indirekte Drohung von Donald Trump Richtung Reich der Mitte sorgte nun für weitere Gewinnmitnahmen. Trump sagte: "Wir hatten einen Deal und wenn sie nicht wieder zurückkommen zu diesem Deal, dann habe ich kein Interesse."


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Axel Springer Aktie steigt um 13 Prozent - Angebot von KKR

Bei den Unternehmen stach Axel Springer mit einem Kursplus von 13 Prozent auf 63,30 Euro heraus. Der Finanzinvestor KKR steigt bei dem Verlagshaus ein und legt den ausstehenden Aktionären ein Übernahmeangebot von 63 Euro je Aktie vor. Die Papiere des Medienkonzerns sprangen nach einem Übernahmeangebot des US-Finanzinvestors KKR Börsen-Chart zeigen in die Höhe. Die Amerikaner wollen zusammen mit der Großaktionärin Friede Springer und dem Vorstandschef Mathias Döpfner die Gesellschaft kontrollieren und bieten 63 Euro je Springer-Aktie in bar. KKR strebt eine Mindestannahmequote von 20 Prozent an. Bei dieser Gelegenheit senkte das Medienhaus auch gleich seine Umsatz- und Ergebnisprognose. Als Gründe dafür wurden eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung und die Einführung einer Digitalsteuer in Frankreich angeführt.

Stahlwerte weiter gefragt

Eine Studie zur Stahlbranche von Goldman Sachs trieb die darin zum Kauf empfohlenen Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co. Börsen-Chart zeigen um 3 Prozent an. Der anhaltend sehr schwierige europäische Stahlmarkt habe die Sektorbewertung auf ein mittlerweile attraktives Niveau geführt, erklärte Analyst Eugene King. Zudem hätten sich die Aussichten für die zweite Jahreshälfte aufgehellt.

Papiere von Nordex Börsen-Chart zeigen profitierten mit einem Kursplus von gut 2 Prozent von der weiter starken Auftragslage. Nach einer Order aus Polen am Vortag konnte der Hersteller von Windkraftanlagen nun eine Bestellung aus Spanien melden.

Euro legt weiter zu

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch an die Kursgewinne der vergangenen Handelstage angeknüpft und weiter leicht zugelegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1334 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1320 (Montag: 1,1301) Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter sprachen von einer Dollar-Schwäche, die dem Euro im Gegenzug Auftrieb verlieh. Ursache sind Spekulationen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed. Im weiteren Handelsverlauf könnten Daten zur Preisentwicklung in den USA für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen. Auf dem Programm stehen Inflationsdaten für Mai.

Leichte Kursverluste gab es am Morgen bei der türkischen Lira. Anleger warten auf eine Zinsentscheidung der türkischen Notenbank am frühen Nachmittag. Analysten gehen davon aus, dass die Zentralbank den türkischen Leitzins unverändert bei 24,0 Prozent belassen wird.

Ölpreise geben deutlich nach - steigende US-Reserven

Die Ölpreise sind am Mittwoch deutlich gesunken. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 61,16 US-Dollar. Das waren 1,13 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,02 Dollar auf 52,25 Dollar.

Marktbeobachter erklärten den Rückgang der Ölpreise mit Hinweisen auf steigende Ölreserven in den USA. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Zuwachs der Lagerbestände an Rohöl um 4,85 Millionen Barrel verzeichnet hat. Steigende Ölreserven können auf ein hohes Angebot oder eine zu schwache Nachfrage hindeuten und belasten in der Regel die Ölpreise.

Am Nachmittag werden die offiziellen Daten der US-Regierung zu den amerikanischen Lagerbeständen erwartet. Die Kennzahlen werden am Markt stark beachtete und könnten für neue Impulse bei den Ölpreisen sorgen. Bei den offiziellen Daten wird allerdings ein Rückgang der Ölreserven um 1,0 Millionen Barrel erwartet.

mit Nachrichtenagenturen

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