Dienstag, 18. Juni 2019

Börse Trump verzichtet auf Strafzölle gegen Mexiko - Anleger erleichtert

Wall Street in New York
Bryan R. Smith/ AFP
Wall Street in New York

Die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und Mexiko sorgt am Pfingstmontag an den europäischen Börsen und in den USA für Kauflaune. Gefragt sind die Aktien von Fiat Chrysler und Renault, nachdem Spekulationen über eine Neuaufnahme der Fusionsgespräche die Runde machen. Auch Aktien von Thomas Cook sind gefragt.

Die Aussicht auf ein Sommerhoch an der Börse ist Experten zufolge gering. "Der Juni ist historisch betrachtet schon immer der schlechteste Monat im Jahr für die europäischen Aktienmärkte", sagte Fondsmanager Michael Browne vom Vermögensverwalter Legg Mason. "Und wenn man sich das aktuelle Geschehen anschaut, wird der diesjährige Juni die Erwartungen mehr als erfüllen."

In der abgelaufenen Woche legte der Dax Börsen-Chart zeigen dank Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) allerdings 2,7 Prozent zu. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts bereits in der Sitzung am 19. Juni taxieren Anleger bislang zwar auf nur 24 Prozent. Nach einer Serie enttäuschender Wirtschaftsdaten und angesichts der Konjunkturrisiken durch den Zollstreit zwischen den USA und China rechneten sie aber mit mehreren Zinssenkungen bis zum Jahresende, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades.

Vor diesem Hintergrund warten Investoren gespannt auf die US-Verbraucherpreise (Mittwoch) und -Einzelhandelsumsätze (Freitag). "Die anstehenden US-Konjunkturdaten sollten belegen, dass der Aufschwung anhält, von einem Inflationsschub aber keine Rede sein kann", prognostizierte Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. In der Euro-Zone werde die Rezession in der Industrie anhalten. Am Donnerstag stehen Zahlen zur heimischen Industrieproduktion auf dem Terminplan.

Kopfzerbrechen bereitet Anlegern zudem die Machtprobe zwischen Italien und der EU-Kommission. Wegen der hohen Staatsverschuldung droht die Brüsseler Behörde der Regierung in Rom offiziell mit einem Defizit-Verfahren, an dessen Ende milliardenschwere Strafzahlungen stehen könnten. Deren Auswirkungen auf die Wirtschaft wäre zwar gering, sagte Jean-Marie Mercadal, Chef-Anleger des Vermögensverwalters OFI. Sie könnten die Stimmung der Unternehmen aber zusätzlich drücken.


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An der Deutschen Börse in Frankfurt wurde am Montag feiertagsbedingt nicht gehandelt. An den europäischen Börsen sorgte dieEntspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und Mexiko für Kauflaune. In Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien legten die Indizes zwischen 0,3 und 0,6 Prozent zu. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigenstieg um 0,2 Prozent auf 3385 Stellen. Die Umsätze waren feiertagsbedingt aber niedrig.

Auch an der Wall Street ging es bergauf. Der Dow-Jones-Index Börsen-Chart zeigen der Standardwerte lag am Mittag (Ortszeit) 0,6 Prozent höher bei 26.129 Punkten. Der S&P-500 kletterte um 0,8 Prozent auf 2895 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigenum 1,5 Prozent auf 7859 Stellen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag nach US-Börsenschluss erklärt, er verzichte vorerst auf angedrohte Strafzölle auf Warenimporte aus Mexiko. Beide Seiten hätten ihren Streit über illegale Einwanderung beendet, hieß es zur Begründung. Deshalb würden die Zölle, die ab Montag in Kraft treten sollten, auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. David Kass, Professor für Finanzen an der Universität von Maryland, erklärte dazu am Montag, die Zölle hätten der Wirtschaft beider Länder geschadet. Investoren seien nun optimistisch, dass nun auch der Handelsstreit USA/China in naher Zukunft beigelegt werde.

Bei den Autowerten legten General Motors Börsen-Chart zeigen 2,6 Prozent zu. Ford Börsen-Chart zeigen kletterten um 1,9 Prozent, Renault Börsen-Chart zeigen um 2,6 und Fiat Chrysler Börsen-Chart zeigen 2,1 Prozent. Reuters hatte von Insidern erfahren, dass Fiat Chrysler und Renault über einen möglichen neuen Anlauf für einen Zusammenschluss nachdenken. Die Chefs der Pkw-Hersteller hätten bereits darüber gesprochen, wie sie die Fusionspläne wiederbeleben könnten. Die Italiener hatten ihre Offerte, zusammen mit den Franzosen den weltweit drittgrößten Autobauer zu schmieden, erst vergangene Woche zurückgezogen.

Gespräche über einen Verkauf des Reisegeschäfts trieben den Kurs des angeschlagenen Traditionskonzerns Thomas Cook Börsen-Chart zeigen an der Londoner Börse um 17 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, mit seinem größten Aktionär Fosun über eine Veräußerung seines Reisegeschäfts zu sprechen.

Der Preis für Öl der Sorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigenging um 0,9 Prozent auf 62,74 Dollar pro Fass (159 Liter) zurück, der für US-Leichtöl um 0,3 Prozent auf 53,82 Dollar. Nach Angaben aus Saudi-Arabien hat Russland noch nicht zugestimmt, die auslaufende Vereinbarung über eine Förderbremse zu verlängern.

Der Euro Börsen-Chart zeigenverbilligte sich um 0,15 Prozent auf 1,1314 Dollar. Insider hatten der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Europäische Zentralbank (EZB) sei offen für eine Zinssenkung, falls das Wirtschaftswachstum sich im weiteren Jahresverlauf abschwächen sollte.

Der Gold-Preis Börsen-Chart zeigen gab 0,9 Prozent auf 1328,56 Dollar pro Feinunze nach, nachdem er am Freitag auf den höchsten Stand seit Februar geklettert war.

mg/rtr

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